Kapellen vereint ausgedehnte Naturflächen mit einer vielfältigen Geschichte und Kunst. Für die Reiseplanung lohnt sich der Blick auf die unterschiedlichen Schwerpunkte: In De Uitlegger prägen Wasser, Rhododendren und Routen das Naturerlebnis; im Mastenbos treffen Wald, Heide und ein historischer Weg aufeinander. Bauwerke, geschützte Ortsbilder und Kunstwerke ergänzen die Entdeckungen im Ort und in Hoogboom.
Naturgebiete und Wanderwege
De Uitlegger ist etwa 88 Hektar groß und liegt an der Grenze zwischen Kapellen und Brasschaat. Der Eingang auf Kapellener Seite befindet sich an der Heidestraat-Zuid. Der Antitankgracht durchquert das Gebiet und schafft einen besonderen Lebensraum für zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen. Wander- und Fahrradrouten winden sich zwischen Rhododendren und rund um den großen Teich. Graben und Teich geben De Uitlegger eine andere Prägung als dem Mastenbos, dessen Landschaft aus mehreren Lebensräumen besteht.
Das Mastenbos umfasst etwa 178 Hektar mit Wald, sandigen Heideflächen, rauen Grasflächen und Baumalleen ehemaliger Landschaftsparks. Das Heideflächenmanagement kommt dem seltenen Ziegenmelker zugute. Wer die verschiedenen Naturgebiete Kapellens betrachtet, findet auch bei Ertbrandbos und Fort Ertbrand eine eigene Kombination: Zusammen bilden sie ein 90 Hektar großes Wald- und Naturgebiet, das die Waldgebiete von Brasschaat und Kapellen mit dem Grenspark Kalmthoutse Heide verbindet.
Kapellen verfügt über neun kommunale Wanderwege mit einer Gesamtlänge von etwa 60 Kilometern. Am Fort Ertbrand führen zwei Wanderschleifen am Ringgraben entlang und erschließen Bereiche der Natur und des militärischen Erbes. Im Mastenbos bewahrt der Loopgravenpad eine noch sehr vollständige deutsche Schützengrabenlinie aus dem Jahr 1917 mit zahlreichen Bunkern. Die unterschiedlichen Wege und Orte stellen jeweils andere Aspekte in den Mittelpunkt: Landschaft, Naturlebensräume oder Geschichte.
Geschichte und geschützte Ortsbilder
De Oude Pastorij ist ein Gebäude aus dem 18. Jahrhundert. Es wurde 1775 als Zufluchtshaus für die Bernardinerpatres aus Hemiksem erbaut. Eine andere Baugeschichte hat das Erfgoedcentrum Hoeve Van Paesschen: Es befindet sich in einem historischen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, das 2011 und 2012 umfassend renoviert wurde.
In Hoogboom stehen die Sint-Jozefkerk und ihr gesamtes Umfeld unter Schutz. Dazu gehören der Kirchenplatz, der Friedhof und der Dorfkern; gemeinsam sind sie seit 1976 als Dorfansicht des 19. Jahrhunderts geschützt. Auch die Sint-Jacobuskerk gehört zum kirchlichen Erbe Kapellens. Der Ort liegt an der Pilgerroute nach Santiago de Compostela, deren Ziel das Grab des heiligen Jakobus des Älteren ist.
Militärgeschichte lässt sich ebenfalls in die Wahl der Besuche einbeziehen: Die Bunker und die Schützengrabenlinie im Mastenbos erzählen von der Anlage aus dem Jahr 1917. Am Fort Ertbrand stehen dagegen der Ringgraben, Natur und militärisches Erbe im Zusammenhang. Die Orte bieten so unterschiedliche Zugänge zur Geschichte, ohne dass dafür ein einheitlicher Rundgang vorausgesetzt werden muss.
Kunst, Festtag und regionale Spezialität
Die Poort van Kapellen ist ein Kunstwerk aus vier ineinandergreifenden Toren aus rostfreiem Stahl. Offiziell eingeweiht wurde es am 5. Februar 2006. Die Smoldersklok fällt durch ihre Maße auf: Das Kunstwerk ist 3,5 Meter hoch, wiegt mehr als 1,5 Tonnen und besteht aus 30.000 Einzelteilen.
Der heilige Jakobus wird in Kapellen jährlich am 25. Juli gefeiert; dieser Festtag bestimmt bis heute den Termin der jährlichen Kirmes. Damit ist der Kalendertag zugleich ein Hinweis auf die örtliche Tradition und auf den Namen der Sint-Jacobuskerk.
Ein kulinarischer Hinweis führt nach Putte: Putse Janhagel ist ein handwerklich hergestelltes, geriffeltes Spekulatiusgebäck mit Zimt, Honig und Mandeln. Das Rezept wird seit mehr als 130 Jahren geheim gehalten. Erhältlich ist das Gebäck ausschließlich bei der Bäckerei De Schutter in der Puttestraat in Putte.
Besuche praktisch einordnen
Das Fort Ertbrand ist ausschließlich in Begleitung eines ausgebildeten Fort- und Fledermausführers von Natuurpunt zugänglich. Von Ende September bis Ende März ist es wegen der Überwinterungszeit der Fledermäuse unzugänglich; im Frühling und Sommer sind geführte Besuche möglich. Da sich saisonale Regelungen ändern können, klären Sie die Bedingungen vorab.
Für das Loopgravenpad sind Besuche an sieben Tagen pro Woche und ganzjährig vorgesehen, ausgenommen nach starken Regenfällen. Prüfen Sie vor Ihrem Besuch die aktuelle Zugänglichkeit. Toerisme Kapellen bietet die Möglichkeit, einen qualifizierten Führer für das historische Kapellen, ein Naturgebiet oder historisches Kulturerbe zu buchen; das konkrete geführte Angebot sollten Sie vor der Buchung prüfen. Bei Spoorfietsen führt eine fünf Kilometer lange Fahrt mit der Draisine bis Kamp Noord in Brasschaat.
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