Neu Kosenow bietet mehrere konkrete Zugänge zur Bau- und Dorfgeschichte. An den Kirchen lassen sich unterschiedliche Bauweisen und Entstehungszeiten vergleichen: von einer vollständigen Ausmalung mit Jugendstilelementen bis zu mittelalterlichen Feldsteinbauten. Kagendorf ergänzt diese Bauzeugnisse um einen historischen Dorfanger und eine Straße mit Kopfsteinpflaster. So steht bei einem Besuch nicht nur ein einzelnes Gebäude im Blick, sondern auch die Frage, wie Architektur und Dorfstruktur verschiedene Geschichten erzählen.
Kirchen zwischen Feldstein und Jugendstil
Die Marienkirche Alt Kosenow besitzt eine sehr seltene vollständige Ausmalung mit Jugendstilelementen aus dem Jahr 1904. Sie stammt von Otto Bartelt aus Berlin. Diese Ausmalung setzt einen anderen Schwerpunkt als die äußere Baugeschichte der Kirchen im Ort: Hier prägt ein gestalteter Innenraum den besonderen Akzent.
Die St.-Petri-Kirche Kagendorf ist dagegen ein langgestreckter Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert, der in mehreren Bauphasen errichtet wurde. Beide Kirchen lassen sich daher nach unterschiedlichen Merkmalen betrachten: In Alt Kosenow steht die vollständige Ausmalung im Vordergrund, in Kagendorf der Feldsteinbau und seine mehrphasige Entstehung. Wer sich für historische Kirchen interessiert, findet hier zwei klar unterscheidbare architektonische Themen.
Baugeschichte in Auerose und Dargibell
Die Kirche Auerose ist ein verputzter Feldsteinbau aus dem 15. Jahrhundert. Ihr westlicher Fachwerkturm stammt aus dem Jahr 1724. Östlich neben der Kirche wurde 1898 das Mausoleum der Familie von Borken als Friedhofskapelle errichtet. Es entstand über einer bereits vorhandenen Familiengruft, die noch begehbar ist. Kirche, Kapelle und Gruft stehen damit in einer konkreten baulichen Beziehung zueinander; die jeweiligen Funktionen und Entstehungszeiten bleiben dabei unterscheidbar.
Die Kapelle Dargibell ist ein rechteckiger Feldsteinbau aus dem 15. Jahrhundert, der barock verändert wurde. Nach einem Einsturz im Jahr 1941 wurde sie nach 1960 wiederaufgebaut. Ihre Geschichte lässt sich so als Abfolge verschiedener Bauzustände lesen: mittelalterlicher Bau, spätere Veränderung, Einsturz und Wiederaufbau. Das ergänzt die Kirchen- und Baugeschichte Aueroses um einen anderen zeitlichen Verlauf.
Dorfstruktur in Kagendorf und Radwegplanung
Das Museumsdorf Kagendorf wurde Mitte der 1990er-Jahre zum Museumsdorf. Ausschlaggebend war der unverbaute Dorfanger mit Tagelöhnerkaten und Großbauernhöfen an einer historischen Straße mit Kopfsteinpflaster. Der beschriebene Reiz liegt hier in der Dorfstruktur: Dorfanger, unterschiedliche Hof- und Haustypen sowie die Straße gehören zusammen. Damit bietet Kagendorf neben einzelnen Kirchen ein weiteres Thema für alle, die sich für historische Siedlungsformen interessieren.
Für die Radplanung ist ein Abschnitt entlang der Bundesstraße 109 relevant: Die Erneuerung eines knapp 3,3 Kilometer langen Radwegabschnitts vom Ortsausgang Ducherow bis zur Kreuzung Dorfstraße in Neu Kosenow begann am 24. April 2024. Diese Angabe beschreibt den damaligen Beginn der Erneuerung, nicht den heutigen Zustand der Strecke. Wenn Sie den Abschnitt für eine Fahrt einplanen, prüfen Sie vorher die aktuellen Streckenbedingungen.
Das übergeordnete Reiseziel Vorpommern-Greifswald
Über Neu Kosenow hinaus bietet das übergeordnete Reiseziel Vorpommern-Greifswald eigene Kultur- und Naturthemen. Drei Naturparke nehmen fast 40 Prozent der Fläche des Landkreises ein. In Greifswald zeigt das Pommersche Landesmuseum den Croy-Teppich von 1554, ein einzigartiges kulturhistorisches Zeugnis aus der Zeit der Reformation. In Anklam widmet sich das Otto-Lilienthal-Museum dem Flugpionier, Maschinenbauingenieur und Humanisten Otto Lilienthal, der dort seine Heimatstadt hatte. Diese regionalen Beispiele ergänzen den Blick auf die Kirchen und Dorfgeschichte Neu Kosenows, ohne selbst örtliche Merkmale des Ortes zu sein.
Weitere Reiseziele entdecken: Boldekow, Postlow, Krusenfelde, Neetzow, Blesewitz, Liepen, Bugewitz, Iven.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Anklam-Land.