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Stadtbild und Handelsgeschichte

Die Altstadt von Lijiang liegt auf der Lijiang-Ebene im Südwesten Yunnans in China, auf 2.400 Metern Höhe. Ihr hochwertiges, authentisches historisches Stadtbild verbindet Architekturelemente verschiedener Kulturen. Zur Altstadt gehören drei Bestandteile: Dayan einschließlich des Schwarzen-Drachen-Teichs sowie die Wohnviertel Baisha und Shuhe. Diese Gliederung macht deutlich, dass die Altstadt mehr als Dayan umfasst und auch die beiden Wohnviertel einschließt.

Seit dem 12. Jahrhundert war die Altstadt ein bedeutendes Warenverteilungszentrum für den Handel zwischen Sichuan, Yunnan und Tibet. Zugleich war sie ein Knotenpunkt, an dem die südliche Seidenstraße auf die alten Tee- und Pferdestraßen traf. Zusammen beschreiben diese Angaben zwei Seiten ihrer historischen Rolle: Lijiang verteilte Waren zwischen drei Gebieten und lag an einem Knotenpunkt benannter Fernhandelswege. Die Handelsgeschichte ergänzt damit das bauliche Stadtbild um eine überregionale Perspektive. Sie ordnet den Ort zeitlich ein, während die drei Teilgebiete seine räumliche Gliederung beschreiben.

Architektur, Naxi-Kultur und Handschriften

Das Mufu ist eines der kulturellen Wahrzeichen der Altstadt. Es wurde in der Ming-Zeit gegründet und bildet heute einen Gebäudekomplex aus einem hölzernen Torbogen, einem steinernen Torbogen, der Versammlungshalle, dem Wanjuan-Turm und der Hufa-Halle. Gründungszeit und Gebäudebestand bieten unterschiedliche Anhaltspunkte: Die Ming-Zeit ordnet Mufu historisch ein; die benannten Bauteile beschreiben seine Zusammensetzung.

Das ehemalige Wohnhaus von Fang Guoyu ist ein geschütztes Kulturdenkmal der Provinz Yunnan und ein repräsentatives Bauwerk mit Naxi-Architektur sowie Einflüssen anderer Kulturen. Die zehn Ausstellungsräume widmeten sich seinem Bildungsweg, dem Kunhao-Haoxue-Studio, der Architektur des Familienwohnsitzes, wissenschaftlichen Leistungen, Lehrtätigkeit und gesellschaftlichen Aktivitäten. Weitere Themen waren das Gedenken an ihn, die Erinnerung seiner Heimat, die Familienschule und die Eröffnungsgeschichte des Wohnhauses. Im Vergleich zum Mufu liegt der Schwerpunkt hier auf einem ehemaligen Wohnhaus und den mit Fang Guoyu verbundenen Themen, nicht auf einer Liste von Hallen und Torbögen.

Das Museum für die alten Naxi-Dongba-Handschriften befindet sich im Park am Schwarzen-Drachen-Teich. Eine Ausstellung zu den Handschriften verband Text- und Bildmaterial mit Originalgegenständen, Gemälden, Animationen sowie audiovisuellen Medien. Inhaltlich unterscheidet sich das Museum von den genannten Bauwerken: Hier stehen die Handschriften und verschiedene Arten ihrer Präsentation im Mittelpunkt, während Mufu und das ehemalige Wohnhaus über Architektur beschrieben werden.

Wasserwege im Stadtraum

Der Yulong Snow Mountain speist den Schwarzen-Drachen-Teich über Flüsse und Quellen. Vom Teich führen Wasserläufe in ein Netz aus Kanälen und Rinnen, das die Stadt versorgt. Diese Abfolge verbindet Landschaft und städtische Wasserversorgung: Zuflüsse vom Berg erreichen zunächst den Teich; von dort führen Wasserläufe in das innerstädtische Netz. Der Teich steht damit zwischen den Zuflüssen vom Yulong Snow Mountain und den Kanälen und Rinnen, die Lijiang versorgen. So ergänzt das Wassersystem die kulturellen Themen um einen konkreten Zusammenhang zwischen Gebirge, Teich und Stadt.

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