Die Würzburger Residenz steht auf der UNESCO-Welterbeliste, während die Alte Mainbrücke Ausblicke auf Festung Marienberg, Käppele und Weinberge eröffnet. Dazu kommen Wege mit eigenem Charakter: ein Stationsweg zum Käppele und ein Wanderweg von St. Burkard zur Festung. So können Sie Kulturgeschichte, Weinlandschaft und Bewegung als unterschiedliche Schwerpunkte Ihres Aufenthalts betrachten.
Barocke Baukunst und fränkische Kunst
Die Würzburger Residenz wurde 1981 als drittes Bauwerk in Deutschland in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen; ihr UNESCO-Welterbestatus ist dauerhaft. Sie ist das Hauptwerk des süddeutschen Barocks und eines der bedeutendsten Schlösser Europas. Der Hofgarten der Residenz bezieht die Barockbastionen in seine Anlage ein und ist mit zahlreichen Gartenplastiken gestaltet. Schloss und Garten bieten damit unterschiedliche Blickwinkel auf die barocke Anlage.
Auch die Festung Marienberg prägt Würzburgs kulturelles Bild: Sie ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen und Zeugnis einer mehr als 1.000-jährigen Geschichte. Im barocken Zeughaus der Festung befindet sich das Museum für Franken. Seine Sammlung umfasst fränkische Kunstwerke, darunter Plastiken von Tilman Riemenschneider. Residenz und Festung stehen so für verschiedene Themen: die Architektur des süddeutschen Barocks und die Geschichte sowie Kunst Frankens.
Mainbrücke und Würzburger Wein
Von der Alten Mainbrücke aus bieten sich Ausblicke auf die Festung Marienberg, das Käppele und die Würzburger Weinberge. Die Brücke hat zugleich eine eigene Weintradition: Dort wird der lokale Brückenschoppen gepflegt. Zu ihrer Gestaltung gehören charakteristische, 4,5 Meter hohe barocke Heiligenfiguren, die um 1730 ergänzt wurden. Der Blick von der Brücke verbindet damit mehrere markante Würzburger Motive, während der Brückenschoppen den Wein als Teil der örtlichen Tradition aufgreift.
Nördlich der Würzburger Altstadt erstreckt sich die weltberühmte Weinlage Würzburger Stein muschelförmig entlang des Mains. Sie umfasst 85 Hektar und ist Deutschlands größte zusammenhängende Einzellage. Aus dem Würzburger Stein stammen Weine der Rebsorten Silvaner, Riesling und Weißer Burgunder. Bei geführten Steinwein-Wanderungen führen fachkundige Begleiter über gut befestigte Weinbergswege und erläutern den Weinanbau, das Handwerk des Winzers sowie die Weine vom Würzburger Steinberg. Die Führung setzt den Schwerpunkt damit auf Weinbau und Winzerhandwerk; die Aussicht von der Mainbrücke eröffnet eine andere Perspektive auf die Weinlandschaft.
Wege zum Käppele und zur Festung
Das Käppele ist zu Fuß über einen malerischen Stationsweg erreichbar. Entlang des Weges liegen 14 Kapellen mit lebensgroßen Figurengruppen von Peter Wagner. Auch die Baugeschichte der Wallfahrtskirche ist mit einem älteren Ort verbunden: Sie wurde von 1747 bis 1750 nach Plänen von Balthasar Neumann an eine bereits bestehende Gnadenkapelle angebaut. Stationsweg, Kapellen und Figurengruppen geben diesem Weg einen eigenen religiösen und künstlerischen Schwerpunkt.
Ein weiterer reizvoller Wanderweg führt von St. Burkard zur Festung Marienberg. Die Unterschiede zwischen den Wegen sind konkret: Der Stationsweg zum Käppele wird von seinen Kapellen und Figurengruppen geprägt; der Weg von St. Burkard führt zur Festung. Wer Wein zum Hauptthema machen möchte, findet mit der geführten Steinwein-Wanderung eine andere Möglichkeit, die Würzburger Weinlage kennenzulernen. So lassen sich Baukunst, sakrale Kunst, Festungsgeschichte und Weinbau nach den eigenen Interessen gewichten.
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