Lehsen lässt sich vor allem über seine Gutsgeschichte einordnen. Das zweigeschossige klassizistische Herrenhaus wurde 1822 errichtet und hat eine Gliederung mit neun Achsen. Sein Portikus wird von vier dorischen Säulen getragen; im Giebelfeld sitzt eine Uhr. Die neun Achsen bezeichnen die Gliederung der Fassade, während Säulenportikus und Uhr markante Einzelheiten der äußeren Form sind. Bauzeit und Gestaltung geben dem Herrenhaus damit einen klaren architektonischen Schwerpunkt.
Herrenhaus, Park und Baumschulen
Mit dem Lehsen’er Gutensemble verbunden ist ein ausgedehnter Landschaftspark mit alten und seltenen Bäumen, früheren Gutsgebäuden, Gräben und einem Teich. Zur Gutsgeschichte gehören so neben dem Herrenhaus auch Gehölze, Wasser und weitere Gebäude. Architektur und Landschaft sind dabei zwei unterschiedliche Blickwinkel auf das Ensemble: Das klassizistische Haus ist durch seine Bauform geprägt, der Park durch Bäume und Wasserflächen.
Eine weitere historische Facette ist Ludolf von Laffert. Er war Landwirt und Dendrologe und betrieb in Lehsen Baumschulen. Dendrologie bezeichnet die wissenschaftliche Beschäftigung mit Bäumen. Von Lafferts Tätigkeit ergänzt die baulichen und landschaftlichen Themen um eine konkrete Person und die Geschichte der Baumschulen in Lehsen.
Wittenburg: Kultur im übergeordneten Reiseziel
Im übergeordneten Reiseziel Wittenburg steht die St. Bartholomäuskirche für eine eigene Schicht der Stadtgeschichte. Die romanische Backsteinkirche wurde um 1240 begonnen und steht am Rand des Marktplatzes. Zu ihren romanischen Schmuckformen zählen Ecklisenen und rundbogige Trauffriese. Das dreischiffige, dreijochige Langhaus schließt an einen zweijochigen Rechteckchor an. Der ursprüngliche Turm wurde nach seiner Zerstörung durch einen Brand im 17. Jahrhundert 1908 in neugotischen Formen neu errichtet. Er ist 64 Meter hoch und gilt als Wahrzeichen Wittenburgs. Auf der Westempore befindet sich eine um 1848 erbaute Orgel von Friedrich Wilhelm Winzer.
Auch Wittenburgs Altstadt bildet einen eigenen kulturgeschichtlichen Schwerpunkt. Die Stadt besitzt eine typisch mecklenburgische Altstadt mit einem liebevoll sanierten mittelalterlichen Stadtkern. Die Wallanlagen eignen sich zu jeder Jahreszeit für einen Spaziergang; örtliche Bedingungen können den Zugang beeinflussen. Für die Mühlengeschichte sind zwei Daten wichtig: Die Erdholländer-Windmühle wurde 1890 aus Schwerin nach Wittenburg umgesetzt. Das Mühlenmuseum der Stadt eröffnete 1979 mit der sanierten Wittenburger Mühle als erstem Museumsobjekt.
Weitere Möglichkeiten im Reiseziel Wittenburg
Wittenburg wird von der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mit diversen Buslinien und einem Rufbussystem bedient. Prüfen Sie die Fahrpläne vor der Fahrt, denn sie können sich ändern. Für eine andere Art des Aufenthalts bietet die Skihalle des alpincenters Hamburg-Wittenburg Indoor-Pisten mit Schneeverhältnissen bei −1 °C. Die Hauptpiste ist 330 Meter lang und 40 Meter breit. Für Anfänger und Kinder gibt es eine 90 Meter lange und 40 Meter breite Übungspiste mit 10 Prozent Gefälle. Prüfen Sie vor der Fahrt die Pistenkonfiguration und die Betriebsbedingungen. So lässt sich Wittenburg je nach Interesse über Stadtgeschichte, einen Spaziergang, Mühlen oder Indoor-Sport betrachten, ohne diese Themen mit der Gutsgeschichte Lehsens zu vermischen.
Weitere Reiseziele entdecken: Körchow, Wittendörp, Wittenburg.
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