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Westerholt bietet mehrere konkrete Ansätze für eine Entdeckungsreise: mittelalterliche Spuren an der Kirche, die Geschichte einer historischen Orgel und eine Besucherturbine mit wetterabhängigem Blick über Ostfriesland. Auch Radwandern und eine ausgeschilderte Rundroute gehören zu den Themen, die sich bei der Planung berücksichtigen lassen. Zur Orientierung: Die Landesstraßen 6 in Ost-West-Richtung und 7 in Nord-Süd-Richtung treffen sich im Kreisverkehr in Westerholt.

Kirche, Wehrgeschichte und Orgel

An der Südwand der Westerholter Kirche sind Reste mittelalterlicher Malereien erhalten. Auch die Kanzel ist bemerkenswert: Sie zählt zu den ältesten Holzkanzeln in Ostfriesland. Die Geschichte des Bauwerks umfasst zudem eine zeitweise befestigte Nutzung. Die Kirche war von Wall und Graben umgeben und schützte als Wehrkirche die Westgrenze des Machtbereichs der harlingerländischen Landeshäuptlinge. Wandmalereien, Kanzel und Befestigung verweisen damit auf unterschiedliche Aspekte der Kirchengeschichte.

Ein weiterer Blickpunkt ist die Orgel der Westerholter Friedenskirche. Der Esenser Orgelbauer Arnold Rohlfs baute sie 1840 bis 1842. Das Instrument ist einmanualig, hat ein angehängtes Pedal und acht Register. Es ist weitgehend erhalten und wurde 1988/89 von Martin Haspelmath restauriert. Bauzeit, erhaltene Teile und Restaurierung geben zusammen einen knappen Überblick über die Geschichte dieses Instruments.

Windpark Norderland und Aussicht

Der Windpark Norderland liegt im Hammrich der Gemeinden Nenndorf, Westerholt und Schweindorf. Seine 35 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 52,5 Megawatt nahmen Mitte 1998 den Betrieb auf. Eine der Anlagen ist für Besucher vorgesehen und verfügt über eine Innenwendeltreppe sowie ein verglastes Aussichtsrondell unterhalb des Maschinenhauses.

Das Aussichtsrondell liegt 68 Meter hoch. Bei gutem Wetter sind von dort die ostfriesischen Inseln und die ostfriesische Halbinsel zu sehen. Die Wetterbedingung gehört zur Aussicht dazu: Der Blick ist nicht unabhängig von der Sichtlage. Für die Reiseplanung verbindet sich hier ein technisches Thema mit einer Aussicht, die sich von den historischen Details der Kirche klar unterscheidet.

Radwandern und die Holtriem-Rundroute

Westerholt verfügt über ein gut ausgebautes Radwandernetz. Als Wanderangebot ist außerdem der etwa 48 Kilometer lange Holtriem-Wander-Weg beschrieben. Er verbindet vorhandene Wirtschaftswege zu einem Rundwanderweg durch landschaftlich reizvolle Gebiete Holtriems. Der Weg ist gut ausgeschildert; Familien mit Kindern können ihn in Teilstrecken erkunden, die ihrem Leistungsvermögen entsprechen.

Damit stehen unterschiedliche Formen der Bewegung zur Auswahl: ein Radwandernetz und eine benannte, ausgeschilderte Wanderrunde. Die ungefähre Länge von 48 Kilometern bezieht sich auf den gesamten Rundweg; die Möglichkeit, Teilstrecken zu gehen, erlaubt eine andere Planung als die komplette Runde. Welche Abschnitte infrage kommen, lässt sich am eigenen Zeitrahmen und an den Fähigkeiten der mitwandernden Kinder ausrichten.

Der Goldfund von Terheide

Zur Geschichte der zugehörigen Gemeinde gehört ein Fund aus Terheide bei Westerholt. Am 15. Januar 1872 fand Jacob Behrend Braams aus Nenndorf neben der Auricher Straße ein Tongefäß mit zwei goldenen Kapseln. Die beiden Goldschalen werden als bronzezeitliche Trinkgefäße gedeutet; möglicherweise wurden sie bei Opferhandlungen verwendet. Dabei bleibt die Verwendung bei solchen Handlungen eine Möglichkeit, nicht eine gesicherte Aussage. Der Fund bringt einen archäologischen Themenstrang in die Orts- und Kirchengeschichte ein, ohne dass Terheide mit dem Westerholter Siedlungskern gleichgesetzt werden muss.

Wittmund als übergeordnetes Reiseziel

Im übergeordneten Reiseziel Wittmund kommen weitere, eigenständige Landschafts- und Geschichtsthemen hinzu. Die Peldemühle wurde 1741 zum Schälen von Gerste mit Wohngebäude und Scheune errichtet. Sie ist der älteste einstöckige Galerieholländer Nordwestdeutschlands. Im Wittmunder Wald, der über 700 Hektar groß ist, gibt es mehrere Wanderpfade und Wege für Waldspaziergänge und Radtouren.

Im Wald befindet sich außerdem ein kreisrundes Waldmoor, das als eiszeitliche Pingo-Ruine bezeichnet wird; dort gibt es eine Aussichtsplattform mit Bank. Mühle und Wald setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Die Peldemühle steht für Bau- und Nutzungsgeschichte, während der Wald Wege für Spaziergänge und Radtouren sowie ein besonderes Moorgebiet umfasst. Diese Themen sind Wittmund zuzuordnen und ergänzen den Blick auf Westerholt um weitere Aspekte des übergeordneten Reiseziels.

Weitere Reiseziele entdecken: Willmsfeld, Friedeburg, Neuharlingersiel, Neuschoo, Nenndorf, Eversmeer, Carolinensiel, Utarp.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Wittmund.

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