Am Zusammenfluss von Schlichem und Neckar verbindet Epfendorf Flusslandschaft mit thematischen Wegen und lokalen Bräuchen. Für Ihre Reiseplanung bieten sich unterschiedliche Schwerpunkte an: die geologische Besonderheit der Schlichemklamm, eine Wanderroute bis zur Schlichem-Mündung oder ein Weg mit Natur, Kultur und Spiritualität als Leitgedanken.
Schlichemklamm und Flusslandschaft
Bei Epfendorf hat sich die Schlichemklamm mehr als 70 Meter tief in die Muschelkalk- und Unterkeuper-Hochfläche eingeschnitten. Dabei sind zahlreiche Aufschlüsse an den Talhängen und im Bachbett entstanden. Die Schlichem führt nach einer gut 30 Kilometer langen Reise durch Jura, Keuper und Muschelkalk bei Epfendorf in den Neckar. Damit treffen hier ein markanter Einschnitt in die Hochfläche und der Endpunkt des Flusslaufs aufeinander.
Zwei Wege mit unterschiedlichem Schwerpunkt
Der Schlichemwanderweg führt von der Quelle in Tieringen bis zur Mündung der Schlichem in Epfendorf. Er ist 33 Kilometer lang und kann in Teilstrecken erkundet werden. Für die Planung ist die Unterscheidung zwischen Flusslauf und Wanderweg hilfreich: Die gut 30 Kilometer beziehen sich auf die Reise der Schlichem, die 33 Kilometer auf die Route. Sie beschreiben also unterschiedliche Strecken.
Eine andere thematische Ausrichtung hat der Besinnungsweg Epfendorf „Gedanken bergauf“. Seine zehn Stationen führen vom Neckar in der Epfendorfer Ortsmitte hinauf zur Marienkapelle. Natur, Kultur und Spiritualität geben dem Weg seine inhaltlichen Schwerpunkte. So können Sie zwischen einer längeren Route, die sich auch in Teilstrecken erkunden lässt, und einem Weg mit zehn thematisch angelegten Stationen unterscheiden, ohne eine nicht belegte Gehzeit oder Schwierigkeit vorauszusetzen.
Bräuche im Jahreslauf
Beim Osterbrunnen gehören von Kindern und Erwachsenen bemalte Eier und Grün zur Gestaltung. Sie werden über einer lebendigen Quelle zu einer Siegeskrone mit Palmkreuz angeordnet. Der Brauch verbindet so eine örtliche Tradition mit einem klar beschriebenen Motiv. Er bildet einen kulturellen Gegenpol zu den landschaftlichen und geologischen Themen rund um die Schlichem.
Bei der „Abendstunde im Advent“ bereiten sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene einmal wöchentlich mit Gebet, Gesang und Meditation auf die Ankunft Jesu vor. Die Tradition besteht seit über zehn Jahren. Wenn Sie einen konkreten Termin in Ihre Reiseplanung aufnehmen möchten, prüfen Sie vorab, wann die Abendstunde stattfindet.
Kulturthemen im übergeordneten Reiseziel Rottweil
Im übergeordneten Reiseziel Rottweil ergänzt ein eigener kulturhistorischer Schwerpunkt die Themen Epfendorfs. Das Salinenmuseum Unteres Bohrhaus zeigt die Siedesalzgewinnung in Originalgebäuden mit originalen Geräten, einem Wasserrad und zwei Solepumpen. Es erklärt die Geschichte und Bedeutung der ehemaligen Königlichen Saline Wilhelmshall, die als ältester Industriebetrieb Rottweils bezeichnet wird.
Im Dominikanermuseum führt die Abteilung „Römisches Rottweil – Arae Flaviae“ durch einen Tag im römischen Rottweil am 4. August 186 n. Chr.: vom Forum am Morgen über verschiedene öffentliche und private Termine bis zum Festmahl am Abend. Rekonstruktionen und interaktive Bereiche ergänzen die Ausstellung. Große und kleine Besucher können dort eine römische Wolltunika, ein Kettenhemd, Helm oder Schild eines römischen Soldaten sowie den Sattel eines römischen Reiters ausprobieren. Wenn gerade dieses Mitmachangebot für Ihre Planung wichtig ist, erkundigen Sie sich vorab, ob es aktuell möglich ist.
Entlang des Römerpfades in der Rottweiler Altstadt informieren Stelen über wichtige Punkte der ehemaligen römischen Stadt. Damit stehen in Rottweil mehrere unterschiedliche Zugänge zur Vergangenheit nebeneinander: die Geschichte der Saline, ein rekonstruierter römischer Alltag und Informationen zu Orten der ehemaligen römischen Stadt. Diese regionalen Kulturthemen sind Rottweil zugeordnet; die Schlichemklamm, die Wege und die beschriebenen Bräuche gehören zum Epfendorfer Schwerpunkt.
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