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Merksplas lässt sich über zwei besondere Seiten erschließen: die kulturhistorische Anlage Merksplas-Kolonie und eine abwechslungsreiche Landschaft mit Gärten, Waldresten und Wegen. Die Kolonie ist nicht nur durch ihre Gebäude geprägt: Alleen, Felder und der weitgehend erhaltene Ringgraben machen auch die Gestaltung des Geländes zum Thema. Daneben setzen ein Gefängnismuseum, einzelne historische Bauwerke und verschiedene Wege eigene Akzente für Ihre Besuchsplanung.

Merksplas-Kolonie: Landschaft und Geschichte

In Flandern gilt Merksplas-Kolonie als einzigartiges und unversehrtes Beispiel für die Anlage und Gestaltung einer „unfreien“ Wohltätigkeitskolonie. Als Landschaft ist das Gebiet seit dem 29. Juni 1999 geschützt. Die geschützte Landschaft umfasst biologisch wertvolle bis sehr wertvolle Wälder, Heideüberreste und Moorgebiete. Ihr rasterförmiges Alleenmuster wechselt mit Äckern, Weiden, Wäldern und Lehmgruben. So gehören Natur- und Kulturerbe hier zum selben Landschaftsbild, ohne dass die einzelnen Bereiche ihre eigene Prägung verlieren. Der historische Ringgraben ist noch weitgehend erhalten und bildet ein weiteres markantes Element dieser Anlage.

Historische Gebäude und Museum

Die Grote Hoeve ist ein Bauernhofkomplex aus vierzehn Gebäuden. Sie wurde 1880 im Stil einer Klosterarchitektur errichtet und ist seit 1999 als Denkmal geschützt. Ein anderes Zeitzeugnis ist das Pannenhuis aus dem Jahr 1654, das älteste Gebäude in Merksplas. Die Landloperskapel entstand Ende des 19. Jahrhunderts nach einem Entwurf des Architekten Victor Besme. Beachten Sie bei Ihrer Planung: Ein Besuch des Kapelleninneren ist am Besuchstag nicht garantiert. Von drei Mühlen in Merksplas ist der Mühlenrest der Moermolen der einzige erhaltene.

Das Gevangenismuseum Merksplas ist das einzige Museum in Belgien, das die Geschichte der Bestrafung vom Mittelalter bis zur Gegenwart vermittelt. Inhaltlich geht es sowohl um die Geschichte des belgischen Gefängniswesens als auch um das Leben in den ehemaligen Landloperskolonien von Merksplas und Wortel. Einzelbesucher können das Museum samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr besuchen. Gruppen können unter der Woche jederzeit einen geführten Besuch reservieren. Prüfen Sie die Besuchszeiten vor der Anreise noch einmal. Das Besucherzentrum Kolonie 5-7 ist kostenlos zugänglich und rollstuhlgerecht.

Wege, Park und Garten

Die geführte Koloniewandeling 5-7 ist ein 3 Kilometer langer, rollstuhlgerechter kulturhistorischer Spaziergang entlang restaurierter Gebäude und Alleen in Merksplas-Kolonie. Wenn Sie diese Runde einplanen möchten, prüfen Sie vorab ihre Verfügbarkeit und die Buchungsmodalitäten. Merksplas gehört außerdem zum Wandernetzwerk „Kempense Kolonies“. Jährlich finden die Kerstwandelingen von Mitte Dezember bis ungefähr zum 6. Januar statt. Diese saisonalen Spaziergänge setzen einen anderen zeitlichen Akzent als der Plantentuin De Kleine Boerderij Merksplas: Der Garten kann ganzjährig besucht werden, und von seinen vielfältigen Pflanzensammlungen stehen stets einige in Blüte.

Auch einzelne Naturorte bieten einen eigenen Schwerpunkt. Het Moer ist ein Rest eines Sumpfgebiets und beherbergt einen Bruchwald. Carons Hofke ist ein Gemeindepark, zu dem zwei monumentale Buchenalleen führen. Im Park lädt der Belevingspad dazu ein, die Natur mit spielerischen, die Sinne anregenden Elementen zu entdecken; seine 15 Stationen sind über den Park verteilt. So können Sie bei Ihrer Auswahl zwischen einem historischen Spaziergang, einem Naturerlebnis im Park und einem Besuch im Garten unterschiedliche Themen in den Vordergrund stellen.

Weitere Routen in Merksplas

In Merksplas und den benachbarten Gemeinden gibt es thematische Fahrradrouten wie die Landlopersroute und die Kolonieroute sowie eine Mountainbike-Route. Planen Sie eine dieser Strecken, informieren Sie sich vor der Abfahrt über die jeweiligen Routenbedingungen. Für Reiten und Fahren umfasst das Netzwerk Taxandria 190 Kilometer und durchquert auch Hoogstraten und Merksplas. Diese Netzwerke bieten verschiedene Arten, die Gegend zu erkunden; ihre Länge oder Bezeichnung sagt jedoch nichts über die aktuellen Bedingungen einer einzelnen Route aus.

Weitere Reiseziele entdecken: Herentals, Retie, Eindhout, Rijmenam, Antwerpen, Geel, Bornem, Mechelen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Provinz Antwerpen.

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