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Stadtallendorf bietet mehrere klar unterscheidbare Themen für einen Aufenthalt: Baugeschichte, Erinnerungsorte, geschützte Landschaften und beschilderte Wege. Die Ziele reichen von der Barockkirche St. Katharina und der Burg Schweinsberg bis zum Schweinsberger Moor und den Wanderwegen im Herrenwald.

Kirchen, Burg und öffentliche Kunst

Der Neubau der Barockkirche St. Katharina begann 1732; 1735 wurde dort der erste Gottesdienst gefeiert. In Niederklein weist die Wehrkirche St. Blasius und St. Elisabeth mit einer Pechnase am Kirchturm, Schießscharten und einer starken Mauer um den Kirchhof auf eine Wehrkirche hin. Die Tore in der Mauer sind zugemauert.

Von der Burg Schweinsberg sind der Hexenturm, eine kleine Vorburg, die gesamte äußere Zwingermauer und große Teile der inneren Zwingermauer erhalten. Aufgrund ihres radikalen Umbaus gilt die Burg heute eher als bedeutendes Beispiel für die Romantik und den beginnenden Historismus denn als spätmittelalterliche Burg. In Hatzbach erinnern seit dem 22. April 2013 originalgetreue Abgüsse überlebensgroßer Barockstatuen an die Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung, Gerechtigkeit und Mäßigkeit.

Moor und geschützte Landschaften

Das Schweinsberger Moor bedeckt 43,2 Hektar. Bei seiner Ausweisung als Naturschutzgebiet im Jahr 1977 war es das 100. Naturschutzgebiet Hessens. Seltene Vogelarten wie Bekassine und Rohrweihe leben und brüten dort; ihr Vorkommen kann saisonal variieren.

Auch der Herrenwald ist als FFH-Gebiet ausgewiesen und dient dem Erhalt der biologischen Vielfalt als geschützter Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Natur und Geschichte begegnen sich auf unterschiedlichen Wegen, ohne dass dafür dieselben Themen im Mittelpunkt stehen müssen.

Wanderwege mit verschiedenen Schwerpunkten

Der Hatzbacher Sagenweg ist ein 8,8 Kilometer langer Rundweg mit nur geringen Höhenveränderungen. Er führt zu zwölf Schauplätzen alter Hatzbacher Sagen; an jedem Ort erzählt eine kleine Tafel die Geschichte. Die Beschilderung ermöglicht es, dem Rundweg auch ohne Karte zu folgen.

Beim Rundweg Forster Weg prägen dagegen Wald und Industriegeschichte das Thema: Zwischen den Bäumen liegen versteckte Bunker und Relikte der ehemaligen Sprengstoffwerke. Der Weg führt in den Herrenwald. Holztafeln weisen Wandernde außerdem zum Wanderziel „Riesenstein“. So unterscheiden sich die Wege vor allem durch ihren Inhalt: hier Sagenstationen, dort Spuren der ehemaligen Werke im Wald.

Am oberen Ende eines langen Hohlwegs liegt die Mariengrotte Stadtallendorf. Der Hohlweg ist ein Teilstück des Forster Wegs von der Altstadt zur Forstkapelle im Herrenwald. An der Forstkapelle „Mariabild“ finden seit vielen Jahren regelmäßig Gottesdienste statt; ein aktueller Veranstaltungstermin ist damit nicht verbunden. Stadtallendorf ist außerdem Etappenort der Pilgerrouten Jakobsweg und Elisabethpfad.

Erinnerungsorte und Besuchsbedingungen

An der Stelle des ehemaligen Lagers Münchmühle wurde 1988 die Gedenkstätte Münchmühle eingerichtet. Das DIZ bietet Führungen durch seine Dauerausstellung über Zwangsarbeit und die NS-Rüstungsindustrie während der regulären Öffnungszeiten von Dienstag bis Donnerstag, 9:30 bis 16:00 Uhr, an. Außerhalb dieser Tage und Zeiten sind Führungen nach Anmeldung möglich. Auch Stadtführungen bietet das DIZ nach Anmeldung für Gruppen ab vier Personen an.

Heinz-Lang-Park und Anreise

Im Heinz-Lang-Park finden sich Veranstaltungsflächen, eine Skateplaza, Holzdecks am See, ein Boule-Feld und Toiletten. Zum Abenteuerspielplatz Piratennest gehören unter anderem ein hölzernes Schiffswrack, hölzerne Palmen, eine Nestschaukel und weitere Spielgeräte. Damit kommen im Park unterschiedliche Freizeitangebote zusammen, während die historischen Ziele, Moorlandschaft und Wanderwege jeweils eigene Schwerpunkte setzen.

Für die Anreise ist die Eisenbahnlinie Frankfurt–Marburg–Kassel, die Main-Weser-Bahn, ein Orientierungspunkt: Über sie ist Stadtallendorf an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Prüfen Sie für Ihre konkrete Fahrt den Fahrplan.

Weitere Reiseziele entdecken: Caldern, Biedenkopf, Kirchhain, Lohra, Steffenberg, Lahntal, Römershausen, Rauschenberg.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Marburg-Biedenkopf.

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