Lạng Sơn zeigt eine ungewöhnliche Verbindung von Kulturerbe und Landschaft: Die Tam-Thanh-Pagode befindet sich in einer Höhle, und ihre Anordnung unterscheidet sich von der Anordnung gewöhnlicher Pagoden.
Kalkstein, Höhlen und Wasser
Der Landschafts- und Denkmalbereich Nhị–Tam Thanh liegt in der Kalksteinbergkette nordwestlich der Stadt Lạng Sơn, im Stadtbezirk Tam Thanh. Die Tam-Thanh-Höhle und die Tam-Thanh-Pagode sind historische und kulturelle Denkmäler sowie bekannte landschaftliche Sehenswürdigkeiten von Lạng Sơn.
Im Distrikt Văn Quan können Sie das Höhlensystem Na La erkunden und dabei glitzernde Tropfsteine, unterirdische Bäche und enge Durchgänge passieren. Eine andere geologische Entdeckung bietet das Becken von Na Dương: Dorthin können Sie wandern und tropische Fossilien aus der Zeit vor 40 bis 20 Millionen Jahren entdecken. Na La steht damit für den Blick auf Höhlenformationen und Wasser, Na Dương für Fossilien aus einer weit zurückliegenden Erdgeschichte.
Ein offenes Landschaftsbild bietet das Nà-Lùng-Tal in Văn Quan. Es umfasst mehr als 10 Hektar; ganzjährig grüne Wiesen und ein Bachlauf entlang der Kalksteinberge prägen das Tal. Auch unterirdische Gewässer gehören zu den markanten Landschaftsdetails: Der über 600 Meter lange Ngọc-Tuyền-Bach fließt durch die Nhi-Thanh-Höhle und bildet im Teich Nhất Bích Trì einen kleinen Wasserfall.
Pagoden, Zitadelle und Stadtgeschichte
Von der Zitadelle der Mạc-Dynastie aus lässt sich in östlicher Richtung die gesamte Stadt Lạng Sơn überblicken. Die Zitadelle gilt als seltenes und bedeutendes Relikt der feudalen Verteidigung. Sie wurde restauriert und für touristische Besichtigungen bereitgestellt; prüfen Sie vor einem Besuch aktuelle Zugangsinformationen.
Die Tien-Pagode befindet sich im Berg Đại Tượng, der auch Elefantenberg genannt wird und die Form eines kauernden Elefanten hat. Einen anderen historischen Zeitanker bietet die Thanh-Pagode: Einheimische gründeten sie etwa im 15. Jahrhundert während der Lê-Dynastie. Die verschiedenen Bauwerke und ihre Geschichte eröffnen unterschiedliche Zugänge zum kulturellen Erbe der Region.
Feste nach dem Mondkalender
Das Fest der Tam-Thanh- und Tam-Giao-Pagode findet am 15. Tag des ersten Mondmonats statt. Dazu gehört eine besondere Prozession mit einer Sänfte; auch Besucher von außerhalb nehmen teil. Das genaue Festprogramm kann jährlich variieren. Das Fest der Tien-Pagode folgt jährlich am 18. Tag des ersten Mondmonats und umfasst mehrere besondere traditionelle Rituale der Provinz Lạng Sơn. Wenn Sie Ihre Reise an einem der Feste ausrichten möchten, berücksichtigen Sie bei der Planung das jeweilige Mondkalenderdatum und prüfen Sie die Veranstaltungsangaben für das gewünschte Jahr.
Gemeinschaften, Gesang und Handwerk
Im UNESCO-Geopark Lạng Sơn leben Kinh-, Nùng-, Tay- und Dao-Gemeinschaften mit eigenen Sprachen, Handwerken und Traditionen. Then-Gesang gehört zum immateriellen Kulturerbe von Lạng Sơn; die Dan Tinh ist eine traditionelle Kürbislaute und gehört ebenfalls dazu.
Im Gemeinschaftstourismusdorf Quynh Son werden Besuchern Einblicke in die lokale Kultur angeboten, darunter Küche, Gesang sowie das Spielen von Then- und Tinh-Instrumenten. Die Kunstgruppe von Quynh Son tritt für Touristen mit Then-Gesang, Volkstänzen und Chau-Tänzen auf. Zum baulichen Erbe des Dorfes gehören zahlreiche hölzerne Stelzenhäuser des Tay-Volkes, die nach traditioneller Stelzenhausarchitektur errichtet sind.
In Văn Quan können Sie außerdem traditionelle Arbeitsschritte kennenlernen und ausprobieren: das Ausbacken von Reiskuchen, die Herstellung von Cao Khô und Khẩu Sli sowie das Spalten von Bambusstreifen und Flechten einfacher Gebrauchsgegenstände. So gehören neben Besichtigungen auch praktische Einblicke in Handwerk und Alltag zu den möglichen Entdeckungen.
Regionale Küche und Spezialitäten
Besucher in Văn Quan können Klebreisgerichte, lokale Kuchen, Fisch aus Käfig- und Flusszucht, gebratenes Schweinefleisch und Khau Nhục probieren. Schweinebraten mit Mắc-Mật-Blättern gilt als traditionelles und charakteristisches Gericht von Lạng Sơn. Khau Nhục, auch Nằm khâu genannt, stammt ursprünglich aus China und gelangte durch Tày- und Nùng-Gemeinschaften nach Vietnam. Mit der Zeit wurde es zu einer bekannten Spezialität von Lạng Sơn und wird bei familiären Festanlässen wie Tết und Hochzeiten serviert.
Sternanis-Erzeugnisse zählen ebenfalls zu den lokalen Spezialitäten; Sternanis wird in Lạng Sơn auf mehr als 34.000 Hektar angebaut. In der touristisch ausgerichteten Gemeinde Bắc Quỳnh gehört der schwarze Chung-Kuchen zur charakteristischen Küche. Die regionalen Gerichte lassen sich so mit den Traditionen und den lokalen Zutaten verbinden, die Lạng Sơn prägen.
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