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Dehlingen verbindet Baugeschichte mit einem klaren Wanderbezug: Das Gemeindebackhaus und ein gusseisernes Brunnenbecken geben der Ortsgeschichte konkrete Anknüpfungspunkte; der Kölner Weg erreicht den Ortsrand und führt anschließend durch das Hirzbachtal. Für einen Aufenthalt stehen damit unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander: historische Bauformen und überlieferte Ortsgeschichte oder Zeit auf den Wegen.

Bauzeugnisse mit unterschiedlichen Datierungen

Das Gemeindebackhaus in Dehlingen ist ein Bruchsteinbau mit teilweise ausgeführtem Fachwerk und Ziegelausfachung. Es stammt vermutlich aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Baubeschreibung verbindet damit drei konkrete Merkmale: Bruchstein, Fachwerk und Ziegel. Die Zeitangabe bleibt bewusst näherungsweise und ordnet das Backhaus einer Epoche zu, statt ein einzelnes Baujahr zu nennen.

Bei Kirchweg 13 befindet sich ein gusseisernes Becken eines Laufbrunnens, das mit der Jahreszahl 1881 bezeichnet ist. Hier stehen das Material des Beckens und die Jahreszahl im Mittelpunkt. Zusammen zeigen Backhaus und Brunnenbecken unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Blick auf die Ortsgeschichte: Beim Backhaus sind Bauweise und wahrscheinliche Entstehungszeit prägend, beim Brunnenbecken die genaue Ortsangabe und die bezeichnete Jahreszahl.

Überlieferungen, Schule und Bergbau

Überlieferungen zufolge wurde Dehlingen 1618 gegründet; bereits 1619 ist der Ort als Dellingen belegt. Die Jahreszahlen haben dabei unterschiedliche Rollen: 1618 gehört zur Gründungsüberlieferung, während die Namensform Dellingen für 1619 belegt ist. So lassen sich die frühe Geschichte des Ortes und die verschiedenen historischen Angaben auseinanderhalten.

Für 1792 ist eine lutherische Dingschule überliefert. Ein Dinglehrer unterrichtete dort etwa sieben bis zehn Kinder. Die ungefähre Zahl macht aus dem Schulhinweis einen konkreten Einblick in die damalige Unterrichtssituation, ohne den Blick allein auf Jahreszahlen zu richten.

Eine deutlich spätere historische Station ist der Bergbau. In der ehemaligen Grube Urwald im Hirzbachtal bei Dehlingen wurden von 1869 bis 1900 Kupfer-, Blei- und Eisenerz abgebaut. Die Grube ist nicht mehr in Betrieb. Schule und Bergbau stehen für unterschiedliche Themen der Ortsgeschichte: Unterricht im Jahr 1792 auf der einen, der Erzabbau im späten 19. Jahrhundert auf der anderen Seite.

Wanderwege und Blick ins Nistertal

Die Etappe 09 des Kölner Wegs erreicht den Ortsrand von Dehlingen und führt anschließend durch das Hirzbachtal. Auf dem Kölner Weg wird der Hirzbach überquert; danach führt die Route unter einer Eisenbahnbrücke hindurch, die den Bach überspannt. Bachquerung und Brücke sind zwei konkrete Punkte, an denen sich der beschriebene Verlauf orientiert.

Vom Kölner Weg eröffnet sich ein Blick auf mehrere Dörfer im Nistertal und auf den Stöffel. Der Stöffel ist ein ehemaliger, 492 Meter hoher Basaltkegel zwischen Enspeler Bach und Nister. Ob die Sicht frei ist, hängt von Wetter und Bewuchs ab. Der Blick verbindet damit die Dörfer im Tal mit einem deutlich bezeichneten Landschaftsmerkmal.

Eine andere Wanderoption ist der Hirzbach-Rundweg. Er beginnt und endet am Parkplatz am Ende des Stadtweges in Alpenrod-Dehlingen. Die beiden Wegbeschreibungen setzen unterschiedliche Planungsanker: Beim Kölner Weg geht es um den Verlauf bis zum Ortsrand und weiter durchs Tal; beim Rundweg um einen benannten Start- und Endpunkt.

Routenbedingungen und zeitweilige Umleitungen können sich ändern. Prüfen Sie deshalb vor einer Wanderung die aktuellen Routenhinweise; die Parkbedingungen am Ausgangspunkt des Hirzbach-Rundwegs sollten Sie vor Ort verifizieren.

Weitere Reiseziele entdecken: Pottum, Nomborn, Nister, Helferskirchen, Niederelbert, Limbach, Steinen, Mörsbach.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Westerwald.

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