Der Brunnen „Balthasars Badewanne“ steht auf dem neu gestalteten Place de Vouvray und ist exakt auf den Balthasar-Neumann-Pavillon ausgerichtet. Dieses Detail gibt einen ersten Eindruck von Randersacker: Ortsgeschichte, Baukultur und Weinlandschaft begegnen sich hier in verschiedenen Formen. Wer den Aufenthalt planen möchte, kann zwischen historischen Bauwerken, Weinproben und Zeit am Main unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Baukultur aus mehreren Jahrhunderten
Der Balthasar-Neumann-Pavillon entstand um 1750 und ist bis heute in seinem ursprünglichen Bestand erhalten. Auch die Pfarrkirche St. Stephanus erzählt von Umbauten über die Zeit: Fürstbischof Julius Echter ließ sie im 16. Jahrhundert zu einer dreischiffigen Basilika erweitern. Gotik, Renaissance und Barock prägen ihre Stilelemente. Am Alten Rathausbogen fallen das Fachwerkobergeschoss und seine wechselnden historischen Funktionen auf. Bis Ende des 18. Jahrhunderts diente der Bogen als Sperrturm, später als Ratsstube.
Beim Zehnthof verbinden sich bauliche und weingeschichtliche Hinweise. Bis ins 19. Jahrhundert war die Anlage mit acht Volutengiebeln ausgestattet; am Torhaus befindet sich die älteste Weinzehnttafel Frankens aus dem Jahr 1332/33. Der Edelhof wiederum ist eine Gebäudegruppe mit markantem Volutengiebel, zu der auch das heutige Rathaus gehört. Die Bauwerke setzen unterschiedliche Akzente: von der erhaltenen Anlage des 18. Jahrhunderts über kirchliche Architektur bis zu Bauformen, die mit der örtlichen Weinwirtschaft verbunden sind.
Stein als Handwerk und Landschaft
Der Mönchshof beherbergt das Steinhauermuseum. Es dokumentiert und präsentiert die Steinbearbeitung, ein Gewerbe, das über Jahrhunderte Leben, Arbeit, Menschen und Ort prägte. Auch die Geschichte des Hofes reicht weit zurück: 1198 kaufte der Abt des Klosters Heilsbronn den Mönchshof dem Bischof zu Würzburg ab. So treffen an diesem Ort die Geschichte einer bedeutenden Hofanlage und die Erinnerung an ein lokales Handwerk zusammen.
Der Stein prägt auch den Blick auf die Weinlandschaft. Die sonnenexponierten Weinbergshänge in Randersacker basieren auf fränkischem Muschelkalk, der laut örtlicher Darstellung hervorragende Bedingungen für den Weinbau bietet. An der Weinlage Sonnenstuhl steht der im Volksmund „Kartoffelturm“ genannte Turm aus heimischem Muschelkalk. Er steht stellvertretend für die Baukultur von Kirchen, Bildstöcken und Winzerhäusern aus diesem Stein sowie für das Thema „Terroir und Wein“. Am terroir f wird die Fränkische Trias aus Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper im Zusammenhang mit der Wein-Geologie dargestellt.
Diese Perspektiven lassen sich gut unterscheiden: Das Steinhauermuseum widmet sich dem Handwerk und seiner Bedeutung für den Ort; der Kartoffelturm verweist auf die Verwendung des Muschelkalks in der Baukultur, während das terroir f die Geologie mit dem Weinbau in Beziehung setzt. Randersackerer Winzer bieten außerdem Weinproben an, bei denen Besucher Einblick in ihr Schaffen und in die Welt der Weine erhalten.
Mainufer, Freizeit und Anreise
Die Freizeitanlage am Main bündelt verschiedene Möglichkeiten für Bewegung und Erholung: Dazu gehören ein großzügiger Spielplatz mit Bachlauf, ein Sandstrand, Liegewiese und Liegestühle sowie schattige Plätze. Boulebahn, Bolzplatz und Volleyballfeld ergänzen das Angebot; auch eine Grillstelle gehört zur Anlage. Einzelne Ausstattungsmerkmale können sich ändern. Prüfen Sie deshalb bei konkreter Planung den aktuellen Stand vor Ihrem Besuch.
Auch für die Orientierung zu Fuß, mit dem Rad oder auf einer Wanderung ist der Mainuferweg relevant: Für Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger gilt er als der am besten geeignete Weg nach Randersacker. In der Freizeitanlage können Besucher zudem auf dem Maintal-Radweg radfahren, der von Bamberg nach Mainz führt. Mit dem Auto ist Randersacker direkt über die B 13 und die A 3, Ausfahrt 11 Würzburg-Randersacker, erreichbar. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuelle Route und die Straßenbedingungen.
Weitere Reiseziele entdecken
Gaukönigshofen, Eibelstadt, Rimpar, Röttingen, Gerbrunn, Giebelstadt, Veitshöchheim, Helmstadt
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Würzburg.