Ein Spaziergang im Schlosspark, ein Blick auf barocke Kunst oder ein Besuch im Natureum setzen unterschiedliche Schwerpunkte für eine Reise nach Ludwigslust. Auch das Kunsthandwerk im Palais Bülow und die Braumanufaktur gehören zu den Entdeckungen vor Ort. Überlegen Sie bei der Planung, ob Sie mehr Zeit dem Park, den historischen Kulturorten oder einer Radtour in der Kulturlandschaft widmen möchten.
Schlosspark, Wasser und barocke Stadtanlage
Der Schlosspark Ludwigslust umfasst etwa 120 Hektar und lädt zu weitläufigen Spaziergängen vorbei an Wiesen, Wasserflächen, alten und seltenen Bäumen sowie Ziersträuchern ein. Der barocke Park wurde von 1731 bis 1735 angelegt. Ein 28 Kilometer langer Kanal versorgt die Wasserspiele und die Kaskaden vor dem Schloss mit Wasser; erbaut wurde der Kanal von 1756 bis 1760. Die beiden Zeitabschnitte zeigen, dass die Wasseranlage später hinzukam als die Parkanlage.
Die Kaskaden auf dem Schlossplatz entstanden von 1780 bis 1785 aus Sandstein nach Entwürfen des böhmischen Bildhauers Rudolf Kaplunger. Von dort verläuft eine Sichtachse über das Schloss bis zur Stadtkirche. Schloss Ludwigslust ist das ehemalige Residenzschloss und der Mittelpunkt der spätbarocken Stadtanlage. Die Sichtachse verbindet diese drei markanten Punkte in der räumlichen Wahrnehmung: Kaskaden, Schloss und Stadtkirche lassen sich so als Teile eines gemeinsamen städtebaulichen Zusammenhangs betrachten.
Kunst und Geschichte in Schloss und Stadtkirche
Im Museum im Schloss Ludwigslust sind Säle mit Kunst des 18. Jahrhunderts zu sehen. Einen weiteren Kunstschwerpunkt bietet die Stadtkirche: Das etwa 350 Quadratmeter große Altargemälde „Verkündigung der Hirten“ gilt als das größte Altargemälde Europas. Schlossmuseum und Stadtkirche setzen dabei unterschiedliche Akzente – hier Kunst des 18. Jahrhunderts in den Sälen, dort ein einzelnes, besonders großformatiges Altarbild. Wer sich für die spätbarocke Stadtanlage interessiert, kann diese Kunstorte gedanklich mit der Sichtachse und den Kaskaden in Beziehung setzen.
Natur im Natureum Ludwigslust
Das Natureum Ludwigslust grenzt unmittelbar an das FFH-Gebiet „Schlosspark Ludwigslust“. Es ist das einzige Naturmuseum in West-Mecklenburg und wird ehrenamtlich von einem Verein betrieben. Zahlreiche Veranstaltungen für Erwachsene und Kinder vermitteln mehr über die heimische Natur. Damit bietet das Natureum einen anderen thematischen Schwerpunkt als Schloss, Kunst und Stadtgeschichte.
Die Öffnungszeiten sind saisonal zu beachten: In der Saison von April bis Oktober versucht das Natureum, ehrenamtliche Öffnungszeiten an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 15 Uhr abzusichern. Für einen bestimmten Besichtigungstermin wird eine vorherige Kontaktaufnahme empfohlen. Wenn das Natureum für Ihren Aufenthalt wichtig ist, stimmen Sie den konkreten Termin am besten vorab ab.
Kunsthandwerk, Braumanufaktur und Radtour
In der Papiermaché-Manufaktur des Palais Bülow können Sie mehr über die Tradition dieses Kunsthandwerks erfahren und sich selbst an der Anfertigung von Souvenirs versuchen. Im Palais Bülow sind außerdem Führungen zur adeligen Wohnkultur in Ludwigslust nach vorheriger Anmeldung möglich. Die Braumanufaktur Ludwigslust stellt handwerklich hergestellte Brauspezialitäten her; Führungen durch die Manufaktur und Bierverkostungen werden nach Terminvereinbarung angeboten. Für alle drei Angebote ist eine vorherige Abstimmung Teil der Planung.
Als eigener Tagesausflug kommt die Raseneisenstein-Dörfer-Tour für geübte Radfahrer infrage. Sie verbindet Kultur- und Naturerlebnisse und führt beispielsweise von Ludwigslust oder Redefin durch das Herzstück der Raseneisenstein-Kulturlandschaft Griese Gegend. Im Vergleich zu einem Spaziergang im Schlosspark ist sie eine Tour für einen ganzen Ausflugstag und richtet sich ausdrücklich an geübte Radfahrer. So stehen in Ludwigslust unterschiedliche Reisebausteine nebeneinander: Parkspaziergänge, Kunst und Geschichte, Naturthemen, vereinbarte Besuche und eine Radtour mit eigener Zielgruppe.
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