Im Zentrum von Milas stehen archäologische Zeugnisse und Bauwerke aus späteren Jahrhunderten. Das Hekatomnos-Denkmal und das Heiligtum bilden einen besonderen Schwerpunkt; Moscheen, ein historischer Karawansereihof und Museumssammlungen ergänzen das Bild. Milas eignet sich damit als Ziel für eine kulturhistorisch geprägte Reise. Im weiteren Umfeld kommt mit der Gökçeler-Schlucht eine Naturperspektive hinzu, während Milas-Köfte einen lokalen kulinarischen Bezug setzt.
Antike Zeugnisse und ihre Deutungen
Das Hekatomnos-Denkmal und das Heiligtum liegen im Stadtzentrum von Milas. Sie gelten gemeinsam als das einzige erhaltene Beispiel, das früher als das Mausoleum von Halikarnassos und in gleicher Größe errichtet wurde. Der Hekatomnos-Fries-Sarkophag gilt als einzigartiges Beispiel im klassischen und hellenistischen Anatolien. Zum Uzunyuva-Museumskomplex gehören das Hekatomnos-Grabdenkmal, das Hekatomneion-Heiligtum, das Milas-Hausmuseum und das Milas-Teppichmuseum. Die Zusammenstellung verbindet das Grabdenkmal und Heiligtum mit zwei weiteren Museumsthemen.
Am Fuß des Sodra-Berges im Viertel Gümüşlük steht das Gümüşkesen-Mezardenkmal. Es wird angenommen, dass es eine kleine Kopie des Mausoleums von Halikarnassos ist. So begegnen zwei unterschiedliche Bezüge zum Mausoleum: Beim Hekatomnos-Denkmal und Heiligtum geht es um die frühere Errichtung in gleicher Größe, beim Gümüşkesen um eine vorsichtig formulierte Deutung als kleine Kopie.
Museum, Moscheen und Baugeschichte
Das Milas-Museum zeigt unter anderem Goldobjekte aus den Ausgrabungen von Stratonikea, Terrakotta-Öllampen aus Iasos, Funde aus Milas und Umgebung sowie Skulpturen und Skulpturenköpfe. Die Sammlung ergänzt die monumentalen Zeugnisse um Funde aus unterschiedlichen Orten und Objektgruppen.
Auch die Moscheen bringen eigene historische Anhaltspunkte mit. Die Ulu-Moschee im Viertel Hoca Bedrettin wurde 1378 errichtet und ist die größte Moschee von Milas. Die Belen-Moschee auf dem Hisarbaşı-Hügel stammt aus dem 14. Jahrhundert und enthält Bauelemente aus antiken Bauwerken. Bei der Ağa-Moschee im Viertel Hacı Abdi wurde das Minarett 1885 errichtet. Die Angaben beziehen sich also auf unterschiedliche Aspekte: auf die Errichtung einer Moschee, die Entstehungszeit eines Bauwerks und das Datum eines einzelnen Bauteils.
Vom Stadttor zum Karawansereihof
Das Baltalı Kapı ist das einzige erhaltene Bauwerk der Stadtmauer des antiken Mylasa, des heutigen Milas. Ein Relief einer doppelseitigen Axt auf dem Schlussstein gab dem Tor seinen Namen. Eine jüngere Schicht der Baugeschichte vertritt das Çöllüoğlu Han: Es wurde 1719–1720 als zweigeschossiger, rechteckiger Karawanserei-Hofbau mit Innenhof errichtet. Das 2010 begonnene Restaurierungsprojekt wurde abgeschlossen.
Zu Milas gehören außerdem historische Wohnhäuser. Die meisten Häuser aus dem 19. Jahrhundert und den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurden restauriert und werden weiterhin genutzt. Damit stehen das antike Stadttor, der Hofbau des Çöllüoğlu Han und die späteren Wohnhäuser für unterschiedliche Teile der Baugeschichte, ohne dass sie auf dieselbe Epoche zurückgehen.
Natur, lokale Küche und Anreise
Wer neben historischen Bauten auch Natur und Bewegung einplanen möchte, findet im weiteren Umfeld südwestlich von Milas die Gökçeler-Schlucht. Sie bietet eine 8 km lange Strecke für Natursport und Wandern mit Wasserfällen und Teichen. Das ist ein anderer Schwerpunkt als die Moscheen, Monumente und Sammlungen im Ort. Milas-Köfte gilt im Zentrum von Milas als lokale Spezialität und ergänzt die kulturellen Themen um einen kulinarischen Bezug.
Milas ist aus allen Teilen der Türkei mit überregionalen Busverbindungen erreichbar. Prüfen Sie die aktuellen Fahrpläne für Ihre Reisedaten, wenn Sie mit dem Bus anreisen. Bei der Suche nach einem Hotel in Milas hilft es, zunächst den Schwerpunkt festzulegen: historische Orte und Museen im Stadtgebiet oder zusätzlich die Naturstrecke im weiteren Umfeld.
Weitere Reiseziele entdecken: Ağaçlıhüyük, Karaca, Karaçulha, Hisarbaşı, Kızılağaç, Yalı Belediyesi, Gülağzı Köyü, Kultak
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Mugla.