Perlin lässt sich über seine Dorfgeschichte und die Erinnerungsorte zu Heinrich Seidel erschließen. Das ehemalige Pfarrhaus und das ehemalige Kutscherhaus zählen zu den Sehenswürdigkeiten. Zahlreiche gut erhaltene reetgedeckte Siedlungshäuser und das gut erhaltene ehemalige Försterhaus ergänzen dieses Bild. Wenn Sie sich für ländliche Bauformen und Ortsgeschichte interessieren, finden Sie so mehrere eigenständige Themen für Ihre Reiseentscheidung.
Baugeschichte und Erinnerungsorte
Heinrich Seidel wurde am 25. Juni 1842 in Perlin geboren. Eine Stele gegenüber der Dorfkirche am Dorfteich erinnert an ihn. Auch das ehemalige Pfarrhaus in der Straße Am Friedhof 2 trägt eine Gedenktafel für Seidel. Die Denkmalliste des Landkreises vom 28. Februar 2025 verzeichnet diese Gedenktafel. Geburtsort, Stele und Tafel verbinden biografische Information mit Erinnerungszeichen an verschiedenen Orten in Perlin.
Dorfkirche und Kirchhof
Zur Dorfkirche gehört ein freistehender Glockenstuhl mit einer Bronzeglocke, die 1735 in Lübeck gegossen wurde. Der Friedhof schließt an die Kirche an. Dort steht eine kleine Grabkapelle aus Ziegelstein; hinter ihr befindet sich die Familiengrabstätte der Grafen von Bassewitz. Auf dem Kirchhof liegt außerdem das Grab von Inspektor F. Anders mit Tumba und Einfriedung. So kommen an diesem Ort unterschiedliche bauliche und familiäre Erinnerungsformen zusammen.
Rastplatz und Wege
Auf der Freifläche am Gemeindehaus entstand 2010 ein fantasievoll gestalteter Rastplatz des Bildhauers Nando Kallweit aus Badow. Er setzt neben den historischen Orten einen eigenen, praktischen Akzent für den Aufenthalt.
Auch die Exkursion Rund um den Dümmer See führt nach 3,6 km nach Perlin. Sie verläuft über befestigte Straßen und Wege mit wenig Verkehr. Teilweise gibt es neben der Landstraße einen separaten Radweg; die Strecke weist leichte bis mäßige Steigungen auf. Wenn Sie die Tour einplanen, können Sie Oberfläche, Verkehr und Steigungen in Ihre Abwägung einbeziehen.
Im näheren Umfeld von Perlin liegt an einem 700 m langen, baumbestandenen Feldweg eine Gruppe aus zwei beeindruckenden, sehr gut erhaltenen bronzezeitlichen Hügelgräbern. Diese archäologischen Zeugnisse ergänzen die Ortsgeschichte um einen eigenen Schwerpunkt in der Umgebung.
Der größere Landschaftsrahmen: Nordwestmecklenburg
Nordwestmecklenburg umfasst im Norden den Landschaftsraum „Nordwestmecklenburgisches Hügelland mit Wismarbucht“ und im Süden die „Westmecklenburgische Seenlandschaft mit Schweriner See“. Endmoränenzüge, flachwellige Grundmoränenplateaus, Steil- und Flachküstenabschnitte, Schmelz- und Abflussrinnen sowie Sanderflächen prägen das Landschaftsbild des Landkreises. Diese regionale Perspektive ergänzt Perlins eigene Dorf- und Baugeschichte, ohne die Landschaftsräume des gesamten Landkreises mit dem Ort gleichzusetzen. In Nordwestmecklenburg ist Schloss Gadebusch ein seltenes Beispiel der norddeutschen Backsteinrenaissance; das Renaissanceschloss von 1573 besitzt Reliefs im regionalen Johann-Albrecht-Stil.
Weitere Reiseziele entdecken: Schildetal, Lübstorf, Brüsewitz, Gottesgabe, Alt Meteln, Grambow, Seehof, Dalberg-Wendelstorf
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Lützow-Lübstorf.