Die Honghe-Hani-Reisterrassen staffeln sich von den Ailao-Bergen bis zu den Ufern des Hong-Flusses. Die Kulturlandschaft im Süden Yunnans erstreckt sich über 16.603 Hektar. Schon dieser weite Blick auf terrassierte Hänge zeigt, wie unverwechselbar eine Landschaft wirken kann. Andere Teile Yunnans prägen ganz andere Formen: tiefe Flussschluchten, tropische Wälder, Karst und alte Kulturlandschaften.
Zwischen Flussschluchten und Tropenwald
Im gebirgigen Nordwesten Yunnans liegen die Schutzgebiete der Drei Parallelflüsse. Sie umfassen die Oberläufe von Jangtse, Mekong und Saluen – der Jangtse heißt hier auch Jinsha. Tief eingeschnittene Flussschluchten, üppige Wälder, schneebedeckte Berge und Gletscher gehören ebenso zu diesem Schutzgebiet wie alpiner Karst, Danxia-Landformen, Seen und Wiesen. Das Gebiet könnte zu den artenreichsten gemäßigten Regionen der Welt zählen. Die Vielfalt der Landschaftsformen macht diesen Teil Yunnans zu einem besonderen Ziel für alle, die sich für Natur und unterschiedliche Lebensräume interessieren.
Am anderen Ende des Landschaftsspektrums steht das Xishuangbanna-Biosphärenreservat an der Südwestspitze Yunnans. Im oberen Mekongbecken grenzt es im Osten an Laos und im Westen an Myanmar. Es umfasst Chinas größten und umfassendsten tropischen Wald. Fünf geografisch getrennte Teilreservate dienen dem Schutz tropischer Waldökosysteme und seltener Wildtiere. So unterscheiden sich die beschriebenen Naturräume nicht nur durch ihre Formen, sondern auch durch die Ökosysteme, die sie bewahren.
Teelandschaften und gewachsene Kultur
Die Kulturlandschaft der alten Teewälder am Jingmai-Berg liegt in der Gemeinde Huimin in der Stadt Pu’er, Provinz Yunnan. Über mehr als tausend Jahre wurde sie von den Blang und Dai nach traditionellen Praktiken entwickelt, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen. Zum Teeproduktionsgebiet gehören alte Teehainen, Teeplantagen, Wälder und traditionelle Dörfer. Tee erscheint hier nicht als einzelner Punkt auf der Karte, sondern als Teil einer Kulturlandschaft, in der Anbauflächen, Wald und Dörfer gemeinsam das Bild prägen.
Auch die Altstadt von Lijiang erzählt von einer langen kulturellen Entwicklung. Sie wurde 1997 als UNESCO-Welterbestätte eingetragen und bewahrt ein historisches Stadtbild von hoher Qualität und Authentizität. Ihre Architektur verbindet Elemente mehrerer Kulturen, die über Jahrhunderte zusammengekommen sind. Wer auf Reisen gern Bauformen und historische Stadtbilder betrachtet, findet hier einen anderen Zugang zu Yunnans kultureller Vielfalt als in den Teelandschaften am Jingmai-Berg.
Karst und Erdgeschichte
Der Shilin UNESCO Global Geopark ist Teil des Yunnan-Karstplateaus und umfasst den Major Stone Forest. Ein weiterer natürlicher Karstsee ist der Changhu-See. An ihm finden traditionelle Feste statt; zugleich eignet er sich als Picknickplatz. Beide Beispiele zeigen, wie Karst in Yunnan sowohl eine prägende Landschaftsform als auch den Rahmen für unterschiedliche Besuchserlebnisse bildet.
Eine andere Art, die Erdgeschichte zu entdecken, bietet die Chengjiang-Fossilstätte. Sie liegt in Yunnan und vollständig innerhalb eines chinesischen Nationalen Geoparks. Ihre Gesteine und Fossilien bewahren einen außergewöhnlich gut erhaltenen Befund, der die rasche Diversifizierung des Lebens im frühen Kambrium vor 530 Millionen Jahren bezeugt. Damit reicht der Blick weit über sichtbare Landschaftsformen hinaus bis zu einem bedeutenden Abschnitt der frühen Geschichte des Lebens.
Zu Fuß oder mit dem Rad bei Cangshan und Erhai
Das Landschaftsgebiet Cangshan und Erhai liegt im Westen Yunnans und umfasst 960 Quadratkilometer. Im Dali-Cangshan UNESCO Global Geopark können Besucher auf der Jade Belt Road wandern. Auf dem Erhai Ecological Corridor können sie zu Fuß gehen oder Rad fahren. Die beiden Angaben eröffnen unterschiedliche Möglichkeiten für die Bewegung im Gebiet: Wandern auf der Jade Belt Road, Gehen oder Radfahren auf dem Korridor.
Zur Orientierung am Cangshan gehört außerdem die Cangshan-Ximatan-Seilbahn. Ihre Strecke führt von der Tianlongbabu-Filmstadt über Qilongnüchi bis zum Gipfelbereich von Cangshan bei Ximatan. Zusammen mit den Wander- und Radfahrmöglichkeiten zeigt diese Route, wie vielfältig sich ein Aufenthalt mit Interesse an Landschaft und Bewegung gestalten kann.
Yunnan lässt sich so über klare Kontraste entdecken: von den Reisterrassen im Süden zu den Flusslandschaften im Nordwesten, von tropischen Schutzgebieten zu alten Teewäldern und von Karstformen zu einer Fossilstätte mit außergewöhnlichem erdgeschichtlichem Befund. Welche dieser Seiten im Mittelpunkt steht, hängt davon ab, ob Sie vor allem Landschaft, Natur, kulturelle Zusammenhänge oder Möglichkeiten zu Fuß und mit dem Rad suchen.
Weitere Reiseziele entdecken: Kunming, Haikou, Lijiang, Dali, Xishuangbanna, Baoshan, Dêqên, Pu'er, Yuxi, Dehong, Qujing, Honghe, Nujiang, Chuxiong, Lincang, Wenshan, Zhaotong.
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