Schloss Schwindegg vereint einen geschlossenen Vierflügelbau mit einem sogenannten Vorschloss und einem geschützten Ensemble aus früheren Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Ein kurzer Spaziergang erschließt die Anlage. So lassen sich Architekturgeschichte und ein konkreter Weg am Schloss in die Beschäftigung mit Schwindegg einbeziehen.
Schloss Schwindegg und seine Bauphasen
Der geschlossene Vierflügelbau von Schloss Schwindegg wurde von 1594 bis 1620 auf älterer Grundlage errichtet. Zu seiner Gestalt gehören Ecktürme und ein Torturm.
Zum Schloss gehört außerdem das sogenannte Vorschloss mit zwei Stalltrakten aus der Zeit um 1750. Direkt um das Schloss stehen stattliche ehemalige Wohn- oder Wirtschaftsgebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert; sie gehören zum geschützten Schlossensemble. Wer sich für historische Architektur interessiert, kann diese Merkmale als unterschiedliche Facetten des Ensembles einordnen.
Ein kurzer Spaziergang am Schlossensemble
Der kurze Spaziergang führt von der ehemaligen Schlossgaststätte, dem heutigen Bürgerhaus, nach Süden entlang der Goldach. Anschließend verläuft er um das Pflegeheim des Collegium Augustinum herum und auf dem Gehweg entlang der Rimbachstraße zurück. Die Folge der Orientierungspunkte macht den beschriebenen Weg konkret: erst die Goldach nach Süden, dann die Runde um das Pflegeheim und schließlich der Rückweg an der Rimbachstraße. Damit kommt zum Blick auf die Baugeschichte eine klar umrissene Route hinzu.
Historische Baukultur im übergeordneten Reiseziel Mühldorf Am Inn
Im übergeordneten Reiseziel Mühldorf Am Inn zeigt Mühldorf a. Inn einen eigenen städtischen Schwerpunkt. Der 500 Meter lange Stadtplatz ist von farbenprächtigen Fassaden im Inn-Salzach-Baustil geprägt. Auf dem Platz steht der Salzburger Hochbrunnen, ein Geschenk des Salzburger Fürsterzbischofs Johannes Ernst von Thun aus dem Jahr 1692. Am Eingang des Stadtplatzes befindet sich der Nagelschmiedturm, auch Münchener Tor genannt; er ist das älteste Gebäude der Stadt. Diese städtischen Baudenkmäler setzen einen anderen Akzent als das Schlossensemble in Schwindegg: Hier stehen Stadtplatz, Brunnen und Turm im Mittelpunkt, dort Schlossbau und geschützte Gebäude rund um die Anlage.
Eine weitere historische Perspektive bieten die beiden „Traidkästen“ Haberkasten und Kornkasten mit dem dazwischenliegenden Innenhof. Sie wurden im 15. Jahrhundert als Getreidespeicher errichtet; der Haberkasten wurde später zu einem Kulturzentrum umgebaut. Im Innenhof findet seit 1999 alljährlich in den ersten beiden Juliwochen das Sommerfestival statt. Die früheren Speicherbauten und ihre spätere Nutzung als Kulturzentrum zeigen unterschiedliche Kapitel der Baugeschichte. Wenn Sie das Festival in Ihre Planung einbeziehen, empfiehlt sich ein Blick auf die konkreten Veranstaltungstermine.
Auch die Ausstellungen im Geschichtszentrum und Museum Mühldorf a. Inn setzen eigene Schwerpunkte. Die Dauerausstellung „Alltag, Rüstung, Vernichtung“ behandelt die Geschichte des Landkreises Mühldorf in der Zeit des Nationalsozialismus. „Lebensader Inn“ stellt dar, wie Menschen mit dem Fluss gelebt haben und wie heute mit ihm umgegangen wird. Die beiden Themen führen von der Geschichte des Landkreises zu den unterschiedlichen Beziehungen zwischen Menschen und Fluss. Als weitere kulturelle Perspektive bietet das Jagdmus(s)eum Kotter eine schräge, humorvolle und zugleich kritische Auseinandersetzung mit der Jägerszene statt einer klassischen Trophäensammlung oder einer Wand voller Waffen.
Weitere Reiseziele entdecken: Aschau Am Inn, Heldenstein, Buchbach, Neumarkt-Sankt Veit, Reichertsheim, Gars Am Inn, Ampfing, Haag In Oberbayern
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