Kadriye liegt im Landkreis Hayrabolu. Hügel und Tumulusgräber geben dem Ort einen archäologischen Bezug; historische Bauwerke und Hayrabolu Tatlısı ergänzen den Blick auf die Gemeinde und den Landkreis.
Archäologische Bezüge in Kadriye
In Kadriye im Landkreis Hayrabolu gibt es Hügel und Tumulusgräber. Eine Übersicht aus dem Jahr 2011 führt für die Dörfer Karahöyük, Delibedir und Kadriye gemeinsam einen Hügel und 13 Tumulusgräber auf. Sie nennt Bayramşah, Dambaslar (4), Kabahöyük (6), Hacılı Köyü (2) sowie den Kabahöyük-Hügel. Die Gesamtzahl bezieht sich auf die drei Dörfer gemeinsam und nicht allein auf Kadriye.
Geschichte des Landkreises Hayrabolu
Hayrabolu gilt als eine der ältesten Siedlungen Thrakiens. Die Türken eroberten den Ort erstmals 1357; kurz darauf nahm das Römische Reich ihn zurück. 1368 wurde Hayrabolu unter Sultan Murad I. endgültig zurückerobert. Anschließend wurden Familien aus verschiedenen Teilen Anatoliens in Hayrabolu und Umgebung angesiedelt, besonders aus Kayseri und Sivas. Der historische Name lautete Chariupolis, auch Hanri-polis genannt, und bedeutet „windige Stadt“.
Bei Ausgrabungen am Tumulus Tek Höyük bei Hacılı Köyü wurde das Kremationsgrab eines thrakischen Kriegers aus römischer Zeit entdeckt. Der archäologische Fund ergänzt den Blick auf die Geschichte des Gemeindegebiets, während die Hügel und Tumulusgräber den direkten Ortsbezug Kadriyes bilden.
Moscheen, Grabmal und Brücke
Die Çelebi-Mehmet-Moschee liegt im Stadtteil Hisar von Hayrabolu und wurde 1419 von Çelebi Sultan Mehmet errichtet. Ihr Mihrab besteht aus Marmor und ist original erhalten.
Im Gemeindegebiet von Hayrabolu befindet sich das Sarban-i Ahmet Dergahı, das Grabmal des Sarban-ı Ahmed. Es wurde 1527 auf Erlass von Sultan Süleyman errichtet und später restauriert. Die Çarşı Camii ist auch als Hasib Bey Camii und Kethüdazade Çorumlu Mustafa Bey Camii bekannt. Çorumlu Mustafa Bey begann 1686 mit ihrem Bau; nach seinem Tod vollendete Mehmet Hasib Bey die Moschee. Die Hacılar-Köprüsü wurde von Ataullah Bey an der Straße nach Tekirdağ über dem Hayrabolu-Bach errichtet und hat sechs Bögen.
Die Jahreszahlen ordnen verschiedene Beispiele zeitlich ein: 1419 datiert die Moschee in Hisar, 1527 das Grabmal und 1686 den Baubeginn der Çarşı Camii. Sie beziehen sich auf unterschiedliche Bauwerke und Ereignisse in Hayrabolu.
Hayrabolu Tatlısı
Hayrabolu Tatlısı, auch Hayrabol genannt, ist eine sirupartige regionale Süßspeise aus dem Landkreis Hayrabolu in der Provinz Tekirdağ. Grieß und ungesalzener Käse sind ihre Hauptzutaten. Seit 1972 wird die Süßspeise in Hayrabolu hergestellt. Anfangs hieß sie „Kadı Göbeği Tatlısı“; später setzte sich der Name „Hayrabolu Tatlısı“ durch.
Zum Verkauf wird sie in zwei Formen angeboten: gebacken und getrocknet in verpackter Form sowie mit Sirup übergossen. Die beiden Formen unterscheiden sich in ihrer Darreichung, gehören aber zur selben regionalen Süßspeise. So ergänzt die Esskultur Hayrabolus den archäologischen Ortsbezug Kadriyes um ein weiteres Thema aus dem Landkreis.
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