Obstplantagen, Felder und der angrenzende Schaderodaer Grund prägen die nähere Umgebung von Tiefthal. Die Grundmühle und die Schwellenburg sind wichtige Ausflugsziele; eine Wanderroute führt von Tiefthal zur Grundmühle und über Schaderode zurück. Dazu kommen besondere Ortsgeschichte und Kunst im öffentlichen Raum.
Landschaft und Wanderoptionen
Die Schwellenburg ist ein Kalksteinhügel nordöstlich von Tiefthal. Sie liegt auf 227 m NN und erhebt sich 45 m über ihre Umgebung. Das Naturschutzgebiet verteilt sich ungefähr zu gleichen Teilen auf Tiefthal und Kühnhausen. Die Schwellenburg lässt sich von beiden Orten aus erwandern. Ihr Name kann eine falsche Vorstellung wecken: Auf dem Berg, der Schwellenburg heißt, hat nie eine Burg gestanden.
Für die Wanderung zur Grundmühle gibt es zwei unterschiedliche Endpunkte: Nach 10,4 km endet die Route in Gispersleben, nach 8 km wieder in Tiefthal. Wenn Sie am Ende zum Ausgangsort zurückkehren möchten, ist die kürzere Variante die passende Orientierung; die längere führt nach Gispersleben. Saisonale Bedingungen können variieren, daher lohnt sich eine Prüfung vor der Wanderung.
Ortsgeschichte und Kunst im öffentlichen Raum
Die Kirche St. Peter und Paul in Tiefthal wurde in ihrer heutigen Form 1510 begonnen und schon wenig später geweiht. Einige Hauszeichen im Ort laden dazu ein, beim Rundgang gezielt nach ihnen Ausschau zu halten. Zusammen geben diese Details einen eigenen Blick auf Tiefthal: Neben der Landschaft prägen auch historische Gebäude und Zeichen im Ortsbild den Besuch.
Ein weiterer Akzent ist das Werk des Tiefthaler Bildhauers Christian Paschold, der 2021 starb. Er stellte im Ort Repliken einiger seiner Plastiken auf; die Originale stehen in ganz Deutschland. Die Unterscheidung zwischen den Arbeiten vor Ort und den Originalen macht das Kunstangebot zugleich konkret und ortsbezogen: Die Repliken sind in Tiefthal zu entdecken, während die Originale über verschiedene Orte in Deutschland verteilt sind.
Erfurt als eigener Kultur- und Freizeitkontext
Im übergeordneten Reiseziel Erfurt gibt es einen eigenständigen städtischen Kulturfokus. Das UNESCO-Welterbe Jüdisch-Mittelalterliches Erbe in Erfurt liegt im Herzen der Erfurter Altstadt und umfasst die Alte Synagoge, die Mikwe und das Steinerne Haus. Die jüdischen Bauwerke gelten als seltene und außergewöhnlich gut erhaltene Beispiele in Mitteleuropa. In der Alten Synagoge werden Zeugnisse der mittelalterlichen jüdischen Kultur Erfurts präsentiert.
Am Domplatz beginnt eine 70-stufige Freitreppe zum Domberg mit dem Dom St. Marien und der St. Severikirche. Der Dom zeigt unterschiedliche Bauformen: einen hochgotischen Chor, einen romanischen Turmbereich und eine spätgotische Westhalle. Im mittleren Turm befindet sich die Gloriosa, die weltweit größte mittelalterliche freischwingende Glocke. Die St. Severikirche ist eine fünfschiffige gotische Hallenkirche und war ab dem 12. Jahrhundert die Stiftskirche einer Chorherren-Gemeinde. Zu ihren Kunstwerken zählen der Severisarkophag von 1365, dessen Seitenwände den Lebensweg des Heiligen zeigen, eine Steinmadonna von 1345 und ein 15 m hoher Taufstein von 1467.
Ein anderer Schwerpunkt in Erfurt ist der egapark. Zu seinen Bereichen gehören das Danakil-Wüsten- und Dschungelhaus, Themengärten, der Wissenswald und das Deutsche Gartenbaumuseum. Das ornamental bepflanzte Blumenbeet umfasst 6.000 m² und ist Europas größtes; außerdem besitzt der Park Thüringens größten Spielplatz mit 35.000 m² Fläche. Damit stehen in Erfurt botanische und gärtnerische Themen neben den historischen Orten, während Tiefthal mit seiner näheren Landschaft, den Wanderoptionen und der Ortsgeschichte einen eigenen Schwerpunkt bildet.
Weitere Reiseziele entdecken: Frienstedt, Niedernissa, Kerspleben, Molsdorf, Kühnhausen, Erfurt.
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