Der 105 Kilometer lange Innerste-Radweg kann von der Gemeinde Holle flussabwärts bis nach Sarstedt verfolgt werden. Der Giftener See liegt im Sarstedter Naherholungsgebiet und setzt einen anderen, örtlich verankerten Akzent. Wer Sarstedt auswählt, kann den Schwerpunkt auf die Radroute, lokale Baugeschichte oder zusätzlich Kulturziele im übergeordneten Reiseziel Hildesheim legen.
Radweg, See und Baugeschichte in Sarstedt
Zu den lokalen Bauwerken zählt das alte Rathaus von Sarstedt. Es stammt aus dem Jahr 1799, zeigt blaues Fachwerk und besitzt eine große Freitreppe. Die Heilig-Geist-Kirche wurde 1913 erbaut; Besucher können dort Buntglasfenster mit christlicher Symbolik besichtigen. Das verbindet die Geschichte eines Kirchenbaus mit einem konkreten Detail seiner Ausstattung. Beim ehemaligen Ostertor ist ein kleiner Rest der alten Stadtmauer erhalten. Rathaus, Kirche und Mauerrest stehen für unterschiedliche historische Bezüge: ein Rathaus aus dem späten 18. Jahrhundert, ein Kirchenbau aus dem frühen 20. Jahrhundert und ein verbliebener Teil der früheren Befestigung.
Kultur im übergeordneten Reiseziel Hildesheim
Im übergeordneten Reiseziel Hildesheim kommen weitere Kulturthemen hinzu. Die Region Hildesheim liegt zwischen der Hildesheimer Börde, dem Leinebergland und den Ausläufern des Harzes. In Hildesheim selbst stehen Baukunst, sakrale Bildwerke und Sammlungen im Mittelpunkt.
Der UNESCO-Welterbe-Mariendom beherbergt die Bernwardtür, ein Meisterwerk der Bronzegusskunst, sowie einzigartige Kunstschätze und einen 1.000 Jahre alten Rosenstock. St. Michaelis bietet einen anderen architektonischen Schwerpunkt: Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika im ottonischen, vorromanischen beziehungsweise frühromanischen Baustil. Ihr monumentales Deckenbild aus dem 13. Jahrhundert stellt auf 1.300 Eichenbrettern den Stammbaum Christi dar. Gemeinsam mit dem Mariendom wurde St. Michaelis 1985 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Am St.-Andreas-Kirchturm können Besucher 364 Stufen bis zu einer 75 Meter hohen Aussichtsebene hinaufsteigen und den Rundumblick über Hildesheims Dächer genießen.
Auch das Fagus-Werk in Alfeld eröffnet eine andere Perspektive auf Architektur: Es gilt als das erste wirklich moderne Bauwerk und als Ursprungswerk moderner Industriearchitektur. Dort beherbergt ein UNESCO-Besucherzentrum interaktive Stationen zur Geschichte der Welterbestätte und zu den Kerngedanken der Welterbekonvention. Das Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim wiederum beherbergt die zweitgrößte ägyptische Sammlung der Welt sowie eine naturkundliche, eine ethnologische, eine stadtgeschichtliche und eine Gemälde- und Grafiksammlung. Seit Dezember 2025 können Besucher in der neu eröffneten ägyptischen Dauerausstellung Objekte aus 4.000 Jahren altägyptischer Kultur an verschiedenen Mitmachstationen multimedial, familienfreundlich und erlebnisorientiert entdecken. So unterscheiden sich die Hildesheimer Kulturthemen deutlich: von Kirchenbau und Kunsthandwerk über moderne Industriearchitektur bis zu ägyptischer Kultur und weiteren Sammlungsgebieten. Das Knochenhauer-Amtshaus auf Hildesheims historischem Marktplatz ergänzt diesen Blick als ehemaliges Gildehaus mit Hunderten geschnitzten und gemalten Kunstwerken.
Weitere Reiseziele entdecken: Hoyershausen, Winzenburg, Algermissen, Söhlde, Weenzen, Rheden, Freden, Brüggen.
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