Ein Garten erzählt von der letzten Eiszeit, eine Werksführung von der Stahlherstellung: Salzgitter bietet sehr unterschiedliche Zugänge zu Geschichte und Landschaft. Zum Städtischen Museum Schloss Salder gehört seit dem 2. Juli 2006 der 2.000 Quadratmeter große Eiszeitgarten. Zusammen mit der archäologischen Dauerausstellung „50.000 Jahre Leben in Salzgitter“ zeigt er die Lebensumstände der Neandertaler, die zu Beginn der letzten Eiszeit im nördlichen Harzvorland auf die Jagd gingen. Entsprechende Funde stammen von der Krähenriede in Lebenstedt.
Von der Eiszeit bis zur Stahlherstellung
Das Städtische Museum Schloss Salder stellt die Geschichte der Region von der Urgeschichte bis ins beginnende 20. Jahrhundert dar. Der Eiszeitgarten setzt dazu einen konkreten Akzent: Er macht das Thema der archäologischen Dauerausstellung auch im Freien erlebbar. Alle Abteilungen des Museums bieten Führungen, Workshops, Kindergeburtstage und Mitmachaktionen als museumspädagogisches Programm an. Wenn Sie ein bestimmtes Format besuchen möchten, prüfen Sie vorab den passenden Termin.
Einen anderen Einblick eröffnet die Salzgitter Flachstahl GmbH, ein Unternehmen der Salzgitter AG. Sie bietet Besichtigungstouren durch das Hüttenwerk an. Dabei wird die Stahlherstellung vom Roheisenhochofen bis zu Halb- und Fertigprodukten in den Walzwerken erläutert. Teilnehmen können Einzelpersonen sowie Kleingruppen mit bis zu 15 Personen. Das Mindestalter beträgt 16 Jahre; erforderlich ist zumindest durchschnittliche Kondition. Die Tour umfasst lange Wege und Treppen und ist für Personen mit Gehbehinderung nicht geeignet.
Wassersport und geschützte Natur
Der Salzgittersee ist das Wassersportzentrum Südostniedersachsens. Seine Fläche beträgt 75 Hektar, seine Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung 2.120 Meter. Als Revier dient er Seglerinnen und Seglern, Surferinnen und Surfern sowie Rudernden und Kanufahrenden. Die Maße geben eine Vorstellung von der Größe des Sees; die genannten Wassersportarten zeigen, worauf seine Nutzung ausgerichtet ist.
Einen Naturkontrast bietet das Gelände am Heerter See. Das 272 Hektar große Areal des ehemaligen Klärteichs 3 steht einschließlich eines kleinen Restes des ehemaligen Waldes unter Naturschutz. Um das Naturschutzgebiet und Europäische Vogelreservat Heerter See ist eine Wandertour möglich; sie gilt als besonderes Erlebnis für Naturinteressierte. Die geschützte Landschaft und die Wandermöglichkeit sprechen hier ein anderes Interesse an als der Wassersport am Salzgittersee.
Auch Salzgitter-Bad liegt in einer landschaftlich geprägten Umgebung: Der Ort ist in den Salzgitter-Höhenzug eingebettet und ein guter Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen in abwechslungsreicher Natur. Zu den Aussichtspunkten zählt der Bismarckturm auf dem 272 Meter hohen Hamberg. Der Turm wurde 1900 errichtet. Über 24 Steinstufen gelangt man zur ersten Plattform; weitere 57 Holzstufen führen zur obersten von insgesamt vier Plattformen. Er zählt zu den drei Bismarcktürmen aus Metall, ist jedoch kein reiner Metallturm. Von Aussichtspunkten wie diesem reicht der Blick auf das Nördliche Harzvorland.
Kirchen, Burgen und Freiluftbühne
In Schloss Ringelheim ist die 1694 im Barockstil wieder- und neuerrichtete Klosterkirche jedes Jahr im Mai Austragungsort der Ringelheimer Orgeltage. Da sich die künftige Programmplanung ändern kann, lohnt sich ein Blick auf die Termine für das gewünschte Jahr. Eine andere Form von Kultur bietet der Gutspark Flachstöckheim: Im ehemaligen englischen Garten der Adelsfamilie von Schwicheldt steht eine Freilichtbühne, auf der Konzerte und Kindertheater aufgeführt werden.
Die Baugeschichte reicht an mehreren Orten weit zurück. Die Wasserburg Gebhardshagen in Salzgitter wurde um das Jahr 1000 erbaut und zählt zu den ältesten Wasserburgen im Land Braunschweig. In der Burgruine Lichtenberg befindet sich im wiederaufgebauten Bergfried eine Dauerausstellung zur Burggeschichte und zu archäologischen Funden. Beide Orte geben der Geschichte unterschiedliche Bezugspunkte: die Wasserburg als frühes Bauwerk und der Bergfried als Ort einer Ausstellung zur Burg und ihren Funden.
Ein weiteres Thema begegnet Ihnen im Rosengarten: Der Gradierpavillon ist eine Anlage zur Salzgewinnung. Sein Holzgerüst ist vorwiegend mit Schwarzdorn-Reisigbündeln gefüllt; der Pavillon lädt dazu ein, die als gesund geltende Luft einzuatmen. Zusammen mit Museum, Industrie, Kirchen und Burgen erweitert er die Auswahl um einen anderen, mit Salz verbundenen Aspekt.
Orientierung für den Besuch
Salzgitter-Ringelheim verfügt über einen eigenen Bahnhof mit Anschluss an den Regionalverkehr. Die dem Schloss Ringelheim nächstgelegene Bushaltestelle heißt „Goslarsche Straße“ und wird von den Linien 650 und 656 bedient. Prüfen Sie die Fahrpläne vor der Fahrt, denn sie können sich ändern. Für die Planung können Sie die Ziele nach Ihrem Schwerpunkt ordnen: Museum und Archäologie, Wasser- und Naturlandschaft, Industriegeschichte oder Bauwerke und Veranstaltungen.
Weitere Reiseziele entdecken: Bad Salzgitter, Lebenstedt, Gifhorn, Aurich, Helmstedt, Osterholz, Goslar, Delmenhorst.
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