In Kilis treffen unterschiedliche Zugänge zur Stadtgeschichte aufeinander: Ein früheres Wohnhaus erzählt die Geschichte eines Musikers, das historische Sabunhane verbindet Wirtschafts- und gastronomische Kultur, und Moscheen sowie ein Kastel zeigen markante Baudetails. Die Themen reichen von einer persönlichen Biografie bis zur traditionellen Wohnarchitektur. So können Sie bei der Planung danach gewichten, ob Sie sich besonders für Lebensgeschichten, Bauformen oder die Geschichte der Stadt interessieren.
Ein Museum im früheren Zuhause
Das Prof.-Dr.-Alaeddin-Yavaşca-Museum befindet sich in dem Haus in Kilis, in dem der Musiker seine Kindheit und Jugend verbrachte. Das Gebäude wurde restauriert und in ein Museum umgewandelt. Der Ort verbindet damit ein früheres Zuhause mit der Darstellung von Yavaşcas Leben und Laufbahn.
In zehn Ausstellungssälen werden seine Lebensgeschichte von der Geburt bis zum Tod und sein Familienleben chronologisch präsentiert. Dazu gehören seine Ausbildung, seine ärztliche Tätigkeit und seine künstlerische Laufbahn ebenso wie nationale und internationale Auszeichnungen sowie persönliche Gegenstände. Das Museum setzt so biografische, private und berufliche Stationen in einen zeitlichen Zusammenhang.
Wirtschaftsgeschichte und Wohnarchitektur
Das historische Sabunhane-Gebäude ist ein Zeugnis der traditionsreichen, auf Oliven und Olivenöl beruhenden Wirtschaftsgeschichte von Kilis. Zugleich verbindet es industrielles Erbe mit der gastronomischen Kultur der Stadt. Damit eröffnet es einen anderen Blick auf Kilis als das Museum: Hier steht nicht die Laufbahn einer einzelnen Person, sondern die Verbindung von Wirtschaft und Esskultur im Mittelpunkt.
Auch die traditionellen Häuser von Kilis geben der Stadtgeschichte eine bauliche Dimension. Sie bestehen aus lokalem Kalkstein und umfassen häufig Raumfolgen, die sich über zwei Geschosse erstrecken und von Iwans und Höfen geprägt sind. Material und Anordnung der Räume sind dabei eng miteinander verbunden: Der Kalkstein bildet den Baustoff, während Höfe und Iwans die Gliederung vieler Häuser prägen.
Moscheen und historische Baudetails
Die Mevlevihane liegt im Tekke-Viertel am Cumhuriyet-Platz in Kilis und wird heute als Moschee genutzt. Sie soll während der Amtszeit von Canbolat Pascha als Sandschak-Bey von Kilis zwischen 1535 und 1553 errichtet worden sein. Die Bauzeit bleibt damit eine zugeschriebene Datierung. Ort, heutige Nutzung und historische Einordnung geben unterschiedliche Anhaltspunkte für die Beschäftigung mit dem Bauwerk.
Bei der Çalık-Moschee in Aşıt Mahallesi fallen das Minarett und das Südwestportal durch ihre Gestaltung auf: Schwarze und gelbe Steine wechseln sich ab; achteckige und zickzackförmige Motive ergänzen das Muster. Auch der dreitorige Hof umfasst verschiedene Elemente: ein Minarett, Medresenzellen, einen Brunnen mit steinerner Einfassung sowie Gräber, die dem Gründer Hacı Ali oğlu Çalık Mehmet Ağa und seiner Frau zugeschrieben werden.
Das 1654 errichtete İpşir-Pascha-Kastel ist ein typischer osmanischer Brunnen. Zu seinen Merkmalen gehören ein Ausguss, Inschriften, ein Wasserbecken, eine Sitzbank, zwei kleine Nischen zum Abstellen von Trinkgefäßen und ein Rosettenmotiv. Das Kastel ist derzeit trocken.
Weitere Einblicke im übergeordneten Reiseziel Kilis
Im übergeordneten Reiseziel Kilis ergänzt das Kilis Museum den Blick auf archäologische Geschichte. Nach der Restaurierung wurde es am 1. Oktober 2021 für Besucher geöffnet. Dort werden zahlreiche Funde aus Ausgrabungen am Oylum Höyük ausgestellt. Am Oylum Höyük wurden für Besucher außerdem ein Empfangsbereich, Fußwege und Rastbereiche eingerichtet.
Die Aidesim-Basilika ist eine frühchristliche Basilika aus dem 6. Jahrhundert mit einem Mosaikboden. Die archäologische Stätte kann Dienstag bis Sonntag von 08:00 bis 17:00 Uhr nach Kontaktaufnahme mit der Museumsdirektion von Kilis besichtigt werden; stimmen Sie die Besuchsbedingungen vor der Reise nochmals mit der Direktion ab. Jedes Jahr am letzten Freitag im April findet am Fuß des Oylum Höyük der Lebeniye-Tag statt.
Zum übergeordneten Reiseziel Kilis gehören auch die Ulu Cami und die Canbolat Paşa Tekke Camii. Die Ulu Cami ist die älteste und größte Moschee von Kilis und liegt im Stadtviertel Hacı Gümüş. Die Canbolat Paşa Tekke Camii am Cumhuriyet-Platz ist das zentrale Bauwerk des Canbolat-Paşa-Komplexes. Für die Anreise nach Kilis bestehen Straßenverbindungen aus den umliegenden Provinzen; das Reiseziel ist auf dem Straßen- und Luftweg erreichbar. Der nächstgelegene Flughafen für Besucher von Kilis ist der Flughafen Gaziantep, 46 Kilometer entfernt.
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