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In Erfurts Altstadt gehören die Alte Synagoge, die Mikwe und das Steinerne Haus gemeinsam zum jüdisch-mittelalterlichen Erbe der Stadt. Ihr Zusammenhang erzählt auch von einer Gesellschaft im Wandel: Während der mittelalterlichen Stadtentwicklung an einem Knotenpunkt wichtiger Handelswege veranschaulicht das Ensemble das Zusammenleben einer jüdischen Gemeinschaft mit einer überwiegend christlichen Gesellschaft.

An der Alten Synagoge lässt sich die lange Baugeschichte ablesen. Ihre besonders gut erhaltene Bausubstanz stammt größtenteils aus der Zeit von etwa 1100 bis zum frühen 14. Jahrhundert, als sie als Synagoge genutzt wurde. Bei der Mikwe ist die ursprüngliche Funktion als rituelles Bad vollständig wahrnehmbar. Das Steinerne Haus ergänzt das Ensemble als dritter Bestandteil.

Brücke, Kirchen und Kloster

Die Krämerbrücke ist Europas längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke. Sie ist 120 Meter lang und hat 32 Häuser. Galerien und Läden bieten regionale Handwerksprodukte wie Thüringer Blaudruckstoffe, handbemalte Keramik, Lauschaer Glas und Holzschnitzereien an. Auch regionale Köstlichkeiten wie Unstrut-Weine gehören zum Angebot. So verbindet das Bauwerk seine besondere Form mit einem Blick auf Erfurter und Thüringer Produkte.

Das Evangelische Augustinerkloster zu Erfurt ist ein seltenes, geschlossen erhaltenes Beispiel mittelalterlicher Ordensbaukunst. Zu seinem baulichen Zusammenhang gehören die Kirche, drei umbaute Höfe sowie Konvents- und Wirtschaftsgebäude. Martin Luther trat 1505 in das Augustinerkloster ein und feierte dort 1507 seine erste eigene Messe. Die beiden Daten markieren unterschiedliche Stationen seines Aufenthalts in Erfurt.

Auch Dom St. Marien und St. Severi bieten eigene Einblicke in sakrale Baukunst. Im mittleren Turm des Doms befindet sich die mittelalterliche freischwingende Glocke Gloriosa. St. Severi ist eine fünfschiffige gotische Hallenkirche; zu ihren Ausstattungsstücken zählen der Severisarkophag, eine Steinmadonna und ein 15 Meter hoher Taufstein.

Festung und Ausblicke auf Erfurt

Die Zitadelle Petersberg ist eine der größten und die einzige weitgehend erhaltene barocke Stadtfestung Mitteleuropas. Bei einem Besuch können Sie die Ausstellung im Kommandantenhaus und die Horchgänge in den starken Festungsmauern erkunden. Die erhöhte Lage und der sternförmige Aufbau bieten mehrere Aussichtspunkte mit weiten Blicken über Erfurt. Von der Bastion Michael im Westen sind Sonnenuntergänge zu sehen.

Gartenwelten und Natur

Der egapark Erfurt ist ein bedeutendes Gartendenkmal der 1960er-Jahre und umfasst 20 Themengärten. Im Danakil durchqueren Besucher Wüste und Tropen und erfahren, wie sich Pflanzen und Tiere an extreme Lebensbedingungen angepasst haben. Zum Park gehören außerdem Thüringens größter Spielplatz mit Kinderbauernhof und Wasserbereich sowie die historische Cyriaksburg mit dem Deutschen Gartenbaumuseum.

Der Erfurter Steigerwald ist seit 1940 Landschaftsschutzgebiet. Erfurts Stadtlandschaft umfasst 550 Hektar Erholungsflächen, etwa 2.000 Hektar Wald, 379 Hektar Wasserflächen und 156 Kilometer Flussläufe. Diese Größenordnungen geben den Naturflächen einen eigenen Platz neben den Bauwerken und Gärten der Stadt. Der Thüringer Zoopark Erfurt umfasst rund 63 Hektar und zeigt mehr als 1.000 Tiere aus aller Welt in Anlagen, die natürlichen Lebensräumen nachempfunden sind. Damit reicht das Spektrum von geschützten Landschaften über gestaltete Gärten bis zu Tieranlagen mit unterschiedlichen Lebensraumvorbildern.

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