Rüber verbindet Bau- und Kirchengeschichte mit einer Radwanderroute, die durch den Ort führt. Zu den örtlichen Bezugspunkten zählen die St. Margarethenkirche, das Backes in der Ortsmitte und ein Wegekreuz an der Küttiger Straße. Im näheren Umfeld liegt außerdem das Naturschutzgebiet „Feuchtgebiete im Nothbachtal“. Für die Reiseplanung stehen damit einzelne Geschichtszeugnisse, ein geschützter Landschaftsraum und eine längere Radstrecke als unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander.
Kirche und Backes: unterschiedliche Baugeschichten
Die St. Margarethenkirche in Rüber wurde 1909/1910 nach Plänen des Architekten Hektor aus Saarbrücken erbaut und 1910 geweiht. Die Ausmalung entstand später: 1916 schuf sie die Firma Dyderski & Nikolaus aus Andernach am Rhein. Sie ist im Original erhalten und wurde 1994 vorsichtig restauriert. Die Abfolge unterscheidet die Bau- und Weihezeit von der späteren Ausmalung und ihrer Restaurierung.
Das Backes in der Ortsmitte ist frisch restauriert und steht seit 1980 unter Denkmalschutz. Als ehemaliges Schul- und Backhaus ist es ein teilweise massiv ausgeführter Fachwerkbau aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Ende des 19. Jahrhunderts kam eine Erweiterung hinzu. So stehen bei den beiden Gebäuden unterschiedliche Aspekte im Vordergrund: Bei der Kirche sind Bau, Weihe und Ausmalung einzeln datiert; beim Backes verbinden sich frühere Nutzungen mit einer breiter gefassten Bauzeit und einer späteren Erweiterung.
Weitere historische und landschaftliche Bezüge
Bei der Küttiger Straße 2 steht ein Wegekreuz, das wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert stammt. Bei Rüber diente außerdem eine frühere St.-Margarethen-Kapelle bis 1766 als Kirche. Diese historischen Bezüge setzen andere Zeitmarken als der Bau der St. Margarethenkirche im frühen 20. Jahrhundert. Beim Wegekreuz bleibt die Datierung wahrscheinlich; die frühere Kapelle ist durch ihre Nutzung als Kirche bis 1766 zeitlich einzuordnen.
Im näheren Umfeld liegt zwischen Rüber, Küttig und Gappenach das mehr als 27 Hektar große Naturschutzgebiet „Feuchtgebiete im Nothbachtal“. Die Lage zwischen drei Siedlungen und die genannte Flächengröße geben diesem Landschaftsbezug einen anderen Maßstab als den einzelnen Bauwerken im Ort.
Radroute und weiterer Kulturrahmen
Für Radwanderer führt Route 1 über Lonnig, Rüber, Kalt, Mörz und Münstermaifeld. Sie ist etwa 40 Kilometer lang und verläuft anschließend über die ehemalige Bahntrasse zurück Richtung Ochtendung. Rüber ist damit eine Station innerhalb einer Route mit mehreren benannten Orten. Wer die Strecke einplant, sollte Wegzustand und Beschilderung vor Ort prüfen.
Im übergeordneten Reiseziel Mayen-Koblenz kommen weitere Kulturthemen hinzu. Die Genovevaburg ist eines der Wahrzeichen von Mayen und wurde 1280 durch den Trierer Erzbischof Heinrich von Finstingen erbaut. Die Sayner Hütte ist ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur und das einzige Denkmal in Rheinland-Pfalz mit dieser Auszeichnung. In Mendig ist der Lava-Dome das Deutsche Vulkanmuseum. Damit umfasst der regionale Kulturrahmen neben den Bauzeugnissen in Rüber auch Burg- und Industriegeschichte sowie ein Museum in Mendig.
Weitere Reiseziele entdecken: Nitztal, Oberfell, Rhens, Lind, Waldesch, Siebenbach, Ochtendung, Kirchwald
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Mayen-Koblenz.