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Marienfelde lässt sich über drei sehr unterschiedliche Themen erschließen: den historischen Dorfkern, Landschaft und Naturschutz sowie die Geschichte der deutsch-deutschen Fluchtbewegung. Für Ihre Reiseplanung ist diese Mischung vor allem eine Frage des Schwerpunkts: Möchten Sie Baugeschichte und ländliche Dorfmerkmale kennenlernen, Naturthemen verfolgen oder sich Zeit für die Erinnerungsstätte nehmen? Die folgenden Orte und Angebote geben dafür konkrete Anhaltspunkte.

Historischer Dorfkern und Baugeschichte

Im historischen Dorfkern steht die Dorfkirche Marienfelde, eine spätromanische Kirche mit frühgotischen Anbauten. Sie gilt als älteste durchgängig erhaltene Dorfkirche im Stadtgebiet von Berlin. Das Baudenkmal wird auf 1229 datiert; regelmäßig finden in der Kirche Konzerte statt. Für die Baugeschichte sind damit sowohl die Architektur als auch die musikalischen Veranstaltungen ein Thema.

Der Dorfanger Alt-Marienfelde zählt zu den am besten erhaltenen Dorflagen Berlins. Zum historischen Dorfkern gehört auch der Bauernhof „Bauer Lehmann“: Sein 1844 erbautes Wohnhaus ist weitgehend im Originalzustand erhalten, zu den Stallungen gehören Pferde, Ziegen und Enten. Ein Eierautomat wird täglich mit frischen Eiern aus Freilandhaltung bestückt. Ebenfalls dort steht der 1830 errichtete Gasthof „Zur Grünen Linde“, eine bis heute betriebene ländliche Gastwirtschaft. Diese Orte zeigen verschiedene Seiten des überlieferten Dorfcharakters, von Wohnhaus und Hof bis zur Gastwirtschaft.

Auch der Gutspark Marienfelde ergänzt die historische Perspektive. Adolf Kiepert legte ihn nach 1844 an; nach 1865 wurde er noch vergrößert. Die Angaben unterscheiden die Anlagephase von der späteren Erweiterung.

Feldmark, Freizeitpark und Wege

Die Marienfelder Feldmark ist der letzte Rest der im Bezirk früher weit verbreiteten Landwirtschaftsflächen. Zugleich ist sie als strukturreicher Lebensraum und Fortpflanzungsstätte für seltene Vogelarten ausgewiesen, darunter Neuntöter, Feldlerche und Haubenlerche. Im Freizeitpark Marienfelde bilden Gewässer, Gehölze und Wiesenflächen Rückzugsgebiete für bedrohte Tiere, seltene Vögel und geschützte Pflanzen. Feldmark und Freizeitpark stehen damit für unterschiedliche Naturthemen: die verbliebenen Landwirtschaftsflächen auf der einen und die Lebensräume im Park auf der anderen Seite.

Im westlichen Teil des Freizeitparks verläuft ein etwa 1,5 Kilometer langer Naturerlebnispfad mit neun Informationsstationen. Eine längere Wegoption ist der 48 Kilometer lange Teltower Dörferweg. Er führt als Weg von Dorf zu Dorf über Zehlendorf, Lichterfelde, Marienfelde, Lichtenrade, Buckow, Rudow und Spindlersfeld in Köpenick. Die genannten Längen verdeutlichen den Unterschied zwischen dem Naturpfad im Freizeitpark und einer Route, die mehrere Orte verbindet und durch Marienfelde verläuft.

Von April bis Oktober bietet die Naturwacht Berlin e. V. Führungen, Projekttage und Informationsveranstaltungen an der Naturschutzstation Marienfelde, im angrenzenden Freizeitpark Marienfelde und in der Marienfelder Feldmark an. Die Angebote umfassen damit mehrere Naturorte; für die zeitliche Planung ist der angegebene Zeitraum von April bis Oktober maßgeblich.

Erinnerungsstätte und deutsch-deutsche Geschichte

Das Notaufnahmelager Marienfelde wurde 1953 gegründet. Bis 1990 passierten 1,35 Millionen Menschen das Lager. Die Erinnerungsstätte widmet sich der Geschichte der deutsch-deutschen Fluchtbewegung und bietet damit einen anderen historischen Schwerpunkt als der Dorfkern und seine Baugeschichte.

Die Ausstellung dokumentiert die Fluchtbewegung auf rund 450 Quadratmetern. Sie umfasst mehr als 900 Exponate und behandelt Ursachen, Verlauf und Folgen. Neben der ständigen Ausstellung gibt es regelmäßig Sonderausstellungen sowie ein vielfältiges Veranstaltungs- und Bildungsprogramm; einzelne Angebote können wechseln. Wenn Sie einen konkreten Termin einplanen möchten, lohnt sich deshalb ein Blick auf die aktuellen Veranstaltungen.

Weitere Reiseziele entdecken: Adlershof, Tempelhof, Berlin-Reinickendorf, Charlottenburg, Buckow, Grünau, Velten, Altglienicke

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Berlin.

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