Ein dichtes, gut erhaltenes Wallheckennetz prägt die Landschaft um Nuttel und Wemkendorf. Zugleich zählt Nuttel zu den mittelalterlichen Eschsiedlungen der Gemeinde Wiefelstede. Diese beiden Perspektiven – Landschaft und Siedlungsgeschichte – geben dem Ort einen klaren Charakter für alle, die Ammerland und Kulturgeschichte gemeinsam in den Blick nehmen möchten.
Wallhecken, Esch und Bäke
Der Raum um Nuttel und Wemkendorf weist ein für das Ammerland auffallend dichtes und gut erhaltenes Wallheckennetz auf. Die Wallhecken dienten früher als Grenzmarkierungen und prägen die Ammerländer Parklandschaft. Sie erzählen damit von einer früheren Funktion in der Landschaft, während die Einordnung Nuttels als Eschsiedlung einen weiteren historischen Zugang eröffnet.
Auch die Nutteler Bäke gehört zum Landschaftsbild: Sie zählt zu den Bäken der Gemeinde Wiefelstede, die nach Südwesten entwässern. Das Landschaftsfenster „Turm eines Poeten“ ist ein Aussichtsturm mit Blick auf die charakteristische Landschaft Wiefelstedes. So stehen in Nuttels Themen sowohl konkrete Landschaftsmerkmale als auch ein Blick auf die weitere Umgebung.
Historische Wege und Rastplätze
Der frühere Heiligenberg vor Nuttel diente Kirchgängern als kleine Raststätte. Für Kirchgänger gab es bei Nuttel früher zudem eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit und einen Ort zur Rast. Beide Angaben gehören zur historischen Ortsgeschichte und beschreiben damalige Rast- und Übernachtungsmöglichkeiten.
Auch eine Kapelle soll einst in Nuttel gestanden haben. Ein historischer Fußsteig führte von Borbek durch das Bokeler Moor nach Bokel; Nuttel lag in der Nähe. Diese überlieferte Wegverbindung lässt sich von einer weiteren räumlichen Orientierung unterscheiden: Nuttel liegt an der Strecke von Wiefelstede ins benachbarte Rastede, die auch durch Wemkendorf führt.
Kulturgeschichte in Wiefelstede
In Wiefelstede wurde die St.-Johannes-Kirche 1057 von Erzbischof Adalbert von Bremen geweiht. Sie gilt als älteste Kirche des Ammerlandes. Das Heimatmuseum Wiefelstede liegt im Zentrum des Ortes und zeigt wechselnde Ausstellungen zur Kulturgeschichte, Alltagsgeschichte und zum regionalen künstlerischen Schaffen.
Im Garten des Heimatmuseums befindet sich ein Freilichtmuseum mit einer Dauerausstellung über Handel und Handwerk auf technischem Stand der 1920er und 1930er Jahre. Zu besichtigen sind eine Schusterei, ein Friseurladen, eine Stellmacherei, eine alte Schmiede, ein Bäckerladen und ein Kolonialwarenladen. Die Ausstellung bündelt unterschiedliche Gewerbe und Geschäfte jener Zeit an einem Ort.
In Wiefelstede markiert die von Barbara Jaros gestaltete Wegemarke am Wemkendorfer Hügelgrab eine bronzezeitliche Hügelgräberkette. Die zwei Meter hohe Betonstele mit einer aus Bronze gegossenen Schmucknadel gehört zum Projekt „Vergessene Orte“ des Kunstpfads Ammerland. Zusammen mit der Kirche und dem Heimatmuseum zeigt dieser Bezugspunkt eine weitere Facette der regionalen Kulturgeschichte – ausdrücklich in Wiefelstede.
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