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In Le Roeulx treffen Spuren einer befestigten Stadt auf Pilgergeschichte und Wege im Grünen. Die historischen Zeugnisse reichen von einem Grabstein aus dem Jahr 1404 bis zu einem Denkmal, das 2018 eingeweiht wurde. Wer den Aufenthalt plant, findet damit verschiedene kulturelle Schwerpunkte – ergänzt durch einen Spazierweg mit QR-Stationen, Radstrecken und ein Waldgebiet mit markierten Wegen.

Stadtgeschichte in mehreren Zeitschichten

Die Grand’Place du Roeulx wurde 1980 von der Commission Royale des Monuments et Sites unter Schutz gestellt. Le Roeulx war 500 Jahre lang eine befestigte Stadt. Die im 13. Jahrhundert errichteten Stadtmauern wurden Ende des 18. Jahrhunderts verkauft und zerstört. Vom ehemaligen Nivelloise-Tor blieb der Nordturm erhalten, weil er die Grenze des Besitzes des Fürsten markierte. Mauern und Turm haben damit unterschiedliche Schicksale: Die Befestigung wurde abgetragen, während der Turm als Grenzzeichen erhalten blieb.

Die heutige Eglise St-Nicolas du Roeulx ist ein neugotischer Bau des 19. Jahrhunderts und wurde 1869 fertiggestellt. Nahe dem Westeingang ist ein Grabstein aus dem Jahr 1404 in die Mauer eingelassen; er gilt als der älteste behauene Stein von Le Roeulx. So stehen zwei klar unterscheidbare Daten nebeneinander: der mittelalterliche Stein und die Fertigstellung der Kirche im 19. Jahrhundert.

Weitere Bauwerke verweisen auf unterschiedliche Epochen: Die Maison espagnole wurde 1727 erbaut, die Hostellerie du Cornet stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das Mémorial George Price erinnert an den Ersten Weltkrieg. Es wurde im November 2018 anlässlich des hundertsten Jahrestags des Kriegsendes eingeweiht und steht an dem Ort, an dem der letzte Soldat des Commonwealth in diesem Konflikt getötet wurde.

Die Abbaye Saint-Feuillien wurde 1125 von Mönchen des Prämonstratenserordens gegründet. Im nördlichen Teil des Schlossparks, zwischen der rue de l’Abbaye und dem großen Teich, sind Überreste und Steine der Abtei erhalten, besonders an der Stelle der ehemaligen Abteikirche und des Kreuzgangs. Der Schlosspark ist im Allgemeinen für die Öffentlichkeit geschlossen.

Pilgergeschichte und religiöse Traditionen

Das Ancien Hôpital St-Jacques nahm seit seinen Ursprüngen im Jahr 1202 Kranke und Pilger auf, die auf dem Weg nach Santiago de Compostela waren. Le Rœulx liegt an einem der belgischen Nebenwege nach Santiago; zu den Wegführungen zählt ein Weg über Nivelles, Binche oder Mons. Pilger tauchen somit sowohl in der historischen Funktion des Ancien Hôpital als auch im Zusammenhang mit den beschriebenen Jakobswegen auf.

An der Chapelle de Creuse findet jedes Jahr am Himmelfahrtstag eine Wallfahrt statt. Diese Tradition besteht seit der Segnung der ersten Kapelle im Jahr 1820. Anders als der Bezug zu den Jakobswegen hat diese Wallfahrt einen konkret benannten jährlichen Termin. Auch die Geschichte der Brasserie St-Feuillien ist genau datiert: Stéphanie Friart gründete sie 1873.

Spaziergänge, Radstrecken und Rosen

Der Spazierweg La Haye du Roeulx bietet sechs illustrierte und erzählte Haltepunkte, die über QR-Codes zugänglich sind. La Haye du Roeulx ist außerdem ein bedeutendes Waldgebiet mit Teichen zwischen Le Roeulx und Mignault; zwei markierte Wege führen durch das Gebiet. Das sind verschiedene Anhaltspunkte für die Planung: Der Spazierweg hat eine fest benannte Zahl von Stationen, während die Beschreibung des Waldgebiets zwei markierte Wege hervorhebt.

Der Trésor du Moine Feuillien ist ein kostenloser Rundgang für Familien, Kinder, Jugendliche und neugierige Menschen jeden Alters. Die gesamte Strecke dauert etwa 1,5 Stunden – eine nützliche Größenordnung, wenn Sie dafür einen eigenen Zeitblock vorsehen möchten. Die thematischen Radstrecken zwischen Le Roeulx und La Louvière beginnen am Hôtel de Ville du Roeulx auf der Grand’Place. In den Jardins des Roses du Roeulx findet jedes Jahr ein internationaler Wettbewerb für neue Rosensorten statt. So stehen neben Bau- und Pilgergeschichte auch ein Radweg-Thema und eine jährlich wiederkehrende Rosenveranstaltung zur Auswahl.

Weitere Reiseziele entdecken: Beaumont, Sivry-Rance, Lessines, Erquelinnes, Hensies, Châtelet, Pont-À-Celles, Fayt-Lez-Manage.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Hennegau.

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