Klingenberg am Main bietet mehrere Perspektiven auf Landschaft und Ortsgeschichte. In der Seltenbachschlucht wird der geologische Untergrund sichtbar; am oberen Ende liegt das Tonbergwerk Klingenberg. Weinbergterrassen und Clingenburg ergänzen diese Themen um Weinbau und mittelalterliche Geschichte. So reicht der Blick von den Sandsteinen bis zu den Formen, mit denen Menschen die Landschaft und ihre Rohstoffe genutzt haben.
Seltenbachschlucht: Sandstein im Blick
Die Seltenbachschlucht bei Klingenberg am Main ist eine der wenigen leicht zugänglichen Stellen, an denen Gesteine aus der Zeit des Mittleren Buntsandsteins aufgeschlossen sind. Sichtbar sind rote, gelbliche und weiß gestreifte Sandsteine, die stellenweise schräg geschichtet sind. Aufgeschlossen bedeutet, dass das Gestein zutage tritt. Farbe und Schichtung machen den geologischen Aufbau anschaulich: Der Blick richtet sich nicht nur auf die Schlucht als Landschaftsform, sondern auch auf die sichtbaren Gesteinsschichten. Für Reisende, die Natur und Erdgeschichte miteinander verbinden möchten, bietet dieser Ort einen klaren Schwerpunkt.
Vom Parkplatz am Winzerfestplatz erreichen Sie die Schlucht über die Rathausstraße und den Schluchteingang in etwa zehn Minuten zu Fuß. Da sich Parkmöglichkeiten ändern können, prüfen Sie die Parksituation vor der Anfahrt.
Tonabbau und Weinbaugeschichte
Am oberen Ende der Seltenbachschlucht liegt das Tonbergwerk Klingenberg. Der Tonabbau reicht bis ins Mittelalter zurück; die dort abgebauten Spezialtone sind besonders rein und hochwertig und weltweit gefragt. Neben den sichtbaren Gesteinen steht damit auch die Nutzung von Rohstoffen im Blick, der die Stadt ihren frühen Reichtum verdankte. Das Weinbau- und Heimatmuseum widmet sich ebenfalls dem Tonabbau. Es befindet sich in einer ehemaligen Brauerei aus dem Jahr 1840 und behandelt außerdem den Weinbau, dessen Tradition mehr als 700 Jahre zurückreicht. So treffen im Museum Ortsgeschichte, Weinbau und die Geschichte eines wichtigen Rohstoffs aufeinander.
Terrassenweinberge und terroir f Churfranken
Die denkmalgeschützten Weinbergsterrassen stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Das terroir f Churfranken liegt in den Terrassenweinbergen von Klingenberg am Main und Erlenbach am Main. Bei einem Besuch genießen Gäste den Rundumblick auf die Buntsandsteinsteillagen und die Flusslandschaft des Mains. Zugleich erhalten sie Einblicke in die aufwendige Bewirtschaftung der Terrassenweinberge. Aussicht und Arbeit an der Kulturlandschaft gehören hier zusammen: Die Weinberge sind nicht nur Kulisse, sondern auch Ergebnis einer anspruchsvollen Bewirtschaftung. Das terroir f bietet damit einen Ansatzpunkt für Gäste, die Landschaftsansicht und Weinbau gemeinsam betrachten möchten.
Clingenburg und Wanderwege
Die Ruine der Clingenburg prägt heute das Stadtbild von Klingenberg am Main. Sie wurde im 13. Jahrhundert durch die Reichsschenken Kaiser Friedrich Barbarossas erbaut. Von der Terrasse der Clingenburg bietet sich ein Ausblick auf das Maintal und den nahe gelegenen Odenwald. Darüber hinaus ist die Ruine ein geeigneter Ausgangspunkt für Wanderungen durch die Weinberge und zum Aussichtsturm. Der Terrassenblick und die Wanderwege setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Aussicht auf Maintal und Odenwald einerseits, Bewegung durch die Weinberge oder zum Aussichtsturm andererseits.
Als weitere örtliche Wanderoption gehört der Esskastanien-Lehrpfad zu den vorbildlich markierten Ortswanderwegen. Damit stehen neben den von der Clingenburg aus möglichen Wanderungen auch die markierten Wege in Klingenberg als eigener Aspekt für die Planung zur Verfügung.
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