Die Bauwerke Develis erzählen unterschiedliche Geschichten: Die Fatih-Moschee war zunächst eine armenische Kirche, während die Camikebir-Moschee eine originale osmanische Mihrab-Nische besitzt. Auch die Mausoleen unterscheiden sich deutlich in ihrer Form. Für eine Kulturreise bietet dieser Wechsel zwischen Baugeschichte und Architektur einen konkreten roten Faden.
Geografische Orientierung und Wasser
Develi wurde 6 km südlich des Berges Erciyes gegründet. Im Elbiz-Park wird das 40 m² große Becken weiterhin als Wasserquelle genutzt; es gehört zu einem der vom Erciyes kommenden Wasserläufe. Damit bietet Develi neben seinen historischen Bauwerken auch einen konkreten Einblick in die örtliche Wassernutzung.
Moscheen mit unterschiedlichen Baugeschichten
Die Sivasitti-Hatun-Moschee in Yukarı Develi wurde 1281 von dem seldschukischen Würdenträger Göçeroğlu Nasrullah und seiner Ehefrau Siva Sitti Hatun aus Hochzeitsgeschenken errichtet. Zu ihrer Geschichte gehört auch der originale Minbar: Er wurde 1933 im Kayseri-Museum und später im Ankara-Ethnografischen Museum unter Schutz aufbewahrt. Bauzeit und Minbar-Provenienz geben zwei unterschiedliche Anknüpfungspunkte, um sich mit der Geschichte der Moschee zu befassen.
Die Camikebir-Moschee steht im Camikebir-Viertel von Develi und wurde 1731 von Bay Ali errichtet. Sie besitzt eine vollständig originale osmanische Mihrab-Nische; deren Steinmetzarbeit gilt als besonders hochwertig. Die Nische bietet einen konkreten architektonischen Vergleich zu den äußeren Bauformen der Mausoleen in Yukarı Develi.
Die Fatih-Moschee liegt im Viertel Aşağı Everek. Sie wurde 1828 als armenische Kirche zu Ehren von Aziz Surp Toros errichtet. 1978 restaurierte die regionale Vakıflar-Direktion das ehemalige Kirchengebäude und wandelte es in eine Moschee um. Im Vergleich zur Camikebir-Moschee tritt hier besonders der Wandel der Gebäudenutzung hervor; bei Camikebir steht dagegen die Mihrab-Nische im Mittelpunkt.
Mausoleen und Bauformen in Yukarı Develi
Das Seyyid-Scherif-Mausoleum liegt an der Tekke-Straße in Yukarı Develi. Laut Inschrift wurde es 1295–1296 errichtet. Sein quadratischer, kubischer Baukörper trägt eine Kuppel ohne Halsring: Der kompakte Unterbau und die darauf sitzende Kuppel prägen gemeinsam die beschriebene Form.
Das Dev-Ali-Mausoleum setzt einen anderen architektonischen Akzent. Es besteht aus einem achteckigen Körper aus behauenen Steinen, einem Bestattungsraum, einem Gebetsraum und einem pyramidenförmigen Dachaufsatz. Hier wird Dev Ali beziehungsweise Devle Bey bestattet. Er wird als Neffe Sultan Alp Arslans und als tapferer Anführer eines turkmenischen Stammes beschrieben, dem der Bezirk seinen Namen verdankt. Das Mausoleum wird besucht; in seinem Gebetsraum wird gebetet. Klären Sie vor der Anreise die örtlichen Zugangsbedingungen.
Auch die İniler-Moschee liegt in Yukarı Develi, im Viertel İniler, an einer Stelle, die Develi überblickt. Ihre Fassaden bestehen aus Bruchstein; das Gebäude besitzt eine Holzdecke mit Stützen und Balken. So unterscheiden sich die genannten Bauwerke nicht nur durch ihre Geschichte, sondern auch durch Materialien und Gestalt: von der Mihrab-Nische in Camikebir über die beiden Mausoleen bis zur Holzkonstruktion der İniler-Moschee.
Hıdırellez und Besuchsplanung
Das traditionelle Hıdırellez-Fest wird in Develi am 6. Mai rund um das Seyyid-İmadettin-Muhammed-Mausoleum gefeiert. Dieses Mausoleum liegt etwa 4 km südlich von Develi auf einem Hügel oberhalb von Yukarı Develi. Wenn Sie Ihre Reise auf das Fest ausrichten möchten, prüfen Sie den Termin für das konkrete Reisejahr. Bei Besuchen an der Camikebir- und Fatih-Moschee sollten Sie außerdem die örtlichen Bedingungen für den Zugang zum Gebet vorab klären.
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