Der Kreiener See und die Dorfkirche eröffnen zwei unterschiedliche Zugänge zu Kreien: über Wasser und Landschaft auf der einen, über Baugeschichte und Kunst auf der anderen Seite.
Am Kreiener See: Fläche, Ufer und Nutzung
Der Kreiener See hat eine Wasserfläche von 16 Hektar und etwa 2.000 Meter Uferlänge. Er ist ein ungeschichteter Flachwassersee des Typs Hecht-Schlei-See. Breite Flachwasserzonen liegen ufernah; außerdem ist der See stark mit Unterwasserpflanzen bewachsen. Wegen seiner geringen Größe darf er nur mit Ruderbooten befahren werden.
Die Badestelle am See ist ein Treffpunkt für Familien, Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Während der Sommerferien setzt die Gemeinde dort einen Rettungsschwimmer ein. Der Badesteg wurde im Winter 2014/2015 vollständig saniert, damit er zu Beginn der Badesaison wieder betreten werden konnte. Wenn Sie den Steg für Ihren Besuch einplanen, prüfen Sie vorab die aktuelle Situation.
Dorfkirche und Kunstwerke aus mehreren Jahrhunderten
Die Kirche im Dorf Kreien stammt aus dem 14. Jahrhundert. Zusammen mit der Friedhofsmauer sowie dem Pfarrhaus und seinem Garten bildet sie den Mittelpunkt des Dorfes; die Anlagen stehen unter Denkmalschutz. Die Kirche mit Friedhofsmauer ist über 630 Jahre alt, das Pfarrhaus rund 200 Jahre. Der gotische Kirchenbau besteht aus gesprengten Felsen und hat nach Osten und Westen flach abschließende Giebel.
Westlich der Kirche steht der hölzerne Glockenstuhl separat. Seine heutige Form besteht seit 1880; die Stahlglocken stammen von 1922. Erneuert wurde der Glockenstuhl 1965 und 1995. In der Kirche ist die Altargruppe ein besonderer kunsthistorischer Bezugspunkt: Benedikt Dreyer schnitzte sie 1507. Die barocke Kanzel stammt aus dem Jahr 1710, wurde 1880 renoviert und zeigt die vier auf Holz gemalten Evangelisten.
Weitere Details erschließen sich über die Wände und Ausstattungsstücke: An der Nordwand befindet sich eine um 1250 geschnitzte Figur des Erzengels Michael. An der Südwand sind drei handgeschmiedete Grabkreuze vom Friedhof befestigt, die über 100 Jahre alt sind. Das Renaissance-Taufgefäß ist auf 1664 datiert und besteht aus einer Messingschale in einem Holzbehälter; die Messingschale wird nicht in der Kirche aufbewahrt.
Archäologische Spuren und historische Höfe
Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung der Feldmark Kreien in der Jungsteinzeit hin, etwa zwischen 3000 und 1600 v. Chr. Aus der Bronzezeit stammen zwei Hügelgräber im Gebiet von Kreien. In ihnen wurden Halsringe und ein Schwertgriff aus Bronze gefunden. Diese Funde reichen weit vor die erhaltenen Gebäude zurück und geben der Ortsgeschichte eine deutlich längere zeitliche Perspektive.
Im Dorf befindet sich außerdem ein gut erhaltenes und saniertes Dreiseithof-Ensemble mit einem Backsteinwohnhaus und zwei Backsteinställen. Es ist in Privatbesitz. Auch die ehemalige Schule wurde 1848 errichtet und ist heute in Privatbesitz; die ehemalige Molkerei stammt aus dem Jahr 1902. Die Gebäude stehen für unterschiedliche Kapitel der örtlichen Baugeschichte.
Landschaft und Wege in der Gemeinde Kreien
Im näheren Umfeld von Kreien ist eine frühere Feldbahn vom Gut Kreien zur Elde noch als lange Feldhecke in der Landschaft erkennbar. In der zugehörigen Gemeinde laden ruhige Feld- und Waldwege zum Wandern und Radfahren ein.
Auch die Landschaftsgeschichte reicht über den Ort hinaus: Im Bereich der heutigen Gemeinde Kreien erstreckte sich die sogenannte Frankfurter Eisrandlage. Schmelzwasser floss durch ein Gletschertor bei Hof Koppel durch die heutige Kreiener Schweiz und den Kreiener See in Richtung Elde. So stehen bei einem Aufenthalt sowohl die konkrete Dorfgeschichte als auch die weiter gefasste Entwicklung der Landschaft als Themen zur Wahl.
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