Für einen Aufenthalt in Parchtitz bieten sich zwei unterschiedliche Schwerpunkte an: die Vogelwelt am nahen Nonnensee und die Gutshausgeschichte in der Gemeinde. Die Orte und Themen lassen sich dabei klar unterscheiden – vom Weg am Wasser bis zu den historischen Anlagen in Boldevitz und Reischvitz.
Vogelwelt und Wege am Nonnensee
Die Gemeinde Parchtitz grenzt direkt an den Nonnensee. Gäste und Einheimische nutzen das Naherholungsgebiet zum Spazierengehen. Der See dient vielen Vogelarten als Brut- und Schutzplatz. Bislang wurden dort 80 ans Wasser gebundene Vogelarten beobachtet; 25 Arten brüten am See. Auch Seeadler werden beobachtet, Fischadler seltener.
Am Nonnensee gibt es einen etwa fünf Kilometer langen Rundwanderweg mit zwei Beobachtungstürmen. Er kann zum Erkunden der Vogelwelt und für Laufsport genutzt werden. Damit verbindet die Runde eine konkrete Streckenlänge mit zwei unterschiedlichen Interessen: unterwegs zu sein und die Vogelwelt in den Blick zu nehmen.
Auch die Duwenbeek gehört zur Landschaft der Umgebung: Die Gemeinde Parchtitz liegt nahe dem Fließgewässer, das als einziges natürliches Fließgewässer der Insel Rügen beschrieben wird.
Gutshausgeschichte in der Gemeinde
Im Dorf Boldevitz in der Gemeinde Parchtitz steht das Gutshaus Boldevitz. Sein Kernbau wurde 1635 errichtet. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde er im Süden symmetrisch um zwei zweigeschossige Seitenflügel erweitert. Das Herrenhaus besitzt außerdem einen für die damalige Zeit typischen Doppelgiebel, der heute als einzigartig auf der Insel Rügen beschrieben wird.
Im Saal des Mitteltrakts befanden sich ursprünglich die auf Leinwand gemalten Landschaftstapeten von Jakob Philipp Hackert, die zwischen 1762 und 1764 entstanden. Heute sind die Tapeten ausgelagert. Der Hackert-Saal wurde mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert. Baugeschichte, Raumgestaltung und die Geschichte der Gemälde geben dem Gutshaus verschiedene historische Bezugspunkte.
Zum Herrenhaus Boldevitz gehört ein englischer Landschaftspark mit Schwanenteich und klassizistischer Kapelle. Das Parkensemble ergänzt die Architektur um eine gestaltete Landschaft. So stehen am selben Ort die Baugeschichte des Hauses und die Gestaltung des Parks nebeneinander, ohne dass die ausgelagerten Landschaftstapeten Teil eines heutigen Rundgangs wären.
Eine weitere Sehenswürdigkeit der Gemeinde ist das Gutshaus Reischvitz. Die Geschichte des Ensembles umfasst eine Blütezeit, die Enteignung 1945, die LPG-Zeit und den Rückkauf durch die Familie v. Platen im Jahr 1991. Wer sich für Gutshäuser interessiert, findet damit neben der Architektur in Boldevitz auch eine eigene historische Abfolge in Reischvitz.
Strecken in der Gemeinde
Eine landschaftlich schön gelegene Radroute beginnt an der B 96 in Richtung Gademow. Sie führt über Willihof und Muglitz durch den Boldevitzer und Panzevitzer Forst bis nach Gingst. Die benannten Orte und Waldabschnitte machen den Verlauf nachvollziehbar, ohne dass die Route dem Nonnensee-Rundweg zugeschrieben werden muss.
Route 7 „Westrügen“ führt über Boldevitz und Muglitz, ist etwa 29 Kilometer lang und als einfach beschrieben. Für die Streckenwahl ist der Unterschied zum Rundweg am Nonnensee deutlich: Dort sind es etwa fünf Kilometer, bei Route 7 rund 29 Kilometer. Damit stehen eine kürzere Runde am See und eine längere Route mit eigener Schwierigkeitsangabe zur Orientierung bereit.
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