Bad Schachen ist der historische Ausgangspunkt der Bayerischen Riviera in Lindau. Entlang des Schachener Ufers entwickelte sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Villen- und Parklandschaft. Für die Wahl eines kulturorientierten Reiseziels bietet diese Verbindung einen klaren Schwerpunkt: Der Blick richtet sich sowohl auf den Landschaftsraum als auch auf die einzelnen Villen. Bad Schachen lässt sich so über zwei zusammengehörige Themen erfassen – die Entwicklung einer Uferlandschaft und die Baugeschichte der dortigen Häuser.
Villenlandschaft und Baustile
Zur Villenlandschaft gehören Villa Wacker, Rasteck, Seewarte, Tannhof, Daumer und Villa Elena. Gemeinsam veranschaulichen sie Neoklassizismus, italienisch beeinflusste Neorenaissance, Jugendstil und Heimatstil. Der Zeitraum 1870 bis 1910 bezieht sich auf diese architektonische Vielfalt; die Entwicklung der Bayerischen Riviera setzte bereits ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Die beiden Zeitperspektiven helfen, den Landschaftsrahmen von der stilistischen Bandbreite der einzelnen Villen zu unterscheiden. Wenn Sie sich bei der Wahl des Reiseziels besonders für Architektur interessieren, können Sie sich an dieser Vielfalt innerhalb des größeren historischen Zusammenhangs orientieren.
Der Gartenkulturpfad durch die Bayerische Riviera verbindet Grünräume, frei zugängliche Parks und Villengrundstücke; zu den genannten Orten gehört der Lindenhofpark. Damit ergänzt die Gartenkultur die Baugeschichte als eigener Blickwinkel auf die Landschaft.
Kultur im übergeordneten Reiseziel Lindau (Bodensee)
Im übergeordneten Reiseziel Lindau (Bodensee) stehen weitere Kulturthemen im Mittelpunkt. Der Cavazzen ist ein Bürgerhaus aus den Jahren 1729/30 auf der Lindauer Insel und wurde vom Schweizer Baumeister Jakob Grubenmann erbaut. Das Haus zum Cavazzen ist ein barockes Bürgerpalais mitten auf dem Lindauer Marktplatz. Seit 1930 beherbergt der Cavazzen das Stadtmuseum Lindau; das Cavazzen Museum bietet auch Kindern Einblicke in die Geschichte der Region.
Einen anderen historischen Schwerpunkt bildet die Ehemals Reichsstädtische Bibliothek Lindau. Sie wurde 1538 gegründet, umfasst rund 13.000 Bände aus der Frühen Neuzeit und ist die größte historische Rats- und Bürgerbibliothek am nördlichen Bodenseeufer. Das Bibliotheksmuseum Lindau befindet sich im Alten Rathaus und zeigt die Bibliothek.
Der klassische geführte Rundgang durch Lindau führt auf der Insel zu Stationen wie der Hafeneinfahrt mit dem bayerischen Löwen und dem Neuen Leuchtturm, dem Alten Rathaus mit seinen geschichtlichen Wandmalereien, der Maximilianstraße mit prächtigen Häusern, dem Diebsturm und der Peterskirche. Diese ist über 1.000 Jahre alt und eine der ältesten Kirchen am Bodensee. Die friedensräume in der Villa Lindenhof sind ein interaktives Forum, das dazu einlädt, sich sehend, hörend und fühlend mit Friedensthemen auseinanderzusetzen. Für Radfahrende ist die Panoramaradtour in Lindau eine weitere Option: Sie ist 26 Kilometer lang und führt zu sechs Aussichtspunkten am Bodensee. An der Gerberschanze auf der Lindauer Insel gibt es einen kleinen Steinstrand mit Treppenzugang zum Wasser.
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