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Burgau liegt zwischen den Flüssen Mindel und Kammel. Eine hilfreiche Linie durch die Stadtgeschichte bilden Bauwerke aus verschiedenen Jahrhunderten: die hochmittelalterliche Burg, das Stadttor und Rathaus sowie Kapelle und Kirchen. Das Museum im Schloss ergänzt diese bauliche Perspektive um die Entwicklung der Stadt und die Lebensverhältnisse in einer Kleinstadt. Für einen kulturorientierten Aufenthalt bietet Burgau damit mehrere klar voneinander unterscheidbare historische Themen.

Von der Burg zum Marktort

Das Ensemble Altstadt Burgau entwickelte sich um eine hochmittelalterliche Burg, die 1147 erstmals erwähnt wurde. Gegen 1300 entstand um sie ein Marktort. Diese beiden Zeitangaben stehen für verschiedene Schritte: 1147 bezieht sich auf die erste Erwähnung der Burg; um 1300 beschreibt die Entstehung des Marktorts. So lässt sich der mittelalterliche Anfang Burgau als Abfolge von Burg und Marktort lesen.

Das Stadttor entstand in seiner heutigen Form 1614 und ist ein Wahrzeichen der Stadt. Das Alte Rathaus wurde 1709/11 nach Plänen von Valerian Brenner errichtet; sein Uhrtürmchen trägt eine Zwiebelhaube. Die Bezeichnung meint die zwiebelförmig ausladende Haubenform des Turms. Das Schloss wurde bis 1720 unter Verwendung mittelalterlicher Bauteile neu errichtet. An ihm treffen ältere Bauteile und eine spätere Bauphase zusammen.

Das Museum im Schloss

Im Schloss befindet sich heute das Heimatmuseum. Einzelne Räume dienen seit 1907 dem neu gegründeten Museum der Stadt Burgau. Auf mehr als 700 m² und über zwei Etagen präsentiert das Museum die Stadtgeschichte vom Mittelalter bis zur jüngsten Vergangenheit. Hinzu kommen die Lebensverhältnisse in einer Kleinstadt während der vergangenen 200 Jahre. Der thematische Zuschnitt verbindet damit einen weiten historischen Bogen mit einer sozialen Perspektive: Neben der Entwicklung des Ortes steht das kleinstädtische Leben im Mittelpunkt. Der weite Überblick vom Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit und der genauere Blick auf 200 Jahre Kleinstadtleben geben der Ausstellung zwei zeitliche Maßstäbe.

Kapellen und Kirchen aus verschiedenen Bauzeiten

Bei den Sakralbauten lassen sich Bauform, Ausstattung und Zeitstellung unterscheiden. Die Friedhofskapelle St. Leonhard in Burgau ist eine 1667/68 von Georg Kraus errichtete Chorturmkapelle mit Ausstattung. Bei einer Chorturmkapelle sitzt der Turm über dem Chorraum; der Name erklärt damit zugleich ein Merkmal des Gebäudes. Die Friedhofsmauer mit rundbogigen Torbögen entstand 1726, später als die Kapelle.

Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Burgau wurde 1789 erbaut. Langhaus und Chor entstanden 1788–90 nach Plänen von Kaspar Zengerle; die Kirche birgt seltene Fresken von J. Baptist Enderle und Konrad Huber.

Die evangelisch-lutherische Christuskirche gehört einer jüngeren Zeit an: Sie wurde 1957/58 errichtet, der freistehende Campanile folgte 1959. Ein Campanile ist ein freistehender Glockenturm; hier fallen die Bauzeiten von Kirchengebäude und Turm auf aufeinanderfolgende Jahre. Die religiösen Bauwerke gehören somit nicht zu einer einzigen Epoche: Sie reichen von der Friedhofskapelle des 17. Jahrhunderts bis zur Kirche und ihrem Turm in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

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