Prath liegt als Hochlandsiedlung zwischen Wiesen und Wäldern auf den Höhen über dem UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Bergbaugeschichte, Kirche und Wanderbezüge geben dem Ort verschiedene inhaltliche Schwerpunkte. Für die Planung stehen damit Spuren des Erzabbaus, konkrete Kirchenausstattung und Wege in der Landschaft nebeneinander.
Wanderwege zwischen Höhen und Rhein
Prath liegt nahe dem Rheinsteig. Von der Gegend der Pulsbachklamm aus setzt sich der Rheinsteig über die Rheinhöhen fort; aus dem Gebiet von Prath können Wandernde durch die Pulsbachklamm zum Rhein absteigen. Das sind unterschiedliche Wegbezüge: Der Rheinsteig führt über die Höhen, die Pulsbachklamm eröffnet einen Abstieg zum Fluss. Der Bergbau- und Landschaftspfad Wellmich-Prath-Ehrental setzt einen anderen Akzent. Er ist mehr als fünf Kilometer lang und vermittelt die jahrhundertealte Bergbaugeschichte im Mittelrheingebiet. So lässt sich nach Interesse wählen: Bergbaugeschichte auf dem Themenpfad oder Höhen- und Flussbezüge bei Rheinsteig und Pulsbachklamm. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die aktuellen Wegbedingungen; bei der Pulsbachklamm sollten Sie außerdem Gelände- und Zugangsbedingungen berücksichtigen.
Ein weiterer regionaler Landschaftsaspekt sind die Mittelrhein-Hänge: Pflegemaßnahmen zielen dort auf den Erhalt von Orchideen und Kalkmagerrasen. Damit gehört neben Wanderwegen und Bergbaugeschichte auch Naturschutz zum Blick auf die Landschaft.
Kirche St. Goar und ihre Ausstattung
Kirche St. Goar in Prath ist dem heiligen Goar gewidmet. Das Kircheninnere wurde in barocker Form restauriert. Der marmorne Aufsatz des Hochaltars stammt aus dem späten 17. Jahrhundert, die Kanzel wurde 1760 gefertigt. So lassen sich an der Ausstattung unterschiedliche Entstehungszeiten erkennen. Für Wandernde auf dem Rhine Trail ist die Kirche ein Ort zum Rasten und Nachdenken. Da die Zugänglichkeit variieren kann, prüfen Sie sie vor Ihrem Besuch.
Bergbaugeschichte und historische Spuren
Das kleine private Mineralien- und Bergbaumuseum wurde vom früheren Bergbauspezialisten Helmut Kaspar gegründet. Es erinnert an den Abbau von Blei und Silber, der bis in die 1960er-Jahre fortdauerte. Besuche sind nach vorheriger Absprache möglich, auch an Wochenenden. An der Sachsenhäuser Hütte wurden ab 1769 Silber-, Blei- und Kupfervorkommen abgebaut. Die Grube Gute Hoffnung war bis 1961 mit dem Abbau von Blei- und Zinkerz in Betrieb. Halden und der Sachsenhäuser Wald erinnern weiterhin an den früheren Bergbaubetrieb. Die verschiedenen Schauplätze unterscheiden sich auch durch die genannten Rohstoffe: Bei der Grube Gute Hoffnung stehen Blei und Zink im Vordergrund, an der Sachsenhäuser Hütte kamen zudem Silber und Kupfer vor. Eine ältere Namensspur betrifft den Bereich des Sachsenhäuser Hofs: Um 1250 ist dort der Name Sassinhusin überliefert.
Der größere Rahmen: Rhein-Lahn
Im übergeordneten Reiseziel Rhein-Lahn liegt der rechtsrheinische Abschnitt des Kreises von Kaub bis Lahnstein im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal und im Tal der Loreley. Die Welterbestätte umfasst einen 65 Kilometer langen Abschnitt zwischen Bingen, Rüdesheim und Koblenz. Zu ihren Merkmalen gehören historische Kleinstädte, terrassierte Weinberge und Burgruinen. Dieser regionale Rahmen ergänzt Praths eigene Orientierung auf den Höhen über dem Mittelrheintal.
Für den Aufenthalt lassen sich die Themen unterschiedlich gewichten: Das Museum erschließt die Bergbaugeschichte nach vorheriger Absprache, die Kirche bietet eigene historische Details, und die Wanderbezüge führen von den Rheinhöhen bis zum Fluss. Bei der Tourenplanung zählen die aktuellen Wegbedingungen; für den Museumsbesuch ist eine vorherige Vereinbarung nötig.
Weitere Reiseziele entdecken: Sankt Goarshausen, Braubach, Kamp-Bornhofen, Kaub, Kestert, Filsen, Bornich, Osterspai
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Loreley.