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Memmingen verbindet eine gut erhaltene Stadtmauer und historische Häuser mit einem Programm zur zeitgenössischen Kunst. Die Stadt bietet dafür unterschiedliche Anknüpfungspunkte – vom Schaubereich zur Reichsstadtgeschichte bis zu einer Radtour, die am Marktplatz beginnt.

Stadtmauer und Baugeschichte

Die kilometerlange, gut erhaltene Stadtmauer umgibt die Memminger Altstadt. Zu ihrer Geschichte gehören einst sieben Tore und 26 Türme; sie gilt als größtes Denkmal der Stadt. Tore, Türme und Mauer prägen auch die historischen Ansichten der Altstadt, die farbenfrohe Fassaden, prachtvolle Gebäude und ursprüngliche Handwerkerquartiere verbindet. Erhaltene oder restaurierte Bauteile stehen dabei neben der gewachsenen Stadtstruktur.

Am Siebendächerhaus lässt sich ein besonderer früherer Zweck ablesen: Gerber nutzten den Bau ursprünglich, um Leder und Felle auf dem Dachboden zu trocknen. Das Fachwerk stammt von 1601. Im Jahr 1945 wurde das Gebäude schwer beschädigt und anschließend wiederaufgebaut; heute gilt es als eines der Wahrzeichen Memmingens. Rathaus und Kramerzunft geben weitere zeitliche Bezugspunkte. Das Rathaus ist ein spätmittelalterlicher Bau von 1488, dessen Südfassade 1765 im Rokokostil gestaltet wurde. Die Kramerzunft ist seit 1478 ein Zunfthaus der Kramer. 1525 versammelten sich dort oberschwäbische Bauern; an diesem Ort wurden die Zwölf Artikel niedergeschrieben.

Museen und Gegenwartskunst

Die Memminger Museen liegen zentral in der Altstadt; ihre Gebäude und Sammlungen passen auf sinnfällige Weise zusammen. Im Stadtmuseum ermöglicht der Schaubereich „Leben in der Reichsstadt Memmingen“ eine erlebnishafte Begegnung mit der Geschichte der Stadt. Für Gegenwartskunst steht die MEWO Kunsthalle: Seit 2005 bietet sie ein entsprechendes Programm mit bis zu zehn Ausstellungen pro Jahr. Da sich Ausstellungstermine ändern können, lohnt es sich, vor dem Besuch das aktuelle Programm anzusehen.

Auch die Gebäude selbst erzählen von unterschiedlichen Nutzungen. Das Antonierhaus befindet sich in einer ehemaligen Spitalanlage des Antoniterordens aus dem 15. Jahrhundert und beherbergt heute die Stadtbibliothek sowie zwei Museen. Im Hermansbau, 1766 von Freiherr Benedikt von Herman als Stadtpalais erbaut, sind das Stadtmuseum und das Heimatmuseum Freudenthal/Altvater untergebracht; der Eintritt ist frei. So können Sie bei der Planung unterscheiden, ob Sie eine Begegnung mit Reichsstadtgeschichte, zeitgenössischer Kunst oder mehreren Sammlungen in historischen Gebäuden interessiert.

Altstadtwege und Führungen

Der Grüne Weg führt entlang der Stadtmauer durch verschiedene Parks und Grünanlagen. Er ist gut ausgeschildert und vermittelt Informationen zu den erhaltenen Toren und Türmen. Abseits der Fußgängerzone eignet sich der Weg auch für Familien mit Kindern und Bollerwagen. Eine andere Möglichkeit, die Altstadt zu erkunden, bietet der Rote Weg: Mit der kostenlosen Lauschtour-App wird er zum persönlichen Audioguide mit Informationen und Anekdoten der Stadtführerinnen. Prüfen Sie vor Ihrer Reise, ob die App verfügbar ist.

Bei den Turmführungen von St. Martin empfängt ein Turmführer die Gäste am Turmaufgang in der Zangmeisterstraße und erzählt beim Aufstieg Wissenswertes zur Geschichte des Turms. Bei schönem Wetter reicht der Ausblick bis zu den Alpen. Daneben werden thematische Stadtführungen in gruseligen, kulinarischen, historischen und kinderbezogenen Formaten angeboten, teils auch von der Stadtmauer aus. Die Termine der einzelnen Führungen variieren; informieren Sie sich daher vorab über die für Ihren Aufenthalt vorgesehenen Angebote.

Mit dem Rad und zur Anreise

Die Radtour „Landkultur und Flussgenuss“ startet und endet am Marktplatz. Sie ist 31,7 Kilometer lang und dauert etwa zwei Stunden. Die Strecke verläuft überwiegend auf gut befestigten Forst- und Wirtschaftswegen, ist als leicht eingestuft und eignet sich für Tourenrad, Trekkingrad und E-Bike. Diese Angaben helfen Ihnen, die Tour als eigenen Programmpunkt einzuplanen und sie mit den kürzeren Wegen durch die Stadt zu unterscheiden.

Das Tourismusportal stellt fünf individuelle Radtouren mit unterschiedlichen Längen, Tourencharakteren und Schwierigkeitsstufen vor. Wenn Sie verschiedene Radoptionen abwägen, bietet diese Auswahl mehr als eine Strecke, ohne dass alle Touren dieselbe Dauer oder denselben Anspruch haben. Für die Anreise mit der Bahn ist außerdem die Orientierung zwischen Bahnhof und Marktplatz konkret: Der Bahnhof liegt zentral in der Stadtmitte und der Marktplatz ist von dort in zehn Gehminuten erreichbar.

Weitere Reiseziele entdecken: Bad Wörishofen, Erkheim, Stetten, Babenhausen, Sontheim, Tussenhausen, Pfaffenhausen, Memmingerberg.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Unterallgäu.

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