St. Anna erzählt in mehreren Bauphasen von Waals Geschichte; am Marktplatz treffen Schloss und Singoldbezug aufeinander, und an der Quelle beginnt ein Rundwanderweg. Zusammen geben diese Details einem Aufenthalt in Waal einen kulturellen und landschaftlichen Rahmen. Für Ihre Reiseplanung ergeben sich unterschiedliche Schwerpunkte: Architektur und Denkmalgeschichte, ein Markttermin oder ein Weg mit Start an der Singoldquelle.
St. Anna und der historische Altort
Die Pfarrkirche St. Anna stammt vermutlich aus dem 14. Jahrhundert. Von 1470 bis 1510 wurde sie umgebaut und erhielt eine dreischiffige Halle. „Dreischiffig“ bezeichnet die Gliederung eines Kirchenraums in drei Schiffe und hilft, den Umbau als räumliche Veränderung einzuordnen. Auch der Turm trägt eine spätere Bauphase: Er wurde in der Barockzeit erhöht. Die Glocke der Kirche stammt vom Innsbrucker Geschütz- und Glockengießer Gregor Löffler, der zwischen 1524 und 1544 in den Diensten der Freien Reichsstadt Augsburg stand. An St. Anna kommen so mehrere Zeitabschnitte zusammen: die wahrscheinliche Entstehung im 14. Jahrhundert, der Umbau von 1470 bis 1510 und die barocke Veränderung des Turms.
Auch der historische Altort ist ein eigener Bezugspunkt. Er ist als Ensemble Waal und als Bodendenkmal in der Denkmalliste des Landkreises Ostallgäu aufgeführt. Die Bezeichnungen verweisen auf zwei unterschiedliche Maßstäbe: St. Anna als einzelnes Bauwerk und der Altort als Ensemble sowie archäologisches Denkmal. Wenn Sie sich für Ortsgeschichte interessieren, ergänzen sich damit die Bauphasen der Kirche und die denkmalfachliche Einordnung des historischen Ortsbereichs.
Schloss, Marktplatz und Singold
Schloss Waal liegt neben dem Marktplatz und ist Wohnsitz des fürstlichen Hauses von der Leyen. In der Singold am Marktplatz dient eine Wassertretanlage vielen Familien als Zwischenstopp. So stehen an einem gemeinsamen Orientierungspunkt unterschiedliche Bezüge nebeneinander: der Wohnsitz des Hauses von der Leyen und ein Zwischenstopp am Wasser.
Die Singold entspringt in Waal. Der Ort liegt in einer flachen Senke an den Quellen des Flusses, am Rand der Allgäuer Landschaft. Auch der Waaler Rundwanderweg setzt an dieser Landschaftsmarke an: Er beginnt im Passionsspielort Waal an der Singoldquelle. Quelle und Wegstart geben dem Fluss damit zugleich eine geografische und eine praktische Rolle in der Ortsbeschreibung. Wenn Sie den Rundwanderweg einplanen, prüfen Sie vor dem Aufbruch die örtlichen Bedingungen.
Markt und Theater als Kulturtermine
Der Kunsthandwerkermarkt Waal wird mit großem Zuspruch besucht und ist weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Im Juli bietet er eine besondere Auswahl an kulinarischen Angeboten. Wenn der Markt Ihre Reisezeit mitbestimmt, prüfen Sie vor der Planung die konkreten Veranstaltungstermine.
Ein datierter Theaterbezug ist das Jahr 2023: Manfred Dempfs Stück „Für wen haltet ihr mich?“ wurde damals in Waal uraufgeführt. Im Passionstheater Waal besuchten insgesamt 8.300 Gäste 20 Vorstellungen. Diese Zahlen gehören zum Theatergeschehen des Jahres 2023. Die Premiere ergänzt damit die länger zurückreichende Baugeschichte von St. Anna um einen zeitlich klar eingeordneten Kulturmoment.
Im übergeordneten Reiseziel Ostallgäu
Im Ostallgäu reicht die Landschaftsperspektive über einzelne Ortsbezüge hinaus. Im Südwesten des Landkreises gehören die Berge zum Vilser Gebirge, im Südosten zum Ammergebirge. Die Hochplatte ist mit 2.082 Metern der höchste Berg des Ostallgäus. Einen anderen Landschaftsmaßstab bietet der Forggensee: Mit mehr als 15 km² ist er Bayerns fünftgrößter See und Deutschlands größter Stausee. Der Forggensee-Radrundweg führt rund um den See; die Forggensee-Schifffahrt bietet in der Sommersaison regelmäßig Touren an. Wenn Sie eine Schifffahrt einplanen, prüfen Sie vorab den aktuellen Fahrplan.
Weitere Reiseziele entdecken: Oberostendorf, Rieden am Forggensee, Buchloe, Eggenthal, Halblech, Germaringen, Nesselwang, Biessenhofen.
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