Wolfratshausen macht Stadtgeschichte und Flößerei auf unterschiedliche Weise erlebbar: im Museum, beim Rundgang durch die historische Innenstadt und auf thematischen Wegen. Dazu kommen die Johanni-Floßprozession und saisonale Passagierfloßfahrten. Für die Planung lohnt es sich, diese Angebote auseinanderzuhalten: Museum und Stadtrundgang setzen andere Schwerpunkte als Wege im Freien, während Floßfahrten an eine Saison und die Prozession an einen wiederkehrenden Termin gebunden ist.
Museum und historische Innenstadt
Das Museum Wolfratshausen vermittelt in neun Räumen auf fast 400 Quadratmetern die bewegte Geschichte der Flößerstadt. Zu den Dauerausstellungen gehören eine Taststation mit einem Relief-Bilderrahmen von Hermann Neuhaus, ein Stadtmodell und ein großer Zeitstrahl. Medienstationen befassen sich mit berühmten und ehemaligen Wolfratshauser Bürgerinnen und Bürgern sowie mit der Sicht heutiger Einwohnerinnen und Einwohner. So treffen räumliche Ansichten und persönliche Perspektiven auf unterschiedliche Formen der Geschichtsvermittlung. Prüfen Sie für aktuelle Besucherregelungen die offizielle Museumsseite.
Der Stadtrundgang durch die historische Innenstadt führt zu Gebäuden wie dem Humpelbräu und den Handwerkerhäusern; Schilder an den Häusern erläutern deren Geschichte. Zu den markanten Beispielen gehört die katholische Stadtpfarrkirche St. Andreas: Sie wurde 1484 erbaut und nach einem Brand 1626 wieder aufgebaut. Der Rundgang verbindet damit Bauwerke verschiedener Art, ohne dass ein einzelnes Gebäude für die gesamte Stadtgeschichte stehen muss.
Ein weiterer kultureller Bezug ist der kleine japanische Garten. Die Bürger der japanischen Patenstadt Iruma schenkten ihn Wolfratshausen zum 1000. Stadtgeburtstag als Zeichen der Freundschaft. Dieses Geschenk ergänzt die historischen Gebäude um eine andere Geschichte: Es erinnert an die Verbindung zwischen den beiden Städten und an den Anlass, zu dem der Garten gestiftet wurde.
Spaziergänge mit unterschiedlichen Themen
Der Panoramarundweg führt von historischen Anwesen der Altstadt in den Bergwald. Der Spaziergang „Kapellen und Kirchen“ nimmt einen anderen Schwerpunkt auf: Er führt zum bewaldeten Hang des Kalvarienbergs, wo sich ein Kreuzweg aus dem 18. Jahrhundert befindet. Auf dem Flößerpfad können Besucher Wissenswertes über Wolfratshausen und die Flößerei erfahren. Welche Route in die eigene Planung passt, hängt damit auch davon ab, ob Stadtgeschichte, religiöses Erbe oder das historische Handwerk im Vordergrund stehen soll.
Im übergeordneten Reiseziel Bad Tölz-Wolfratshausen beginnt der MeinBankerl-Weg in der Wolfratshauser Altstadt und führt zu Drehorten der Serie „Hubert und/ohne Staller“. Die längere Route ist etwa sechs Kilometer lang; eine verkürzte Variante umfasst etwa vier Kilometer.
Flößerei am Wasser und im Veranstaltungskalender
Die Johanni-Floßprozession begeht Wolfratshausen alle drei Jahre zu Ehren des Brückenheiligen St. Johannes Nepomuk. Wenn Sie die Prozession erleben möchten, prüfen Sie vorab die aktuellen Termine. Die Passagierfloßfahrten starten in Wolfratshausen-Weidach und führen auf Loisach und Isar nach München. Als tägliche Saison ist der Zeitraum vom 1. Mai bis Mitte September angegeben. Klären Sie vor der Planung die aktuelle Durchführung und Buchungsverfügbarkeit.
Auch am Kastenmühlwehr ist die Flößerei nicht das einzige Thema am Wasser: Die besondere Form der Fischtreppe ermöglicht Fischen, ihre Laichplätze zu erreichen.
Wenn die Reise über einen Spaziergang hinausgeht
Wolfratshausen ist Ausgangspunkt einer mehrtägigen Radrundtour, die an der Loisach flussaufwärts, um die Zugspitze und an der Isar flussabwärts zurück in die Flößerstadt führt. Damit unterscheidet sich die Tour deutlich von den Spaziergängen durch die Innenstadt oder in den Bergwald: Sie ist als mehrtägige Runde angelegt. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuellen Routenbedingungen.
Weitere Reiseziele entdecken: Sankt Heinrich, Wackersberg, Kochel Am See, Geretsried, Münsing, Sachsenkam, Benediktbeuern, Bad Heilbrunn.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bad Tölz-Wolfratshausen.