Hanoi erschließt sich über verschiedene Geschichten und Formen des Stadtlebens: Der Văn Miếu–Quốc Tử Giám steht für konfuzianische Verehrung und Bildung, die kaiserliche Zitadelle für lange politische Machtgeschichte. Wasserpuppentheater, Hoàn-Kiếm-See und Altstadt ergänzen diesen kulturellen Blick um Bühne, öffentlichen Raum und Esskultur. Bei der Planung können Sie unterschiedliche Schwerpunkte setzen: Bildungsgeschichte und Erinnerungsorte oder auch das Treiben am See und in den Gassen.
Bildung und Erinnerung im Văn Miếu–Quốc Tử Giám
Der Văn Miếu–Quốc Tử Giám liegt in Hanoi südlich der kaiserlichen Zitadelle Thăng Long. Zu seinem Areal gehören der Hồ Văn, der Giám-Garten und der innere Tempelbereich. Der Văn Miếu wurde 1070 unter König Lý Thánh Tông gegründet und diente der Verehrung von Konfuzius sowie früheren Weisen und Gelehrten. Das Quốc Tử Giám wurde 1076 unter König Lý Nhân Tông errichtet und war im monarchischen Vietnam das höchste Ausbildungszentrum.
Im Garten der Doktorandenstelen bewahren 82 Stelen die Namen und Heimatorte von 1.304 Doktoranden. Sie waren zwischen 1442 und 1779 in 82 Prüfungen erfolgreich. Die Zahl 82 steht hier also sowohl für die Stelen als auch für die Prüfungen; die Zahl der verzeichneten Doktoranden ist eine weitere, eigene Größe. Im Văn Miếu liegt außerdem der quadratische Thiên-Quang-Brunnen. Er misst 30 mal 30 Meter und ist ganzjährig mit klarem, ruhigem Wasser gefüllt.
Politische Geschichte und archäologische Spuren
Der zentrale Sektor der kaiserlichen Zitadelle Thăng Long–Hanoi liegt im Herzen von Hanoi. Er wurde im 11. Jahrhundert unter der vietnamesischen Lý-Dynastie auf den Überresten einer chinesischen Festung aus dem 7. Jahrhundert errichtet und markierte die Unabhängigkeit von Đại Việt. Fast dreizehn Jahrhunderte lang war die Zitadelle das Zentrum regionaler politischer Macht. Ihre kontinuierliche Funktion als Herrschaftssitz wird durch verschiedene archäologische Schichten und Baudenkmäler sichtbar. Damit bietet die Zitadelle einen anderen historischen Blickwinkel als die Bildungs- und Gelehrtengeschichte des Văn Miếu.
Wasserpuppentheater und Bildungsprogramme
Das Thang Long Water Puppet Theatre befindet sich in der Đinh-Tiên-Hoàng-Straße neben dem Hoàn-Kiếm-See im Zentrum von Hanoi. Es verfügt über einen eigens für Wasserpuppentheater vorgesehenen, modern ausgestatteten Saal mit knapp 300 Plätzen. Sitzanordnungen können sich ändern; prüfen Sie vor Ihrem Besuch die aktuellen Angaben des Theaters.
Die erfahrungsorientierten Bildungsprogramme des Văn Miếu–Quốc Tử Giám richten sich an Schülerinnen und Schüler vom Vorschulalter bis zur Sekundarstufe II. Sie vermitteln historische, kulturelle und bildungsbezogene Werte des besonderen nationalen Denkmals. Zu den Formaten gehören Besichtigung und Beobachtung, Diskussionen, Gruppenaktivitäten, Entdeckungsspiele und Rätselaufgaben. Hinzu kommen Kalligrafieübungen, Rollenspiele und kreative Arbeit. Das Angebot verbindet damit die Beschäftigung mit dem Kulturerbe mit unterschiedlichen praktischen und gemeinschaftlichen Aktivitäten.
See, Altstadt und Esskultur
Am Hoàn-Kiếm-See treffen Sie vor Sonnenaufgang auf Joggerinnen und Jogger sowie Menschen, die Tai Chi üben. Am Wochenende ist der See für Fahrzeuge gesperrt und wird zu einem Ort für Unterhaltung und Bewegung im Freien. Die Verkehrsregelung kann variieren; prüfen Sie vor einem Wochenendbesuch die aktuelle Situation.
Das Alte Viertel von Hanoi lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Köchinnen und Köche bieten dort dampfendes Phở und Bún chả an. Zusammen geben die Spaziermöglichkeiten und die genannten Gerichte einen konkreten Eindruck davon, wie sich Stadterkundung und Esskultur als unterschiedliche Interessen in die Reise einbeziehen lassen.
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