Bei Thommen stehen Kulturgeschichte und Natur als unterschiedliche, aber gleichwertige Reiseinteressen im Mittelpunkt. Die denkmalgeschützte Remaklus-Kirche prägt das Dorfbild; historische Hinweise reichen von einer keltischen Fundstelle bis zu mittelalterlichen Urkunden. Der Thommer Weiher verbindet eine frühere Mühlennutzung mit seiner Lage in einem Natura-2000-Schutzgebiet.
Kirche und historische Zeugnisse
Die auf einer Anhöhe errichtete Remaklus-Kirche ist ein markanter Teil des Dorfbilds. Besonders sehenswert ist sie für Interessierte an religiöser Kunst und Architektur. Das Kulturerbe-Portal Ostbelgiens führt die St.-Remaklus-Kirche in Thommen außerdem als Ziel eines virtuellen Rundgangs durch historische Kirchen auf. So gibt es neben der örtlichen Kirche auch einen virtuellen Zugang zu ihrer Einordnung in eine Reihe historischer Kirchen.
Thommen wird auch Tumbas genannt und ist in zwei Urkunden der Abtei Prüm aus den Jahren 816 und 846 erwähnt. Eine wesentlich ältere Zeitebene vertritt die Fundstelle Solheide bei Thommen: Sie umfasst keltische Hügelgräber aus der Eisenzeit um 500 v. Chr. Die Urkunden und die Hügelgräber stehen damit für verschiedene Arten historischer Zeugnisse – schriftliche Erwähnungen einerseits und archäologische Spuren andererseits.
In der Nähe von Thommen befand sich am Fuß des Hügels unterhalb der Mühle, an der Stelle Schlossgarten, eine fränkische Villa oder ein Palast. Eine weitere historische Linie ist die bedeutende Römerstraße von Ivoix, auch Epoissus genannt, in Richtung Köln, die durch Thommen und St. Vith verlief. Ein konkreter benannter Punkt ist das Prozessionskreuz am Schnittpunkt Oudler–Thommen, das auch Reuländer Kreuz heißt. Zusammen bieten diese Hinweise verschiedene Ansatzpunkte, um Thommens Geschichte einzuordnen, ohne sie auf eine einzelne Epoche zu beschränken.
Thommer Weiher und Naturschutzgebiet
Der Thommer Weiher wurde als Mühlenteich für die nahe gelegene Thommer Mühle angelegt. Zugleich liegt er in einem Natura-2000-Schutzgebiet und weist eine hohe biologische Vielfalt auf. So lässt sich der Weiher sowohl als Element der historischen Mühlennutzung als auch im Zusammenhang mit Natur und Schutzgebieten betrachten.
Das Naturschutzgebiet Thommen ist teilweise in das Natura-2000-Gebiet „Vallée de l'Ulf“ und in ein Gebiet von großem biologischem Interesse einbezogen. Zu den bemerkenswerten Lebensräumen dort gehören Feuchtwiesen, saure Niedermoore, auentypische Hochstaudenfluren, submontane und montane Mähwiesen sowie feuchte Gehölze. Die Vielfalt reicht damit von offenen, feuchten Flächen bis zu Gehölzlebensräumen. Für Naturinteressierte ist diese Bandbreite der zentrale Unterschied zu einem Besuch, bei dem die Kirche oder die historischen Zeugnisse im Vordergrund stehen.
Besuch des Naturschutzgebiets planen
Der Zugang zum Naturschutzgebiet Thommen setzt eine vorherige Genehmigung durch den Verwalter voraus. Wenn Sie einen Besuch planen, holen Sie diese Genehmigung vorab ein. Diese Voraussetzung gehört zur Reiseplanung für das Schutzgebiet; die genannten Lebensräume und ihre Einordnung ersetzen sie nicht. Für Ihre Entscheidung, welche Themen Sie in Thommen verfolgen möchten, stehen daneben die Kirche, die historischen Spuren und der Weiher mit seiner Verbindung von Mühlennutzung und biologischer Vielfalt.
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