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Mittelherwigsdorf liegt im Tal des Rietschebachs, auch Ritzebach genannt, und der Mandau. Der Ort ist ein 7,5 Kilometer langes Waldhufendorf mit hufeisenförmigem Grundriss. Wer für eine Reise Baukultur und Wege in den Blick nehmen möchte, findet hier Siedlungsgeschichte, Umgebindehäuser und mehrere benannte Routen als unterschiedliche Anknüpfungspunkte.

Siedlungsform und Baukultur

Mittelherwigsdorf wurde 1312 erstmals urkundlich erwähnt und gilt als eine der ältesten Siedlungen in der südlichen Oberlausitz. Auch die Form des Waldhufendorfes gehört zum Charakter des Ortes: Die lang gestreckte Siedlung und ihr hufeisenförmiger Grundriss geben eine andere Orientierung als ein kompakter Ortskern. Im Zentrum steht das historische Kretschamgut, das aus dem Jahr 1686 stammt.

Die Gemeinde bewahrt einen repräsentativen Querschnitt Oberlausitzer Umgebindehaustypen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Die Oberlausitzer Umgebindehausstraße ist Teil der Deutschen Fachwerkstraße; jeder Ortsteil hat zudem einen Dorf-Rundweg, auf dem sich der jeweilige Ortsteil entlang der Umgebindehausstraße erkunden lässt. So verbinden sich einzelne Häuser mit einer größeren Baukultur, die in mehreren Ortsteilen präsent ist.

Webereigeschichte und Talränder

Die Leinenweberei war historisch ein wesentlicher Lebensunterhalt der örtlichen Häuslerbevölkerung. Auch in Radgendorf sind Umgebindehäuser erhalten, die mit der Weberei des 19. Jahrhunderts verbunden sind. Zahlreiche Hofstellen, die um 1860 bis 1870 wiederaufgebaut wurden, prägen außerdem die Ränder des Tals. Diese Details ergänzen den Blick auf die älteren Ortsformen um Zeugnisse späterer Bau- und Arbeitsgeschichte.

Wer sich für die Entwicklung des Ortes interessiert, kann die Angaben zu den Gebäuden und Ortsteilen als verschiedene historische Ebenen betrachten: das Kretschamgut aus dem Jahr 1686, die Haustypen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert und die um 1860 bis 1870 wiederaufgebauten Hofstellen. Die Webereigeschichte verbindet diese Baukultur mit der früheren Lebensgrundlage der Häusler und den Häusern in Radgendorf.

Radrouten, Rundwege und Natur

Der Rübezahlradweg und der Umgebindehausweg führen durch Mittelherwigsdorf. Die beiden örtlichen Radrouten verbinden sich mit dem Oder-Neiße-Radweg und dem Spree-Radweg. Wenn Sie eine Fahrt planen, prüfen Sie Verfügbarkeit und Wegmarkierung vor Ort. Für Wanderungen bietet der weitere regionale Rahmen eine zusätzliche Orientierung: In den Zittauer Bergen und ihrem Vorland gibt es mehr als 700 Kilometer Wanderwege. Diese Zahl bezieht sich auf das Gebiet der Zittauer Berge und ihres Vorlands, nicht allein auf Mittelherwigsdorf.

Eine Besonderheit des Barfußwegs sind zwei vorgesehene Querungen der Mandau. Wasserstand und saisonale Bedingungen können diese Querungen beeinflussen; berücksichtigen Sie das bei Ihrer Planung. Aussichtspunkte in der Gemeinde bieten Blicke Richtung Isergebirge, Jeschken, Zittauer Gebirge und Oberlausitzer Bergland. Damit stehen neben den Wegen durch den Ort auch Ausblicke auf die benannten Gebirgszüge und das Oberlausitzer Bergland als eigene Facette des Aufenthalts.

Ein lokaler Kulturbaustein

Zum örtlichen Kulturangebot gehört das Kinoprogramm der Kulturfabrik. Zusammen mit den Rundwegen, der Baugeschichte und den Rad- und Wanderwegen ergibt sich ein vielseitiger Schwerpunkt für die Reiseplanung: Sie können Mittelherwigsdorf besonders unter den Gesichtspunkten Umgebindebaukultur, historische Siedlungsentwicklung und Wege in der Landschaft betrachten.

Weitere Reiseziele entdecken: Neusalza-Spremberg, Oppach, Lawalde, Waldhufen, Bernstadt Auf Dem Eigen, Reichenbach/Oberlausitz, Krauschwitz, Oybin.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Görlitz.

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