Brüssel lässt sich über Plätze, Baukunst und Ausstellungen erschließen, die ganz unterschiedliche Kapitel aufgreifen. Die Grand-Place steht für die Geschichte der Stadt als Handelsplatz; Museen widmen sich der europäischen Integration, der Zeitgeschichte und den Naturwissenschaften. Für die Planung einer Kulturreise hilft es, diese Themen nach den eigenen Interessen zu gewichten: Soll Architektur im Mittelpunkt stehen, die Geschichte Europas oder ein Besuch mit Schwerpunkt auf Natur und Wissenschaft?
Grand-Place und Rathaus: Architektur und Stadtgeschichte
Die Grand-Place ist ein gepflasterter, rechteckiger Marktplatz, dessen früheste Erwähnungen bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Sie gilt als außergewöhnliches und besonders gelungenes Beispiel für die eklektische Verbindung architektonischer und künstlerischer Stile der westlichen Kultur. Zugleich bezeugt sie besonders die Erfolge Brüssels als Handelsstadt im Norden Europas auf dem Höhepunkt ihres Wohlstands. Der Platz verbindet damit einen konkreten Ort mit der Handelsgeschichte der Stadt und einer bemerkenswerten architektonischen Vielfalt.
Das Brüsseler Rathaus setzt einen eigenen architektonischen Akzent: Es wurde im 15. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut. Im Inneren befinden sich Brüsseler Wandteppiche aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert, gotische Holzvertäfelungen, Wappen ehemaliger Zünfte und Gemälde aus den Sammlungen des Stadtmuseums. Wer sich für Baugeschichte interessiert, kann so den gotischen Stil des Gebäudes gedanklich von den unterschiedlichen historischen Elementen seiner Ausstattung unterscheiden.
Europäische Geschichte in unterschiedlichen Formaten
Das Parlamentarium vermittelt die europäische Integration und das Europäische Parlament auf einem interaktiven Multimedia-Rundgang. Das Haus der Europäischen Geschichte setzt einen breiteren historischen Schwerpunkt: Seine Dauerausstellung behandelt den Mythos der Göttin Europa, die antiken Wurzeln Europas und das gemeinsame Erbe europäischer Traditionen. Dazu kommen Europas Weg zur Moderne im 19. Jahrhundert und der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein Multimedia-Guide steht in 24 Sprachen bereit. Die beiden Angebote setzen somit unterschiedliche Akzente: Hier stehen Integration und Parlament im Mittelpunkt, dort lange historische Entwicklungen und gemeinsame Traditionen.
Das Haus der Europäischen Geschichte bietet außerdem besondere Aktivitäten und Entdeckungsbereiche für Familien, in denen Kinder die Geschichte Europas verstehen können. Für aktuelle Besucherinformationen zum Parlamentarium, zum Haus der Europäischen Geschichte und zu den weiteren genannten Museen empfiehlt es sich, vor der Reise die jeweiligen Angaben zu prüfen; insbesondere bei Besucherprogrammen können die Details für die eigene Planung wichtig sein.
Naturwissenschaften und Dinosaurier
Das Institut für Naturwissenschaften beherbergt Europas größte Dinosauriergalerie. Zu sehen sind dort die Iguanodons von Bernissart, T. rex, Triceratops, Diplodocus und 34 weitere Arten. Ergänzt wird die Dinosauriergalerie durch unterschiedliche Themenbereiche: Die Galerie de l’Homme behandelt die menschliche Evolution und die Funktionsweise des menschlichen Körpers; hinzu kommen die Galerie de l’Évolution, BiodiverCITY, die Salle des Mosasaures und die Salle des Minéraux. Wer zwischen diesen Schwerpunkten wählt, kann den Besuch eher auf prähistorische Tiere oder auf Evolution, den menschlichen Körper und weitere naturwissenschaftliche Themen ausrichten.
Gärten, Triumphbogen und Ausblick
Der Parc du Cinquantenaire ist ein Ensemble französischer Gärten und eine historische Stätte mit Denkmälern, Skulpturen und Museen. Der Park wird von einem Triumphbogen mit drei Arkaden beherrscht; darüber thront ein bronzener Quadriga-Wagen. Zum Ensemble gehört außerdem ein Panorama mit eindrucksvollem Blick auf die Hauptstadt. Gärten, historische Bauwerke und der Blick über die Stadt bilden hier verschiedene Aspekte eines Besuchs, ohne dass der Park auf ein einziges Thema reduziert wird.
Bierkultur und praktische Orientierung
Belgian Beer World verbindet Biergeschichte und Herstellung mit einer Führung, die auch einen Test zur Ermittlung des bevorzugten Bieres umfasst. Eine Verkostung in der Skybar gehört ebenfalls dazu. Mit einem Ticket erhält man im Rooftop The Beerlab ein Glas mit 33 cl sowie eine Verkostung während des Besuchs. Für die Orientierung vor Ort ist auch die Metrostation Bourse relevant: Sie liegt direkt vor Belgian Beer World. Wenn Biergeschichte oder eine Verkostung zu den eigenen Reiseinteressen zählen, lassen sich hier inhaltlicher Schwerpunkt und Anreiseinformation zusammen betrachten.
Weitere Reiseziele entdecken: Etterbeek, Anderlecht, Saint-Josse-Ten-Noode/Sint-Joost-Ten-Node, Ganshoren, Ixelles/Elsene, Uccle/Ukkel, Schaerbeek/Schaarbeek, Saint-Gilles/Sint-Gillis.
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