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Seraing vereint eine vielschichtige Schloss-, Kloster- und Industriegeschichte mit markierten Wegen durch Waldgebiete. Zu den Besonderheiten zählen die Tradition der Kristallherstellung, Spuren der früheren Stahlindustrie und zehn markierte Wanderwege in den Wäldern von Seraing mit Längen zwischen 2,25 und 9,17 Kilometern. So können Sie bei der Reiseplanung abwägen, ob Sie den Schwerpunkt auf historische Orte, Zeit im Grünen oder eine Mischung aus beidem legen.

Kristall, Abtei und Schlossgeschichte

Der Palais abbatial du Val-Saint-Lambert, auch Château du Val genannt, wurde zwischen 1762 und 1765 erbaut. Die Kristallmanufaktur Val-Saint-Lambert vervollkommnete seit ihrer Gründung im Jahr 1826 die Verfahren des Kristallblasens, -schneidens und -gravierens. Damit umfasst ihre Handwerkstradition sowohl das Formen als auch das Bearbeiten und Verzieren des Kristalls.

Das Musée du Val Saint-Lambert befindet sich im Abteischloss von Seraing. Seine Galerie zeigt 250 repräsentative Stücke der Kristallmanufaktur. Eine weitere Facette der Ortsgeschichte bietet das Château de Seraing: Vom Mittelalter bis zum Ende des Ancien Régime war es eine der bevorzugten Residenzen der Fürstbischöfe von Lüttich. Auf dem Gelände von Val Saint-Lambert sind außerdem Überreste der früheren Zisterzienserabtei erhalten. Die verschiedenen Orte stehen so für unterschiedliche Kapitel – von der klösterlichen Vergangenheit und der Residenzgeschichte bis zur Kristallherstellung.

Auch die Industriegeschichte ist an mehreren Orten präsent. Die ehemaligen Industrieanlagen von Ougrée gelten als Zeugnisse der außergewöhnlichen Stahlvergangenheit Seraings; zu den Industriebrachen gehören beeindruckende Street-Art-Fresken. Das Fort de Boncelles wurde 1892 erbaut und war eines von zwölf Forts, die rund um Lüttich zur Abwehr feindlicher Angriffe errichtet wurden.

Wanderwege und Naturgebiete

In den Wäldern von Seraing gibt es zehn markierte Wanderwege mit Längen zwischen 2,25 und 9,17 Kilometern. Für den Bois de la Vecquée werden drei Wanderwege genannt, die jeweils kürzer als sechs Kilometer sind. Eine genauer einzuordnende Strecke führt durch den Bois de la Marchandise: Sie ist fast fünf Kilometer lang, weist fünf Furten auf, gilt als mittelschwer und ist über das Viertel Chatqueue zugänglich. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Länge, Einstufung und Furten geben hier konkrete Anhaltspunkte für die Wegwahl.

Für Bewegung mit Sportstationen gibt es den Parcours santé. Er erstreckt sich über 2,4 Kilometer und bietet verstreute Stationen für ein umfassendes Training. Die Strecke eignet sich sowohl für Familien als auch für sehr sportliche Personen. Damit unterscheidet sich ihr Schwerpunkt von den Wanderwegen, bei denen Weglänge, Waldgebiet und – auf der Strecke im Bois de la Marchandise – Furten wichtige Auswahlpunkte sind.

Auch die Naturgebiete haben jeweils eigene Merkmale. Im Arboretum de la Vecquée wachsen jahrhundertealte Bäume, seltene Pflanzenarten und Riesenmammutbäume. Im Bois Saint-Jean wurden mehrere Teiche angelegt, die neuen Lebensraum für eine zunehmend vielfältige Tier- und Pflanzenwelt bieten. Beide Orte stehen für Naturerlebnisse, setzen aber unterschiedliche Akzente: Das Arboretum ist durch seine Bäume und Pflanzen geprägt, der Bois Saint-Jean durch die Teiche und ihre Lebensraumfunktion.

Eine Tour zwischen Natur und Industriegeschichte

Die virtuelle Schatzsuche „Entre nature et vestiges industriels“ führt durch das Gelände von Val Saint-Lambert und den Bois de l’Abbaye. Für die Schatzsuche wird die kostenlose Totemus-App auf einem Smartphone verwendet. Prüfen Sie vor der Tour die Routendetails. Auf dem Gelände von Val Saint-Lambert sind zudem Überreste der früheren Zisterzienserabtei erhalten – ein weiterer Bezugspunkt für die Geschichte dieses Ortes.

Weitere Reiseziele entdecken: Boncelles, Aubel, Ouren, Stavelot, Modave, Herstal, Donceel, Eupen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lüttich.

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