In Nennslingen treffen markante Zeugnisse der Jura-Baugeschichte auf Wege durch das Anlautertal und über die Jurahochfläche. Das Jura-Bauernhaus am Marktplatz, die Pfarrkirche und ein Wohnhaus mit Schmiede erzählen auf unterschiedliche Weise von der Baugeschichte des Ortes. Für Bewegung im Freien bietet sich ein anderes Bild: ein ausgedehntes Netz an Wander- und Radwegen im Anlautertal und auf der Jurahochfläche.
Jura-Architektur und Geschichte im Ort
Das Jura-Bauernhaus ist ein Wohnstallhaus am nördlichen Rand des Marktplatzes. Sein Kern stammt aus dem 16. Jahrhundert; aus dieser Zeit sind Holzverbindungen des Dachwerks erhalten. Der Gebäudetyp und die erhaltenen Verbindungen setzen einen konkreten architektonischen Schwerpunkt, der sich von den historischen Erinnerungszeichen in der Pfarrkirche unterscheidet.
Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche Beatae Mariae Virginis besitzt an ihrer Südseite eine Grabkapelle der Schenken von Geyern. Dort befinden sich zahlreiche Epitaphien dieses niederen Adels. Wer sich für die Ortsgeschichte interessiert, kann so neben dem Bauernhaus auch ein kirchliches Zeugnis mit einer klar benannten Familiengeschichte in den Blick nehmen.
Ein weiterer baugeschichtlicher Bezugspunkt liegt in der Kellergasse 1: Das Wohnhaus mit Schmiede hat eine ältere Doppelhaushälfte, die vermutlich aus der Zeit kurz vor 1540 stammt. Die Datierungen des Hauses und des Jura-Bauernhauses sind unterschiedlich formuliert: Bei der älteren Haushälfte bleibt die zeitliche Einordnung ausdrücklich wahrscheinlich, während der Kern des Wohnstallhauses dem 16. Jahrhundert zugeordnet wird.
Ein eigenes Kunstwerk greift die Geschichte der Jurahäuser auf. Das verlorene Dorf besteht aus vier geschlossenen Häusern aus mattiertem Edelstahl im Maßstab 1:8. Es rekonstruiert abgebrochene Jurahäuser aus Biburg, Gersdorf, Wengen und Nennslingen, die das Ortsbild teilweise über Jahrhunderte prägten. Das Kunstwerk liegt geografisch zentral zwischen diesen vier Ortsteilen in der zugehörigen Gemeinde, nicht in Nennslingen selbst.
Wanderwege, Radtouren und Orientierung
Das reizvolle Anlautertal und die Jurahochfläche bei Nennslingen bieten ein ausgedehntes Netz an Rad- und Wanderwegen. Wer zwischen Radfahren und Wandern wählen möchte, kann sich zunächst am eigenen Vorhaben orientieren und Karten für das Umland nutzen. Die Tourist-Information in der Schmiedgasse 1 hält Karten für Wander- und Radwege sowie Flyer und Plakate zu aktuellen Veranstaltungen und weitere Informationen bereit.
Für eine sommerliche Badepause gibt es im näheren Umfeld des Reiseziels eine Möglichkeit am Bechthaler Weiher unterhalb der Burgruine. In der Ringstraße befindet sich außerdem ein Spielplatz mit Klettergerüst, Wippe, Schaukel, Schwingpferd und Karussell. Die Ausstattung eines Spielplatzes kann sich im Laufe der Zeit ändern.
Regionaler Kontext: Weißenburg-Gunzenhausen
Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eröffnet einen eigenen Blick auf römisches Erbe. Der Limes verläuft auf rund 40 Kilometern quer durch den Landkreis und ist dort seit 2005 UNESCO-Welterbe. In Weißenburg zeigt das RömerMuseum Deutschlands größten römischen Schatzfund und beherbergt das Zentrale Bayerische Limes-Informationszentrum. Auch das teilweise rekonstruierte Kastell Biriciana und die Römischen Thermen gehören zum römischen Erbe Weißenburgs. Im Landkreis zeugen zudem zahlreiche römische Wachtürme, Kastelle und Fragmente von Badeanlagen von dieser Geschichte.
Ein weiteres markantes Bauwerk der Region ist die alte ansbachische Hohenzollernfestung Wülzburg oberhalb von Weißenburg. Sie liegt auf der mit 630 Metern höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb und gilt als eindrucksvolles Denkmal des Renaissancefestungsbaus in Deutschland. Führungen werden von Mai bis Oktober witterungsbedingt angeboten; prüfen Sie vor der Reise die konkreten Termine.
Auch die regionalen Wege unterscheiden sich deutlich nach Fortbewegungsart und Länge. Der Wanderweg Via Biriciana führt entlang alter Römerstraßen zum Limes. Der Altmühltal-Panoramaweg verläuft auf 200 Kilometern entlang der Altmühl von Gunzenhausen nach Kelheim durch den Naturpark Altmühltal. Der Altmühltal-Radweg führt auf rund 160 Kilometern von Gunzenhausen bis Kelheim durch den Naturpark. Für eine Tour auf dem Wasser gibt es die knapp 120 Kilometer lange Bootwanderstrecke auf der Altmühl zwischen Gunzenhausen und Dietfurt/Töging; die Bedingungen können saisonal variieren.
Im Landkreis liegt außerdem der südliche Teil im Naturpark Altmühltal. Am Altmühlsee, nordwestlich von Gunzenhausen, sind Baden, Segeln und Surfen mögliche Aktivitäten; Bedingungen und örtliche Einschränkungen können variieren. Die rund 120 Hektar große Vogelinsel im Altmühlsee bietet ornithologische Führungen des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern. Prüfen Sie deren Verfügbarkeit vor der Reise.
Weitere Reiseziele entdecken
Weitere Reiseziele entdecken: Burgsalach, Bergen, Weißenburg in Bayern, Westheim, Höttingen, Pleinfeld, Pappenheim, Langenaltheim.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Weißenburg-Gunzenhausen.