Der Gülper See prägt Havelaue als Ziel für Naturbeobachtung und Wege am Wasser. Am See stehen unterschiedlich lange Strecken zur Wahl; Dorfkirchen setzen einen eigenen kulturhistorischen Akzent. Wer einen Aufenthalt plant, kann zwischen Vogelzug, Spazierwegen, Rad- und Kanutouren sowie historischen Bauwerken einen persönlichen Schwerpunkt setzen.
Schutzgebiet und Vogelzug
Seit 1967 stehen der Gülper See und das angrenzende Grünland innerhalb Havelaue unter Schutz. Das heutige Naturschutzgebiet umfasst 1.200 Hektar. Im Herbst rasten am See Tausende Gänse und Kraniche, bevor sie zu ihren Winterquartieren weiterziehen. Die Zahl der rastenden Vögel schwankt.
Zwischen Hohennauen, Parey, Gülpe und Gülper See gibt es drei Beobachtungstürme und zwei überdachte Beobachtungspunkte, die das ganze Jahr über zur Vogelbeobachtung genutzt werden können. Bei einzelnen Bauwerken kann der Zugang vorübergehend eingeschränkt sein.
Uferwege, Deich und Beobachtung
Der Lehrpfad am Südufer ist etwa 1,5 Kilometer lang, führt am Ufer entlang und erläutert die Vogelwelt des Sees mit Informationstafeln. Der Wanderweg am Nordufer umfasst rund 3,5 Kilometer, bietet Ausblicke und Bänke und beginnt in Strodehne am Gahlberg. Damit unterscheiden sich die beiden Strecken sowohl in der Länge als auch in ihren Schwerpunkten. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die örtlichen Wegbedingungen.
Von einem öffentlichen Parkplatz in Gülpe führt ein 2 Kilometer langer Weg am Deich zum Gülper See; der Zugang zum Beobachtungsturm setzt sich durch Wald fort. Der Turm steht am Südufer und ist über einen kurzen Waldweg erreichbar. Parkmöglichkeiten liegen an der Straße zwischen Gülpe und Prietzen.
Radfahren und Paddeln
Der 26 Kilometer lange Storchenweg führt als Radrundtour durch Gülpe, Gülper See, Prietzen, Wolsier und Spaatz. Die Strecke weist keine Anstiege auf und verläuft überwiegend auf Straßen mit wenig Verkehr oder landwirtschaftlichen Betonwegen. Beschilderung und Wegzustand sollten Sie vor Ort prüfen.
Auf dem Wasser führt die 16 Kilometer lange Kanurundtour über die Gülper Havel von Gülpe über Strodehne, Garz und Molkenberg zurück nach Gülpe. Auf der natürlichen Gülper Havel können Paddler seltene Vögel und möglicherweise auch Biber beobachten. Routenbedingungen und saisonale Einschränkungen können sich ändern; prüfen Sie die Hinweise vor Ihrer Tour.
Dorfkirchen mit eigener Geschichte
Die Dorfkirche Spaatz wurde Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut und gilt als älteste Feldsteinkirche der Gegend. Im Inneren datiert die Inschrift des Spätrenaissance-Retabelaltars auf den 29. Juni 1647. Die Zugangsregelungen für die Kirche können variieren.
Die Dorfkirche Gülpe wurde 1885 zu einem Ziegelbau umgestaltet und wird als Ort der Stille genutzt; diese Nutzung kann variieren. Zusammen zeigen die beiden Kirchen unterschiedliche historische Akzente: In Spaatz stehen die mittelalterliche Feldsteinarchitektur und der datierte Altar im Blick, in Gülpe der Umbau zum Ziegelbau und die Nutzung als stiller Ort.
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