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Ein weitläufiger Gutshof und die in einigen Straßenzügen noch erkennbare Struktur eines Gutsdorfs geben Tützpatz ein klares historisches Profil. Herrenhaus, Nebengebäude, Kirche und Landschaftspark stehen für unterschiedliche Kapitel der Ortsgeschichte. Wer sich für Baugeschichte interessiert, kann hier die Perspektive wechseln: vom größeren Hofensemble über einzelne Gebäude bis zu den Straßen des Dorfes.

Gutshof und Gutsdorf

Der Gutshof umfasst ein Herrenhaus, einen Marstall, Scheunen, Speicher und weitere Gebäude. Die Anlage gehört zu den am besten erhaltenen ihrer Art. In einigen Straßenzügen von Tützpatz ist die ursprüngliche Anlage als Gutsdorf noch erkennbar; einige Wohnhäuser bestehen bereits seit dem 18. Jahrhundert. Die Merkmale ergänzen einander: Der Gutshof bildet ein zusammenhängendes Ensemble, während Straßenzüge und ältere Wohnhäuser die Siedlungsstruktur zeigen. So ist die Ortsgeschichte nicht allein an einem einzelnen Gebäude festzumachen.

Herrenhaus, Schlossanlage und Park

Das Gutshaus Tützpatz wurde um 1778 im Barockstil errichtet. Das Herrenhaus brannte 1908 nieder und wurde in alter Pracht nahezu identisch mit dem Vorgängerbau wiederaufgebaut. Zur Schlossanlage gehören ein Schloss, ein Schlosspark, ein Marstall mit Reithalle, ein Wirtschaftsgebäude von 1765, ein Geflügelstall und ein Speicher an der Demminer Straße. Das Wirtschaftsgebäude von 1765 datiert vor dem um 1778 errichteten Gutshaus und liefert damit einen älteren zeitlichen Bezugspunkt innerhalb der Anlage.

Auch der Park hat eine eigene Entwicklungsgeschichte: Im 19. Jahrhundert entstand in Tützpatz aus einem ehemals barocken Park ein englischer Landschaftspark. Teile davon sind heute noch vorhanden. Damit steht neben Bauzeit und Wiederaufbau des Herrenhauses auch der Wandel der Parkgestaltung im Mittelpunkt.

Kirche und weitere Entdeckungen

Die Kirche in Tützpatz wurde erstmals 1385 erwähnt; ihre heutige Gestalt stammt aus dem 15. Jahrhundert. Zur Kirche gehören ein Friedhof und eine Backsteinmauer sowie zwei Grabstelen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Jahresangaben beziehen sich auf unterschiedliche Dinge: 1385 ist die erste Erwähnung, das 15. Jahrhundert beschreibt die heutige Gestalt, und die Grabstelen stammen aus einer späteren Zeit. So lässt sich die erste Erwähnung von der Baugeschichte der heutigen Kirche unterscheiden.

Außerdem gibt es in Tützpatz ein Modellbaumuseum. Wenn Sie es als festen Programmpunkt einplanen, informieren Sie sich vorab über die Besuchsmöglichkeiten.

Naturthemen in der Mecklenburgischen Seenplatte

Als übergeordnetes Reiseziel bietet die Mecklenburgische Seenplatte weitere Naturthemen, die sich von Tützpatz’ Bau- und Siedlungsgeschichte unterscheiden. Der Müritz-Nationalpark ist von Wäldern, Mooren, Seen und weiten Wiesen geprägt. Sein Wanderweg erschließt in neun Etappen die Landschaftstypen und Besonderheiten des Parks und führt an Seen, durch urwüchsige Wälder, vorbei an Binnendünen und zur Havelquelle. Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer bieten dort lehrreiche Touren an, darunter Führungen im UNESCO-Welterbe-Buchenwald von Serrahn und Touren von der Wasserseite aus. Damit stehen sowohl ein Wanderweg mit neun Etappen als auch geführte Naturerlebnisse zur Auswahl.

Das Wisentreservat Damerower Werder liegt auf einer Halbinsel im Kölpinsee in der Mecklenburgischen Seenplatte und im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide. Besucher können dort die Tiere beobachten. Zum Reservat gehört außerdem ein Walderlebnispfad mit Klettermöglichkeiten, einem Ameisenhaus, einer Ausstellung mit Fühl- und Sichttafeln sowie einem Dendrophon. Tierbeobachtung und Walderlebnispfad setzen einen anderen Schwerpunkt als die Etappen des Müritz-Nationalpark-Wanderwegs.

Weitere Reiseziele entdecken: Altenhagen, Burow, Breesen, Wolde, Röckwitz, Grapzow, Wildberg, Kriesow

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Treptower Tollensewinkel.

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