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Geretsried lässt sich über mehrere unterschiedliche Themen kennenlernen: Stadtgeschichte im Museum, Industriegeschichte entlang der Wege der Geschichte und an den Bunkerruinen, dazu Kunst, Sakralbauten und Moorlandschaft. Für die Planung ist vor allem der Unterschied zwischen den Themenwegen und den einzelnen Kulturorten hilfreich. Einige der genannten Orte liegen im Geretsrieder Ortsteil Gelting.

Stadtgeschichte und Kunst

Das Museum der Stadt Geretsried zeigt die Entwicklung von der Schwaige Geretsried bis zur Gemeindegründung 1950. Sein Themenbogen umfasst außerdem die Schrecken des nationalsozialistischen Regimes, die Rüstungsbetriebe DAG (Dynamit Aktiengesellschaft) und DSC (Deutsche Sprengchemie) sowie Flucht und Vertreibung und die alte Heimat der Vertriebenen. Stadtentwicklung und die Folgen der NS-Zeit stehen damit als unterschiedliche Aspekte der Geretsrieder Geschichte im selben Museum.

Die Stadtgalerie an der Elbestraße bietet auf rund 160 m² Raum für Kunstausstellungen, Vernissagen und kulturelle Veranstaltungen. Da die Ausstellungen wechseln, ist die Galerie eine andere Art Kulturangebot als die dauerhaft angelegten Themen des Stadtmuseums. Wer eine bestimmte Ausstellung sehen möchte, kann die aktuellen Termine vor dem Besuch prüfen.

Zwei Wege der Geschichte und eine Führung

Der nördliche Weg der Geschichte in Geretsried ist ein 10 Kilometer langer Rundweg mit 27 Stationen. Inhaltlich geht es um Rüstungsindustrie und Wiederaufbau nach 1945; Bilder, Pläne und Texte informieren an den Stationen über den jeweiligen Standort. Der Weg der Geschichte Gelting ist mit 14 Kilometern länger und umfasst 19 Stationen. Er beginnt am Dorfplatz in der Wolfratshauser Straße 2 in Gelting. Die Strecken unterscheiden sich also sowohl in der Länge als auch in der Zahl ihrer Stationen: Der Weg in Gelting ist länger, der nördliche Rundweg hat mehr Stationen.

Bei der Führung „Bunker im Wald“ werden Geschichte und Betriebsabläufe des Werks der Deutschen Sprengchemie anhand der Ruinen erläutert. Im Süden Geretsrieds sind gesprengte Bunkergebäude und unterirdische Gänge zu entdecken. Die Gänge sind aus Sicherheitsgründen nicht begehbar und werden bei der Führung erklärt. Prüfen Sie die Verfügbarkeit der Führung vorab beim Anbieter.

Bauwerke und Handwerk in Gelting

Die Barockkirche St. Benedikt in Gelting wurde von 1631 bis 1649 errichtet; ein Vorgängerbau in Gelting ist bereits 1315 belegt. In Geretsried befindet sich außerdem die Nikolauskapelle, ein achteckiger Bau mit Tuffsteinkuppel aus dem 18. Jahrhundert. Beide Bauwerke bieten konkrete Anknüpfungspunkte für einen Blick auf die Ortsgeschichte und unterschiedliche Formen sakraler Architektur.

Auch die historische Huf- und Wagenschmiede in Gelting gehört zu den handwerklichen Themen vor Ort. Sie öffnet jedes Jahr am zweiten Sonntag im September zum Tag des offenen Denkmals. Dabei demonstriert ein Schmiedemeister den Umgang mit Feuer und Eisen. Wenn Sie diesen Termin einplanen, prüfen Sie die Veranstaltungshinweise vor der Fahrt.

Moorlandschaft und Bewegung

Im Süden des Geretsrieder Gemeindegebiets liegen zwei Teilbereiche des Natura-2000-Gebiets Babenstubener Moore. Der Moorgebietskomplex erstreckt sich über Gemeindeflächen von Geretsried, Eurasburg und Königsdorf und ist für die voralpine Moränenlandschaft charakteristisch und besonders wertvoll. Die Moorflächen sind damit ein eigener Landschaftsaspekt neben den historischen und kulturellen Themen der Stadt.

Der Bewegungsparcours liegt im Geretsrieder Stadtwald und ist kostenlos und jederzeit öffentlich zugänglich. Eine weitere Möglichkeit, Geretsried in eine Route einzubeziehen, bietet der Jakobus-Radpilgerweg: Seit März 2025 verläuft er durch die Stadt. Der Karl-Lederer-Platz und die Petruskirche sind Stationen der Pilgerroute Passau–Lindau.

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