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Wer sich für Turgut als Reiseziel interessiert, begegnet einer Ortsgeschichte mit mehreren Zeitebenen: prähistorischen Spuren, antiken Bezügen, einer historischen Brunnenanlage und einem besonderen textilen Erbe. Zu den von Yunak als historische und touristische Sehenswürdigkeit geführten Orten zählen die Ruinen der Stadt Miskamit in Turgut. Zur Ortsgeschichte gehört auch Turguts Prägung als turkmenische Siedlung. So stehen nicht nur Bauwerke, sondern auch archäologische Funde und überlieferte Handwerkstraditionen für unterschiedliche Seiten des Ortes.

Die Turgut Çeşmesi und ihre Geschichte

Die Turgut Çeşmesi ist eine dreiläufige Brunnenanlage auf dem Dorfplatz. Sie liegt am Ende eines byzantinisch-seldschukischen Wasserwegs und besitzt drei Ausgüsse. Ihre Bogenform gilt als Grundlage für die Einordnung ins 19. Jahrhundert. Zusätzlich ist ihre Unterschutzstellung genau datiert: Am 18. September 1997 nahm der Konya-Kultur- und Naturschutzrat die Brunnenanlage mit Beschluss Nr. 2977 unter Schutz. Bauform, Lage und Schutzstatus geben damit unterschiedliche Anhaltspunkte, um das Brunnenbauwerk in der Ortsgeschichte einzuordnen.

Archäologische Zeitschichten rund um Turgut

Fundmaterialien aus der Umgebung von Turgut führen die Vorgeschichte des Ortes bis vor etwa 5.000 Jahren zurück. Ein benannter Fundort im näheren Umfeld ist der Kızılkuyu-Hügel, südlich der Yunak-Turgut-Wegkreuzung. Er misst 150 × 100 × 8 Meter; seine Funde werden der chalkolithischen Zeit zugeordnet. Diese frühe Einordnung steht neben der späteren Geschichte der antiken Stadt: Während der römischen Zeit erstreckte sie sich von Eski Kışla bis Kara Kuyu. Auch die Burg von Harunlar gehörte zur römischen Stadt von Turgut und bildet einen weiteren Bezug im näheren Umfeld.

Auf dem heutigen Friedhof von Turgut ist ein Tempel erhalten, der in byzantinischer Zeit in eine Kirche umgewandelt wurde. Ebenfalls auf dem Friedhof befinden sich griechische Inschriften aus der römischen Zeit. An Hauswänden nahe der Koca Çeşme weisen marmorne Architekturfragmente mit Kreuzen auf eine Kirche in der Umgebung der Zentralmoschee hin. Zusammen eröffnen diese Zeugnisse verschiedene Perspektiven auf die römische und byzantinische Vergangenheit des Ortes.

Textile Traditionen

Zum textilen Erbe Turguts zählen dorfbezogene Namazlağı- und Sedir-Kelim. Hinzu kommen auf Webstühlen gefertigte Bodenbeläge namens „Palaz“ sowie Lastenabdeckungen namens „Çırpı-Kilim“. Die verbliebenen Beispiele sind nur noch in geringer Zahl anzutreffen und zeichnen sich durch eigene Motive, Muster und Farben aus. Damit ergänzt die Textilgeschichte die steinernen Zeugnisse um eine andere kulturelle Perspektive: Neben Brunnenbau und archäologischen Spuren stehen auch gewebte Formen für die Geschichte des Dorfes.

Was Sie bei der Reiseplanung einordnen können

Wer eine Unterkunft in Turgut erwägt, kann zwischen den Zeugnissen im Ort und den archäologischen Bezügen im näheren Umfeld unterscheiden. Die Brunnenanlage und die Zeugnisse auf dem Friedhof gehören zur Ortsgeschichte; Kızılkuyu und die Burg von Harunlar stehen für weitere archäologische Themen ringsum. So lässt sich der kulturgeschichtliche Schwerpunkt der Reise klarer gewichten, ohne die unterschiedlichen Orte zu einem Rundgang zusammenzufassen. Wenn Sie einzelne Fundorte gezielt besuchen möchten, klären Sie vorher die Besuchsmöglichkeiten vor Ort.

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