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Unterreitnau verbindet die Geschichte der katholischen Pfarrkirche St. Urban und St. Silvester mit konkreten Routenbezügen. Die Panorama-Radrunde am Lindauer Bodensee führt durch den Ort; bei der Degersee-Badhüttentour ist ein möglicher Abstecher zur Kirche vorgesehen. So stehen für die Reiseplanung unterschiedliche Schwerpunkte zur Wahl: sakrale Bau- und Wallfahrtsgeschichte oder eine Radtour, die sich mit einem Kirchenbesuch verbinden lässt.

Pfarrkirche: Baugeschichte und Wallfahrt

Die katholische Pfarrkirche St. Urban und St. Silvester ist ein denkmalgeschütztes Gebäude. Ihr Turmunterbau stammt vermutlich aus dem 14. oder 15. Jahrhundert, Chor und Westwand des Langhauses vom Ende des 15. Jahrhunderts. Die Kirche dürfte vor dem Jahr 1400 entstanden sein und geht auf ein altes Prämonstratenserkloster zurück. 1690 wurde sie erweitert und um die Josephskapelle ergänzt.

Auch das Gnadenbild im Seitenaltar gehört zur Wallfahrtsgeschichte der Kirche. Es entstand vermutlich um 1420 und war Ziel zahlreicher Wallfahrten. Zusammen mit den verschiedenen Bauphasen ergibt sich eine Geschichte, die vom vermuteten mittelalterlichen Ursprung über spätmittelalterliche Bauteile bis zur Erweiterung im Jahr 1690 reicht. Wer sich für Kirchenbau interessiert, kann diese Zeitabschnitte als unterschiedliche Aspekte der Ortsgeschichte betrachten.

Weitere kirchengeschichtliche Stationen

Zur Geschichte Unterreitnaus gehört auch der Pestfriedhof an der heutigen Straße von Unterreitnau nach Bechtersweiler. Er wurde während der Pestepidemien des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) angelegt. In Unterreitnau waren 341 Menschen ums Leben gekommen, und nicht alle konnten auf dem Friedhof an der Pfarrkirche beigesetzt werden.

Im Umfeld von Unterreitnau gehört die kleine Michaelskapelle auf dem Taubenberg seit 1831 kirchlich zu Unterreitnau. Bruggach und Taubenberg hatten die kirchliche Loslösung von Wasserburg 1830 beantragt; König Ludwig I. genehmigte sie am 9. Juli 1831. Der Bezug zur Kapelle erweitert den Blick auf die kirchliche Geschichte über die Pfarrkirche hinaus.

Ein wiederkehrender Termin im örtlichen Kulturleben ist das Jahreskonzert der Musikkapelle Unterreitnau. Es findet immer am Vorabend des 1. Advents statt. Wenn Sie Ihre Reise mit dem Konzert verbinden möchten, prüfen Sie den konkreten Termin vorab.

Radrouten mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Die Panorama-Radrunde am Lindauer Bodensee führt über Hengnau und Rickatshofen nach Unterreitnau, von dort in Richtung Taubenberg und weiter nach Bodolz. Entlang der Strecke liegen Obstplantagen und Weinreben; in Unterreitnau kann man in einem Restaurant einkehren. Die Degersee-Badhüttentour bietet einen möglichen Abstecher zur Kirche. Bei der Wahl der Tour setzen die beiden Runden unterschiedliche Akzente: Die Panorama-Radrunde führt durch eine Folge von Orten und an Obstplantagen und Weinreben vorbei, während bei der Degersee-Badhüttentour der mögliche Kirchenabstecher im Mittelpunkt steht.

Kultur im übergeordneten Reiseziel Lindau (Bodensee)

Im übergeordneten Reiseziel Lindau (Bodensee) liegt ein weiterer Schwerpunkt auf städtischer Bau- und Sammlungsgeschichte. Der Cavazzen ist ein barockes Bürgerpalais mitten auf dem Lindauer Marktplatz. Das Bürgerhaus auf der Lindauer Insel wurde 1729/30 vom Schweizer Baumeister Jakob Grubenmann erbaut und beherbergt seit 1930 das Stadtmuseum Lindau.

Die Ehemals Reichsstädtische Bibliothek Lindau wurde 1538 gegründet und umfasst rund 13.000 Bände aus der Frühen Neuzeit. Sie ist die größte historische Rats- und Bürgerbibliothek am nördlichen Bodenseeufer. Das Bibliotheksmuseum Lindau befindet sich im Alten Rathaus und zeigt diese Bibliothek. Damit stehen im übergeordneten Reiseziel neben der kirchlichen Bau- und Wallfahrtsgeschichte Unterreitnaus auch eigenständige Themen der Lindauer Stadtgeschichte zur Orientierung.

Weitere Reiseziele entdecken: Reutin, Bad Schachen, Aeschach.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lindau.

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