Neudorfs Bergbaugeschichte hat einen anschaulichen Ausgangspunkt: Auf dem historischen Neudorfer Bergbaurundwanderweg gelangen Wandernde über die sogenannte Menschentrappe zur stark eisenhaltigen Stahlquelle. Der etwa 15 km lange Rundweg beginnt und endet in Neudorf und bildet mehr als 600 Jahre Bergbaugeschichte im Neudorfer Revier ab. Mit dieser Länge ist die Runde ein eigener Wanderbaustein für die Tagesplanung. Prüfen Sie die Wegverhältnisse, wenn Sie sie für einen bestimmten Tag einplanen.
Bergbaugeschichte und Wasser
Der Birnbaumteich setzt einen anderen Akzent: Im 17. Jahrhundert wurde er als wichtiger Wasserspeicher für den Bergbau angestaut; heute ist er ein Badegewässer. Seine Geschichte verbindet damit die Wasserversorgung des Bergbaus mit seiner Einordnung als Badegewässer. Wer sich für Neudorf interessiert, findet hier neben der Bergbauroute einen zweiten, eigenständigen Blick auf die Ortsgeschichte.
Die beiden Themen unterscheiden sich auch in ihrer Form: Der Rundwanderweg vermittelt Bergbaugeschichte unterwegs und führt zur Stahlquelle; beim Birnbaumteich stehen seine frühere Funktion als Wasserspeicher und seine heutige Einordnung als Badegewässer im Mittelpunkt. So lässt sich das Ortsprogramm entweder auf die Wanderung ausrichten oder um den Teich ergänzen, ohne beide Orte zu einer einzigen Route zusammenzufassen.
Kirche und Heimatgeschichte
Auch die Baugeschichte von Neudorf ist konkret greifbar. Das heutige Kirchengebäude von St. Petrus und Paulus entstand 1888 und ersetzte einen Vorgängerbau, der durch einen Brand stark beschädigt worden war. Die Heimatstube Neudorf bewahrt zahlreiche Sachzeugen zur Geschichte des ehemaligen Bergbaudorfes. Zusammen setzen Kirche und Heimatstube unterschiedliche Schwerpunkte: die Entstehung des heutigen Kirchengebäudes auf der einen, die überlieferten Gegenstände zur Geschichte des Bergbaudorfes auf der anderen Seite.
Weitere Themen im übergeordneten Reiseziel Harzgerode
Im übergeordneten Reiseziel Harzgerode ergänzen weitere Themen die Neudorfer Ortsgeschichte. Schloss Harzgerode ist ein Renaissancebau mit Treppenturm und Rundturm. Es wurde zwischen 1549 und 1552 neu errichtet und diente von 1635 bis 1709 als Residenz der Harzgeröder Linie des anhaltischen Fürstenhauses. Im Schloss befindet sich auch das HARZKUGELEUM: Eine Buchenholzkugel durchläuft gemeinsam mit den Besuchern verschiedene Themenwelten. Durch Form und Gewicht vermittelt sie Informationen zum Unterharz, zum Bergbau, zur Natur sowie zur Orts- und Regionalgeschichte im Wandel der Zeiten. Architekturgeschichte und eine interaktive Vermittlungsform bieten damit unterschiedliche Zugänge zu den Themen der Region.
Auch im übergeordneten Reiseziel Harzgerode gibt es Angebote mit anderem Schwerpunkt: Entlang des HARZGERÖDER KUGELsPASS liegen zwei Spielplätze und acht Stationen mit Kugelbahnen. Mehrsprachige Audiostationen gibt es auf Deutsch für Erwachsene und Kinder sowie auf Russisch, Dänisch, Englisch und Chinesisch. Die Naturrodelbahn führt auf 1.100 Metern von der Harzgeröder Hochfläche in mehreren Kurven hinab ins Selketal bis zur Promenade nach Alexisbad und überwindet dabei rund 75 Höhenmeter. Rodeln hängt von der Schneemenge ab; bei zu wenig Schnee eignet sich die Strecke auch für eine Winterwanderung.
Für die Bahnanreise nach Harzgerode führt die Verbindung über Quedlinburg: zunächst mit der Bahn nach Quedlinburg, anschließend mit der Selketalbahn weiter. Prüfen Sie für Ihren Reisetag den Fahrplan.
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