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Harsum lässt sich über seine Kirchenkunst und die Geschichte des alten Dorfkerns kennenlernen. Die Pfarrei wird erstmals 1275 in einer Urkunde erwähnt; der Thie-Platz bildet seit Jahrhunderten das Herzstück des alten Dorfkerns. Hinzu kommen religiöse Zeugnisse, ein Baudenkmal am St.-Cäcilia-Areal und ein Kapitel der Industriegeschichte. Für einen Aufenthalt mit Interesse an Ortsgeschichte bietet der Ort damit mehrere unterschiedliche Themen statt einer einzigen historischen Epoche.

St. Cäcilia: Wiederaufbau, Orgel und Bildzyklen

Die Geschichte von St. Cäcilia ist von einem Einschnitt im 19. Jahrhundert geprägt: Ein Blitzschlag zerstörte die Vorgängerkirche am 21. November 1883. Ab 1884 wurde St. Cäcilia im neuromanischen Stil wiederaufgebaut. Zur Ausstattung gehört die historische Schaper-Orgel von 1890 mit 30 Registern und 1.878 Pfeifen. Auch die Innenausmalung ist ein besonderer Aspekt der Kirche: Die kunsthistorisch bedeutende Ausmalung im Stil des Historismus stammt von Valentin Volk und gilt als besondere Kostbarkeit.

Die Querhäuser enthalten jeweils eigene Bilderzyklen. Im südlichen Querhaus sind die Bilder der Gottesmutter Maria gewidmet, im nördlichen der Kirchenpatronin Cäcilia. Die unterschiedlichen Widmungen geben der Ausstattung eine klare Gliederung. Zusammen mit der Orgel und der neuromanischen Architektur zeigen sie verschiedene Zugänge zur Kirchen- und Kunstgeschichte Harsums. Die erste urkundliche Erwähnung der Pfarrei im Jahr 1275 reicht zeitlich deutlich weiter zurück als der Wiederaufbau der Kirche.

Pfarrhaus und Spuren des alten Dorfkerns

Zum St.-Cäcilia-Areal gehört auch das Pfarrhaus in Mahnhof 4. Das um 1800 errichtete Gebäude ist ein Baudenkmal und Teil einer denkmalgeschützten Gruppe baulicher Anlagen. Sein hoher Schau- und Zeugniswert begründet seine Bedeutung für die Ortsgeschichte Harsums sowie für die Bau- und Kunstgeschichte. Damit ergänzt es die Kirchenkunst um ein eigenständiges Beispiel historischer Baukultur.

Der Thie-Platz war früher ein zentraler Ort des dörflichen Lebens. Bei Festlichkeiten, Gedenkfeiern und den feierlichen Aufmärschen der Schützenfeste stand er im Mittelpunkt. Das Hexentor erinnert an die ehemalige Harsumer Dorfbefestigung: Es war eines ihrer drei Tore; die Befestigung bestand bis 1825. Als weitere historische Markierung steht das alte Wegekreuz, das als „Spinnekreuz“ bekannt ist, seit 1813 nahe dem ehemaligen Kuhhirten-Tor.

Kapelle, Kreuze und gelebte Tradition

An der Marienkapelle steht eine überlebensgroße Marienstatue aus dem Jahr 1726. Das vielbesuchte Marienstandbild erhielt 1857 ein „würdiges Dach“. Die Kapelle ist das einzige Denkmal im Bistum Hildesheim, das der „unbefleckten Empfängnis“ gewidmet ist. In den Sommermonaten finden dort bis heute regelmäßig Gottesdienste statt. Wenn Sie einen Gottesdienstbesuch planen, prüfen Sie die Termine vorab.

Ein anderes religiöses Zeichen ist das Doppelkreuz mit zwei gleich langen Querbalken. Es steht am südlichen Waldrand des Harsumer Holzes, unweit des Stichkanals. Das Kreuz wird regelmäßig erneuert und ist bis heute eine Station der Flurprozession. Marienkapelle und Doppelkreuz stehen so für unterschiedliche Formen religiöser Erinnerung und Praxis; eine Verbindung als gemeinsamer Weg ist damit nicht vorausgesetzt.

Ein weiteres Kapitel: die Zuckerfabrik

Auch die Industriegeschichte gehört zu Harsums Vergangenheit. Mit der ersten Zuckerkampagne begann 1872 die Geschichte der Zuckerfabrik Harsum. Nach fast 130 Jahren wurde sie 2001 geschlossen und ging als kleinste Zuckerfabrik Deutschlands und Europas in die Geschichte ein. Das Fabrikgelände ist nicht mehr intakt. Die lange Zeitspanne zwischen Beginn und Schließung unterscheidet dieses Kapitel deutlich von den älteren Kirchen- und Dorfzeugnissen.

Anreiseplanung und Unterkunftssuche

Am Bahnhof Harsum gibt es Fahrrad- und Pkw-Stellplätze. Wenn diese für Ihre Planung wichtig sind, prüfen Sie die Stellplatzangaben vor der Reise nochmals. Wer ein Hotel in Harsum sucht, kann den Ort besonders dann in Betracht ziehen, wenn Kirchenkunst, religiöse Zeugnisse und Dorfgeschichte den gewünschten Schwerpunkt bilden. Die genannten Themen helfen bei der Wahl des Reiseziels, ohne eine bestimmte Unterkunft oder deren Ausstattung vorauszusetzen.

Im übergeordneten Reiseziel Hildesheim

Im übergeordneten Reiseziel Hildesheim bietet das Fagus-Werk in Alfeld einen eigenen Architekturbezug. Es gilt als das erste wirklich moderne Bauwerk und als Ursprungswerk moderner Industriearchitektur. Im Fagus-Werk befindet sich ein UNESCO-Besucherzentrum mit interaktiven Stationen zur Geschichte der Welterbestätte und zu den Kerngedanken der Welterbekonvention. So stehen im größeren Reiseziel neben Harsums Ortsgeschichte auch Themen der modernen Industriearchitektur.

Weitere Reiseziele entdecken: Giesen, Hoyershausen, Ahrbergen, Hildesheim, Westfeld, Algermissen, Elze, Brüggen.

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